Weinbergs-Traubenhyazinthe

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Weinbergs-Traubenhyazinthe
Muscari neglectum (flowers).jpg

Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum)

Systematik
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Spargelgewächse (Asparagaceae)
Unterfamilie: Scilloideae
Gattung: Traubenhyazinthen (Muscari)
Art: Weinbergs-Traubenhyazinthe
Wissenschaftlicher Name
Muscari neglectum
Guss. ex Ten.

Die Weinbergs-Traubenhyazinthe (Muscari neglectum Guss. ex Ten., Syn. Muscari racemosum (L.) Mill.), auch Übersehene Traubenhyazinthe oder Verkannte Traubenhyazinthe genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Traubenhyazinthen (Muscari) in der Familie der Spargelgewächse (Asparagaceae).

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbergs-Traubenhyazinthe ist eine ausdauernde, herbstfrühjahrsgrüne Zwiebelpflanze, die Wuchshöhen von (4) 10 bis 20 (30) Zentimeter erreicht. Die Zwiebel ist ungefähr 1 Zentimeter dick, hat eine braune Hülle, und bildet zahlreiche Nebenzwiebeln. Der Stängel ist rund und kahl. Die (2) 3 bis 7 Blätter entspringen einer grundständigen Rosette. Sie sind linealisch, ausgebreitet bis niederliegend, rinnig, rein grün, am Ende absterbend und messen 15 bis 40 × 0,2 bis 0,8 Zentimeter. Der dichte, traubige, 2 bis 6 Zentimeter lange Blütenstand besteht aus schwarzblauen fertilen Blüten, sowie aus kleineren, blasseren sterilen Blüten darüber. Die fertilen Blüten sind eiförmig, an der Vorderseite verengt, messen 3,5 bis 7,5 × 1,5 bis 3,5 Millimeter und duften. Sie haben einen Saum aus 6 kleinen, weißen Zähnen und sind durch abstehende bis hängende Stiele mit dem Stängel verbunden.

Blütezeit ist von März bis Mai. Die Blüten werden durch Insekten bestäubt. Die Samen verbreiten sich durch Autochorie (Selbstausbreitung), Endochorie (Verdauungsausbreitung) und Anemochorie (Windausbreitung).

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 36, 45, 54 oder 72.[1]

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbergs-Traubenhyazinthe kommt ursprünglich vom Mittelmeergebiet bis Afghanistan und Pakistan vor, im südlichen Mittel- und West-Europa sowie in den USA wurde sie eingebürgert. In Deutschland gilt sie als Archäophyt[2]. Die Art wächst in Wäldern, Weiden, Weinbergen und auf Felsen.

Parasiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Kroatien wurden die beiden parasitischen Pilzarten Antherospora vaillantii und Urocystis muscaridis an Muscari neglectum gefunden.[3]

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Weinbergs-Traubenhyazinthe wird verbreitet als Zierpflanze in Rabatten und Umrandungen genutzt. Sie ist seit spätestens 1568 in Kultur, vermutlich aber schon viel länger.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. Unter Mitarbeit von Angelika Schwabe, Theo Müller. 8., stark überarbeitete und ergänzte Auflage. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2001, ISBN 3-8001-3131-5, S. 135.
  2. www.floraweb.de
  3. Dario Ivic, Zdravka Sever, Christian Scheuer, Matthias Lutz: A preliminary checklist of smut fungi of Croatia. In: Mycotaxon. (online; PDF; 232 kB)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrentraud Bayer, Karl-Peter Buttler, Xaver Finkenzeller, Jürke Grau: Pflanzen des Mittelmeerraums (Die farbigen Naturführer). Mosaik Verlag GmbH, München 1986.
  • Eckehart J. Jäger, Friedrich Ebel, Peter Hanelt, Gerd K. Müller (Hrsg.): Rothmaler Exkursionsflora von Deutschland. Band 5: Krautige Zier- und Nutzpflanzen. Spektrum Akademischer Verlag, Berlin Heidelberg 2008, ISBN 978-3-8274-0918-8.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Weinbergs-Traubenhyazinthe – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien