Westerwald-Brauerei

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
WESTERWALD-BRAUEREI
H. Schneider GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1861
Sitz Hachenburg, Westerwald
Leitung Jens Geimer
Mitarbeiterzahl 60
Umsatz 10 Mio. € (2011)[1]
Branche Brauerei
Website www.hachenburger.de

Koordinaten: 50° 39′ 27,1″ N, 7° 48′ 55,5″ O Die Westerwald-Brauerei H. Schneider ist eine Brauerei in Hachenburg, Rheinland-Pfalz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sudhaus der Brauerei bei Nacht
Hachenburger Hopfengarten bei Nacht

Die Brauerei wurde 1861 durch den Heimborner Brauer Heinrich Schneider als Brauerei H. Schneider im Grünschen Hof gegründet.[2] Das Brauwasser wird aus einer eigenen, im Naturschutzgebiet Rothbachtal gelegenen Quelle bezogen.[3] Mit 1,5 °dH ist das Wasser sehr weich.

Im November 1902 führte die Brauerei Bier nach der Pilsner Brauart ein.[3] 1909 übertrug Schneider die Brauerei an seinen Sohn Heinrich. Zugleich erfolgte die Umbenennung des Unternehmens in Westerwald-Brauerei H. Schneider. Mit der Umbenennung ging die strategische Zielsetzung einher, über Hachenburg hinaus die Brauerei des Westerwalds zu werden. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg und der Kriegsfolgen blieb die Brauerei jedoch auf dem Stand einer Lokalbrauerei.[4]

1948 übernahm mit Heinrich und Rudolf Schneider die dritte Generation die Leitung der Brauerei. Der Jahresausstoß betrug zu diesem Zeitpunkt 4000 hl. In den Folgejahren entwickelte sich die Marke Hachenburger Pils zum Marktführer im Westerwald. Der Biergeschmack wurde aufgrund von Konsumentenpräferenzen frühzeitig von einem starken Hopfenaroma hin zu einem feinherben Geschmack angepasst. Ferner versuchte die Brauerei durch Werbemaßnahmen ein Westerwälder Heimatbewusstsein zu wecken. Der Ausstoß stieg auf 180.000 hl im Jahr 1981 an.[5]

Heiner Schneider führte ab 1982 das Unternehmen in der vierten Generation. Der Ausstoß erreichte Mitte der 1980er Jahre die 200.000 hl-Grenze. Das Verbreitungsgebiet umfasste neben dem Westerwald erstmals auch die nördlich angrenzenden Regionen.[6]

Als Reaktion auf verändertes Trinkverhalten erfolgte eine Erweiterung und Diversifizierung der angebotenen Biersorten. Als eine der ersten westdeutschen Brauereien führte die Brauerei 1994 ein Schwarzbier ein.[7]

Aufgrund eines Feuers im Lagerkeller der Brauerei im September 2006 musste dieser für 4,4 Mio. € neu errichtet werden. Die Kapazität wurde dabei von 25.000 hl auf 100.000 hl gesteigert. Der Jahresausstoß betrug 2007 100.000 hl. Der Fassbieranteil belief sich auf 20 %.[8]

Seit 2009 wird die Brauerei in der fünften Generation von Jens Geimer geführt.[9]

Der Ausstoß belief sich 2010 auf 75.000 hl.[7] Die Sorte Pils bildet mit Abstand das Hauptstandbein der Brauerei (2014).[3][9] Das Unternehmen beschäftigt 60 Mitarbeiter und hat sein Hauptabsatzgebiet im Westerwald und angrenzenden Regionen. Seit 2012 exportiert die Brauerei nach China.[9]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hachenburger Selection

Es werden folgende Produkte hergestellt:[10][9][11]

  • Hachenburger Pils (Alk. 4,9 % vol.)
  • Hachenburger Weizen (Alk. 5,1 % vol.)
  • Hachenburger Schwarze (Schwarzbier, Alk. 4,8 % vol.)
  • Hachenburger Zwickel (Kellerbier, Alk. 5,1 % vol.)
  • Hachenburger Festbier (Alk. 5,5 % vol.)
  • Westerwald-Bräu (untergärig gebrautes Vollbier, Alk. 5,2 vol.)[12]
  • Hachenburger 2,8 (früher: Light, Pils-Spezialität mit 40 % geringerem Brennwert und 40 % weniger Alkohol)
  • Hachenburger Radler (Mischgetränk mit reduziertem Alkoholgehalt und kalorienarmer Zitronenlimonade, Alk. 2,6 % vol.)
  • Hachenburger Natur-Radler (Mischgetränk mit reduziertem Alkoholgehalt und natürlicher Zitronenlimonade, Alk. 2,1 % vol.)
  • Hachenburger Frischling (Bier-Cola-Mischgetränk, kalorienarm, Alkohol 2,8 % vol.)
  • Hachenburger Weizen Alkoholfrei (isotonisch und kalorienarm)
  • Hachenburger Malz (alkoholfreier Malztrunk)
  • Hachenburger Alkoholfrei (früher: Bleifrei, alkoholfreie Pils-Spezialität)
  • Hachenburger Radler Alkoholfrei (Mischgetränk mit alkoholfreiem Pils und Zitronenlimonade)

Frühere Produkte:

  • Hachenburger Special (nur im November und Dezember, starkes, besonders würziges Bier, Alk. 5,8 % vol.)
  • Hachenburger Selection No.01 India Pale Ale (saisonal, India Pale Ale, Alk. 7,2 % vol.)
  • Hachenburger Selection No.02 Porter (saisonal, starkes Schwarzbier – auf Eichenholz gereift, Alk. 7,2 % vol.)

