Weingarten (Hörsel)

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Weingarten
Landgemeinde Hörsel
Koordinaten: 50° 58′ 25″ N, 10° 32′ 14″ O
Höhe: 352 m ü. NN
Fläche: 4,02 km²
Einwohner: 147 (Feb. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 37 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 99869
Vorwahl: 036254
Karte
Lage von Weingarten in Hörsel

Weingarten ist ein Ortsteil der Landgemeinde Hörsel im Nordwesten des thüringischen Landkreises Gotha.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt nördlich des Thüringer Waldes, etwa 14 Kilometer von der Kreisstadt Gotha und etwa 45 Kilometer von der Landeshauptstadt Erfurt entfernt. Weingarten liegt im Norden des 390 m ü. NN hohen Haynberges, der das Tal der Hörsel (etwa 276 m ü. NN) vom tiefer gelegenen Nessetal (etwa 254 m ü. NN) als flache Anhöhe trennt. Die nächstliegenden Dörfer sind Friedrichswerth im Norden, Sonneborn im Nordosten, Neufrankenroda im Südosten, Teutleben im Süden und Ebenheim im Westen. Am südlichen Ortsrand liegt der Dorfteich, Quellteich des Gliemen-Bachs, der in Richtung Osten fließt und zwischen Sonneborn und Friedrichswerth die Nesse erreicht.

Ausdehnung des Gebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche der Gemarkung Weingarten beträgt 402 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung Weingartens findet sich in einer undatierten Urkunde des Fuldaer Abts Burchard (1168–1176).[2] Der Ort gehörte nach dem Erwerb durch die Herren von Hopffgarten bis zur Aufhebung der Patrimonialgerichte Mitte des 19. Jahrhunderts zum Hopffgartenschen Gericht im Herzogtum Sachsen-Gotha, Sachsen-Gotha-Altenburg bzw. Sachsen-Coburg und Gotha. Ab 1920 lag er im Land Thüringen.

Am 1. Januar 1997 wurde Weingarten Mitgliedsgemeinde der 1994 gegründeten Verwaltungsgemeinschaft Hörsel. Durch Beschluss des Thüringer Landtags am 16. November 2011 konnte die Verwaltungsgemeinschaft Hörsel zum 1. Dezember 2011 aufgelöst und durch einen freiwilligen Zusammenschluss der zehn bisher selbstständigen Gemeinden Aspach, Ebenheim, Fröttstädt, Hörselgau, Laucha, Mechterstädt, Metebach, Teutleben, Trügleben und Weingarten die Landgemeinde Hörsel neu gebildet werden.[3][4]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember):

  • 1994 – 202
  • 1995 – 203
  • 1996 – 193
  • 1997 – 186
  • 1998 – 186
  • 1999 – 176
  • 2000 – 176
  • 2001 – 183
  • 2002 – 189
  • 2003 – 183
  • 2004 – 183
  • 2005 – 180
  • 2006 – 177
  • 2007 – 162
  • 2008 – 171
  • 2009 – 164
  • 2010 – 157
  • 2014 – 163
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 27. Juni 2004 wurde Klaus Klar zum ehrenamtlichen Bürgermeister der Gemeinde gewählt. Am 6. Juni 2010 wurde er in seinem Amt bestätigt. Seine Amtszeit begann am 1. Juli 2010. Mit der Umwandlung zur Landgemeinde wurde er zum 1. Dezember 2011 zum Ortschaftsbürgermeister (mit einer Amtszeit bis 2016).

  • 1994–2004: Günther Rudloff (Freiwillige Feuerwehr Weingarten)[5][6]
  • 2004–2011: Klaus Klar (FWG/parteilos)[7][8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dorfkirche

Die wichtigste Sehenswürdigkeit des Ortes ist die namenlose[9] Dorfkirche. Die kleine Kirche ist sehr alt. Urkunden, in denen die Kirche erwähnt wird, besagen, dass sie bereits im 13. Jahrhundert bestanden hat. Es wird vermutet, dass es sich hier um die älteste Dorfkirche Thüringens handelt. Vermutlich wurde sie im Zuge der Reisen des Bonifatius aus Ohrdruf im 8. Jahrhundert erbaut. In einer quadratischen Einlassung im quaderförmigen, steinernen Altar treffen sich unter bestimmten Voraussetzungen die Sonnenstrahlen, eine Tatsache, die auf eine heidnische Kultstätte hinweist, die vielleicht im Zuge der Missionierung durch Bonifatius von den Einheimischen zu einer christlichen Kirche umgebaut wurde. Die Kirche beinhaltet zwei Emporen und etwa 120 Sitzplätze, ein Raumangebot, das dem Gottesdienstbesuch früherer Zeiten entsprochen hat.[10] Die Kirchgemeinde gehört zum Kirchspiel Metebach, dem weiterhin die Kirchgemeinden Neufrankenroda, Asbach und Ebenheim angehören.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt, wobei der größte Teil der Ackerflächen von einem Betrieb mit Sitz in Sonneborn bewirtschaftet wird.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der nächste Bahnhof ist in Mechterstädt oder Fröttstädt etwa sieben Kilometer südlich von Weingarten. Die Buslinie 820 der Regionalen Verkehrsgemeinschaft Gotha verbindet Weingarten mit der Kreisstadt Gotha.

Wasser und Abwasser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wasserver- und Abwasserentsorgung wird durch den Wasser- und Abwasserzweckverband Mittleres Nessetal sichergestellt.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Weingarten-Gemeinde Hörsel. In: hoersel.de. Abgerufen am 5. Februar 2021.
  2. Ernst Friedrich Johann Dronke (Hrsg.): Codex Diplomaticus Fuldensis. Cassel 1850, Nr. 831, S. 410.
  3. Hörselbote – Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Hörsel, 9. Jg., Nr. 10/2011@1@2Vorlage:Toter Link/www.vg-hoersel.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. (PDF; 869 kB), hrsg. v. Verwaltungsgemeinschaft „Hörsel“, Hörselgau, 25. November 2011, S. 1
  4. StBA: Gebietsänderungen vom 01. Januar bis 31. Dezember 2011
  5. Bürgermeisterwahlen am 12. Juni 1994 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  6. Bürgermeisterwahlen am 13. Juni 1999 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  7. Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen, in: Kommunalwahlen 2004 in Thüringen: Endgültiges Ergebnisse, Wahlen der Bürgermeister (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 3,3 MB), hrsg. v. Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt, April 2008
  8. Bürgermeisterwahlen am 6. Juni 2010 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  9. Nach Aussage des Pfarrvikars, Christian Schaube, ist bisher in Akten und Urkunden noch kein Name der Kirche gefunden worden.
  10. Angaben auf der Website des evangelischen Kirchenamtes (Memento des Originals vom 9. Februar 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.suptur-gotha.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Weingarten (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien