Weißer Affodill

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Weißer Affodill
Asphodelus albus subsp. delphinensis

Asphodelus albus subsp. delphinensis

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Grasbaumgewächse (Xanthorrhoeaceae)
Unterfamilie: Affodillgewächse (Asphodeloideae)
Gattung: Affodill (Asphodelus)
Art: Weißer Affodill
Wissenschaftlicher Name
Asphodelus albus
Mill.

Der Weiße Affodill (Asphodelus albus) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Affodill (Asphodelus) in der Unterfamilie der Affodillgewächse (Asphodeloideae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiße Affodill ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 30 bis 120 cm erreicht. Er besitzt fleischige, rübenartig verdickte Rhizome. Der Stängel ist aufrecht, röhrig und meist blattlos. Die Grundblätter sind von graugrüner Farbe, gekielt und messen 15 bis 60 × (0,5 bis) 1 bis 2 (bis 3) Zentimeter.

Es wird ein dichter, unverzweigter oder nur wenige kurze Äste aufweisender Blütenstand gebildet. Die häutigen Tragblätter sind schwarzbraun bis dunkelbraun. Die zwittrigen Blüten sind trichterförmig. Die Perigonblätter messen 15 bis 24 × 2,5 bis 5,5 Millimeter und sind weiß oder blassrosa gefärbt, mit einem dunkleren Mittelnerv.

Die eiförmigen Kapselfrüchte sind (6,5 bis) 8 bis 10 (bis 13) Millimeter lang.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juli.

Es treten diploide, tetraploide und hexaploide Zytotypen mit Chromosomenzahlen von 2n = 28, 56 oder 84 auf.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiße Affodill kommt in den Gebirgen Mittel- und Nord-Spaniens sowie in West-, Süd- und Mittel-Frankreich, Norditalien, der Südschweiz, Ungarn sowie der westlichen und zentralen Balkanhalbinsel vor.[1] Er besiedelt sonnige Wiesen, Felsrasen, offene Gehölze und Brandstellen in Höhenlagen von 0 bis 2200 Meter. Er bevorzugt nährstoffreichen, kalkhaltigen Boden.

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der wissenschaftliche Name Asphodelus albus wurde 1768 von Philip Miller erstveröffentlicht.[2] Vom Weißen Affodil werden vier Unterarten unterschieden:[1]

  • Asphodelus albus Mill. subsp. albus: Die Kapseln sind mit einer Länge von 6,5 bis 10 (bis 11) mm kurz, jung als einzige glänzend dunkelgrün (nicht matt gelbgrün) und mit dreilappiger (nicht gestutzer) Spitze. Die Blütenhüllblätter sind hinfällig. Diese Unterart ist diploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 28. Sie kommt im Norden der Iberischen Halbinsel und in West- und Zentralfrankreich vor.[1]
  • Asphodelus albus subsp. carpetanus Z.Díaz & Valdés: Im Gegensatz zu den anderen Unterarten sind die Rhizome nicht von Fasern bedeckt; der Blütenstand besitzt öfter als bei den anderen Unterarten eine bis fünf Verzweigungen. Die inneren Blütenhüllblätter sind sehr breit mit 4 bis 5,5  mm und verbleiben lange an den reifen Kapseln. Diese Unterart ist tetraploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 56. Sie kommt in Zentralspanien in den Gebirgen Sierra de Francia und Sierra de Guadarrama vor.[1]
  • Asphodelus albus subsp. delphinensis (Gren. & Godron) Z.Díaz & Valdés: Die Blütenhüllblätter verbleiben lange an den reifen Kapseln. Zur Blütezeit sind die Tragblätter meist länger als die Blütenstiele. Diese Unterart ist tetraploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 56. Sie kommt in den Pyrenäen, den Alpen und in den Gebirgen der Balkanhalbinsel vor.[1]
  • Asphodelus albus subsp. occidentalis (Jordan) Z.Díaz & Valdés: Die Blütenhüllblätter sind hinfällig. Die Fruchtstiele sind mit 13 bis 19 (bis 22) mm sehr lang (bei den anderen Unterarten nur bis 14 mm). Nur bei dieser Unterart sind die Tragblätter zur Blütezeit kürzer als die Blütenstiele. Sie ist hexaploid mit einer Chromosomenzahl von 2n = 84. Sie kommt in Nordspanien und Westfrankreich vor.[1]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Weiße Affodill wird selten als Zierpflanze für Rabatten, Staudenbeete und große Steingärten genutzt. Er ist seit spätestens 1596 in Kultur.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Alpenblumen. Erkennen und bestimmen (= Steinbachs Naturführer). Mosaik, München 2002, ISBN 3-576-11482-3, S. 28.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Springer, Spektrum Akademischer Verlag, Berlin/Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8, S. 728.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f g Zoila Díaz Lifante, Benito Valdés: Revisión del género Asphodelus L. (Asphodelaceae) en el Mediterráneo Occidental. In: Boissiera. Band 52, 1996, S. 88–103.
  2. Philip Miller: The Gardeners Dictionary. 8. Auflage. John & Francis Rivington, London 1768 (online).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weißer Affodill (Asphodelus albus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien