Werner Gitt

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Werner Gitt 2018

Werner Gitt (* 22. Februar 1937 in Uschdeggen, Landkreis Stallupönen, Ostpreußen) ist Informatiker, Buchautor und Vertreter des Kreationismus in Deutschland. Vor seinem Ruhestand 2002 war er Direktor des Fachbereichs Informationstechnologie der Abteilung für Wissenschaftlich-Technische Querschnittsaufgaben innerhalb der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werner Gitt wurde 1937 in Uschdeggen (ab 1938 Raineck), einem kleinen Dorf im Nordosten Ostpreußens, geboren. Nach dem Einmarsch der Roten Armee im Januar 1945 wurde während des Flüchtlingstrecks nach Westen zunächst sein älterer Bruder Fritz von den Russen verschleppt, kurz darauf seine Mutter in die Ukraine, wo sie wenig später verstarb.[1] Als er von den Polen ausgewiesen wurde, gelangte Werner Gitt nach Westdeutschland. Nachdem sein Vater aus französischer Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, zog er mit ihm zunächst in die Gegend von Lüchow und später nach Westfalen.

Von 1963 bis 1968 absolvierte Gitt ein Ingenieurstudium an der Technischen Hochschule Hannover, das er als Diplomingenieur abschloss. Im Anschluss war er als Assistent am Institut für Regelungstechnik der Technischen Hochschule Aachen tätig. Hier promovierte er 1971 zum Dr.-Ing. Seit 1971 war er Leiter des Fachbereichs Informationstechnologie an der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig, wo er 1978 zum Direktor und Professor ernannt wurde. In dieser Position trat er 2002 in den Ruhestand.

Seit 1966 ist er mit seiner Frau Marion verheiratet und hat zwei Kinder. Während einer Evangelisationsveranstaltung in Braunschweig erlebten Gitt und seine Ehefrau ihre Bekehrung. Seit diesem Zeitpunkt gehört das Ehepaar zur Braunschweiger Friedenskirche, einer Evangelisch-Freikirchlichen Baptistengemeinde. Werner Gitt ist auch Mitglied der Studiengemeinschaft Wort und Wissen und tritt in ganz Deutschland auf Evangelisationen als Vortragsredner auf. Er hat zahlreiche Bücher verfasst. Aufnahmen seiner Vorträge werden vertrieben und sind teilweise auch online verfügbar.[2]

Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In seinen Vorträgen und Schriften versucht Gitt die Darstellung eines biblisch begründeten und dennoch wissenschaftlich plausiblen Kreationismus. Seine Bücher wurden in früheren Jahren beim Hänssler Verlag vertrieben, heute erscheinen sie überwiegend beim Verlag CLV. Die Resonanz ist beachtlich. So erschien das Buch Fragen, die immer wieder gestellt werden 2021 bereits in 27. Auflage mit Übersetzungen in 25 weiteren Sprachen.[3] Hinzu kommen zahlreiche evangelistische Kleinschriften, die seit 2003 vom Missionswerk Bruderhand (Wienhausen) veröffentlicht werden. Vom ersten Titel „Wie komme ich in den Himmel?“ wurden bis 2016 allein in deutscher Sprache 1,3 Millionen Exemplare gedruckt.[4]

In seinen Veröffentlichungen behandelt Gitt eine sehr große Zahl von Sachgebieten. Inwieweit er hierfür über die erforderliche Kompetenz verfügt, ist umstritten. Einzelne Abschnitte aus seinen Büchern werden im Buch Christliche Bücher kritisch lesen von Franz Graf-Stuhlhofer als Anschauungsbeispiele verwendet.[5] Gitts Argumentationsstrukturen hinsichtlich angeblich eingetroffener Vorhersagen der Bibel werden von dem Kryptologen Klaus Schmeh kritisch bewertet.[6]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Informatik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Parameterbestimmung an linearen Regelstrecken mit Hilfe von Kennwertortskurven für Systemantworten deterministischer Testsignale. Dissertation Technische Hochschule Aachen 1970.
  • mit Arnd Koch: Kriterien zur Bewertung eines Grossrechnersystems im technisch-wissenschaftlichen Bereich während der Planungsphase (= PTB-Bericht: ATWD; 9). Braunschweig 1977.
  • Neues Maß zum Vergleich hoher Speicherdichten. In: Physikalisch-Technische Bundesanstalt Jahresbericht 1997, ISSN 0340-4366.

Religion und Naturwissenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biographie und Erzählungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Werner Gitt: So steht's geschrieben. CLV, 7. Auflage, 2008 (PDF), S. 221f.
  2. Naturwissenschaftler und Evangelist Werner Gitt wird 80, Idea, Meldung vom 16. Februar 2017.
  3. Werner Gitt: Fragen, die immer wieder gestellt werden. CLV, Bielefeld 2021, S. 2,13.
  4. Idea Spektrum, Heft 15, 13. April 2016, S. 27.
  5. Franz Graf-Stuhlhofer: Christliche Bücher kritisch lesen. Ein Lehr- und Arbeitsbuch zum Trainieren der eigenen Urteilsfähigkeit anhand von Auszügen aus konservativen evangelischen Sachbüchern. Verlag für Kultur und Wissenschaft, Bonn 2008; zu Gitts Büchern S. 25–34, 52, 54, 60, 62, 79f.
  6. Klaus Schmeh: Beweisen eingetroffene Prophezeiungen, dass die Bibel das Wort Gottes ist? Telepolis 2006.