Wartturm (Lübbecke)

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Der Wartturm in der Gegenwart
Gedenktafel am Wartturm

Der Wartturm ist ein Aussichtsturm im Wiehengebirge auf dem Wurzelbrink, dem mit einer Höhe von 319 Metern zweithöchsten Berg dieses Mittelgebirges. Er steht auf dem Gebiet der Stadt Lübbecke. Der steinerne Turm wurde im Jahre 1857 durch den Freiherrn von dem Bussche-Münch auf Benkhausen erbaut und im Jahre 1996 vollständig renoviert. Der Bau des Turms stand im Zusammenhang mit der damals aufkommenden Turn- und Wanderbewegung.

Während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs diente der Turm zwischenzeitlich als Trainingsbereich für die Hitlerjugend und als Aussichtspunkt, der dafür durch einen Holzaufbau noch erhöht worden war. Im Jahre 1986 fand am Wartturm ein Funkwettbewerb statt. Anfang bis Mitte der 1980er Jahre stand für mehrere Jahre neben dem Turm ein sehr hoher Sendemast, der die Turmhöhe deutlich überstieg und im Gegensatz zum Wartturm von Lübbecke deutlich zu erkennen war.

Unkundige meinen oft, dass der Turm aufgrund seines burgähnlichen Aussehens im Zusammenhang mit der mittelalterlichen Burg Reineberg steht, sind dann aber oft überrascht, dass es sich bei ihm um ein Produkt der Neuzeit handelt.[1]

Der Wartturm ist Wendepunkt des mittlerweile traditionellen Wartturmlaufs. Dieser Volkslauf im Juni jedes Jahres beginnt in der Innenstadt von Lübbecke, ist 13,9 Kilometer lang und insgesamt 346 Höhenmeter müssen bewältigt werden.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Wartturm (Lübbecke) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Als Wartturm, Warte, Warth oder Burgwarte wird ein meist einzeln stehender, von Wall und Graben umgebener Beobachtungsturm bezeichnet. Warttürme wurden in spätmittelalterlicher Zeit beispielsweise an Handelsstraßen als Zollstationen oder im Vorfeld von Städten errichtet, um durch Fahnen- oder Lichtsignale frühzeitig vor dem Heranrücken feindlicher Truppen zu warnen. Auch dadurch erklärt sich die in diesem Fall irrtümliche zeitliche Zuordnung der Erbauung des Lübbecker Wartturms.

Koordinaten: 52° 16′ 59″ N, 8° 36′ 55″ O