Nach Brauereiangaben[13] findet als Hopfen ausschließlich Aromahopfen Verwendung. Bei einigen Produkten stammt dieser aus brauereieigenem Anbau. Die Hachenburger Biere wurden mehrfach mit Goldmedaillen der DLG Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft[14][15] und der Monde Selection (Weltauswahl der Biere)[16][17][18][19] ausgezeichnet.

Die Produkte sind in der NRW- und Longneck-Flasche erhältlich. Seit April 2014 gibt es auch 0,33 l Dosen. 1999 wurde die Bügelflasche für einige Produkte wieder eingeführt. Sie wird in Oelde/Westfalen abgefüllt.[8]

Veranstaltungen und Sponsoring[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Brauerei ist Mitveranstalter des jährlich stattfindenden Hachenburger Pils Cup,[20] dem größten Hallenfußballturnier im Fußballverband-Rheinland.[21] Auf dem Brauereigelände fand unter dem Namen „Brauer-Power“ jährlich zwischen 1994[22] und 2007 sowie in den Jahren 2009 und 2011 ein Open-Air-Konzert im Juni statt, zu dem bis zu 20.000 Besucher anreisten.[8]

Seit 1998 werden thematisch verschiedene Brauereiführungen als Hachenburger Erlebnis-Brauerei vermarktet.[3]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Willi Möller: Bier! Klasse statt Masse: Eine Reise durch Deutschlands Brauereilandschaften. Norderstedt 2011, ISBN 978-3837091304, S. 81.
  2. Heinrich Schneider: Vom Hachenburger Bierbrauen : über den Grünschen Hof zur Westerwaldbrauerei. In: Heimatverein für den Kreis Altenkirchen e. V.: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) und der angrenzenden Gemeinden. 1986, S. 88–91, S. 89.
  3. a b c d wirtschaftsgeschichte-rlp.de: Westerwald-Brauerei H. Schneider GmbH & Co. KG. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  4. Heinrich Schneider: Vom Hachenburger Bierbrauen : über den Grünschen Hof zur Westerwaldbrauerei. In: Heimatverein für den Kreis Altenkirchen e. V.: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) und der angrenzenden Gemeinden. 1986, S. 88–91, S. 90.
  5. Heinrich Schneider: Vom Hachenburger Bierbrauen : über den Grünschen Hof zur Westerwaldbrauerei. In: Heimatverein für den Kreis Altenkirchen e. V.: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) und der angrenzenden Gemeinden. 1986, S. 88–91, S. 90 f.
  6. Heinrich Schneider: Vom Hachenburger Bierbrauen : über den Grünschen Hof zur Westerwaldbrauerei. In: Heimatverein für den Kreis Altenkirchen e. V.: Heimat-Jahrbuch des Kreises Altenkirchen (Westerwald) und der angrenzenden Gemeinden. 1986, S. 88–91, S. 91.
  7. a b N.N.: Oh, du schöner Westerwald. In: Brauwelt 2011, S. 1464 f., S. 1464.
  8. a b c Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Hering: Brauereistandort Hachenburg ist gestärkt. (Memento des Originals vom 11. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.mwkel.rlp.de Abgerufen am 13. Juli 2014.
  9. a b c d Christian Lindner: Westerwald-Brauerei: Neues Bier für Region und Export nach China. Artikel vom 26. April 2014, abgerufen am 13. Juli 2014.
  10. hachenburger.de: Hachenburger Biere. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  11. bierblatt.de: Westerwald-Brauerei erweitert Produktpalette alkoholfreier Getränke.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bierblatt.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  12. AK-Kurier: Westerwald-Brauerei bringt Gründerbier auf den Markt. Artikel vom 27. April 2014, abgerufen am 13. Juli 2014.
  13. hachenburger.de: Aromahopfen-Garantie. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  14. bier-entdecken.de: DLG vergibt “Preis der Besten”. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  15. t-online.de: Diese Brauereien bekamen Gold. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  16. monde-selection.com: Die internationale Trophäe für hohe Qualität – 2007. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  17. monde-selection.com: Die internationale Trophäe für hohe Qualität – 2008. Abgerufen am 13. Juli 2014.
  18. Hopfen und Malz: Monde Selection Awards 2011. (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/hopfenmalz.blogspot.de Abgerufen am 13. Juli 2014.
  19. nr-kurier.de: Westerwald-Brauerei erhielt Goldmedaille. Artikel vom 5. Juli 2013, abgerufen am 13. Juli 2014.
  20. Siegerlandkurier: Dritter Sieg in Folge. (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.siegerlandkurier.de Artikel vom 5. Februar 2012, Abgerufen am 13. Juli 2014.
  21. Mitteilungsblatt Verbandsgemeinde Gebhardshain: SG Berod/Wahlrod gewinnt den 23. Hachenburger Pils-Cup! (Memento des Originals vom 14. Juli 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.wittich.de Ausgabe KW 6/14 vom 7. Februar 2014, abgerufen am 13. Juli 2014.
  22. rhein-zeitung.de: Brauer-Power: Megaspektakel setzt Kultstatus fort. Artikel vom 19. Juni 2011, abgerufen am 13. Juli 2014.