Wilhelmine Bucherer

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Wilhelmine Bucherer (* 20. Dezember 1919; † 2. Juni 2006) war eine Schweizer Harfenistin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wilhelmine Bucherer wuchs mit vier Schwestern und einem Bruder in Rüschlikon auf. Ihr Vater, Sohn eines deutschen Einwanderers, verließ die Familie, als Wilhelmine elf Jahre alt war. Sie erhielt zunächst Klavierunterricht und lernte auch das Lautenspiel. Nach acht Schuljahren ging sie als vierzehnjährige Studentin an das Konservatorium Zürich und begann ihre professionelle Ausbildung zur Harfenistin, die sie mit 19 Jahren abschloss. Bereits während ihres Studiums trat sie mit unterschiedlichen deutschen und Schweizer Orchestern auf.

Die folgenden Kriegsjahre verbrachte Wilhelmine Bucherer in Deutschland und spielte unter anderem in Berlin, Stralsund und Franzisbad, kehrte jedoch kurz vor Kriegsende in die Schweiz zurück. Dort war sie 25 Jahre lang im Zürcher Radio-Orchester des Radiostudios Beromünster unter der Leitung von unter anderem Hermann Scherchen und Paul Burkhard vollamtlich angestellt. Nach einer Liaison mit einem österreichischen Bildhauer, der ihr Sohn Christof entstammt, heiratete Wilhelmine Bucherer 1960; diese Ehe dauerte fünf Jahre.

Aufgrund wachsender Unzufriedenheit auf eine offene Stelle im Jerusalem Symphony Orchestra der öffentlich-rechtlichen Hörfunkanstalt Kol Israel aufmerksam geworden, entschied sich Wilhelmine Bucherer um 1970 für ein Probejahr und verlegte anschließend ihren Wohnsitz nach Israel. Bis zu ihrem 65. Lebensjahr spielte sie in diesem Orchester und bereiste auf internationalen Konzerttourneen unter anderem Schweden, England und Nordamerika. In Israel lernte Wilhelmine Bucherer auch ihren zweiten Ehemann, den österreichisch-jüdischen Schriftsteller Max Zweig, kennen.[1][2] Nach dessen Tod, kehrte sie 1997 in die Schweiz zurück und verlebte ihre letzten Jahre in Urtenen-Schönbühl.

Wilhelmine Bucherer wurde neben ihrer Orchestertätigkeit auch als Solo-Harfenistin bekannt. Sie komponierte eigene Lieder und veröffentlichte Schallplatten und später auch Tonband-Kassetten und CDs. Immer wieder trat sie auch zusammen mit Sängern oder Instrumentalisten auf. So erschien mit der Sopranistin Ria Deppert 1975 die LP Jesu, meine Freude im Schweizer Missionswerk Mitternachtsruf.[3] Des Weiteren gab sie auch Konzerte mit dem Schweizer Knabensopran Daniel Corti,[4] dem israelischen Bariton Asas Franco und der israelischen Sängerin Cilla Grossmayer oder auch der Violinistin Louise Schlatter.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jesu, meine Freude. Missionswerk Mitternachtsruf, 1975.
  • 7 Geistliche Lieder / 63. Psalm Davids. Turicaphon, 1963.
  • Goldene Klänge. Missionswerk Mitternachtsruf.[5]
  • Des Engels Anredung an die Seele. Elite Special.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Christof Bucherer: Max Zweig und Wilhelmine Bucherer Jerusalem. Bei YouTube abgerufen am 2. Oktober 2016.
  2. Eva Reichmann: Wie ich zu Max Zweig kam. Auf der Website des P.E.N. Zentrums deutschsprachiger Autoren im Ausland, abgerufen am 2. Oktober 2016.
  3. Cover-Abbildung
  4. Katalog-Eintrag bei der National Library of Australia, abgerufen am 2. Oktober 2016.
  5. Cover-Abbildung