Willi Arens

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Wilhelm Friedrich „Willi“ Arens (* 2. Juni 1937 in Freckenhorst; † 5. Januar 2011 in Hannover) war ein deutscher Politiker. Als Abgeordneter der SPD gehörte er während der 7. bis 10. Wahlperiode dem Niedersächsischen Landtag an. Arens war von 1990 bis 1998 zudem letzter Bundesvorsitzender der damaligen Gewerkschaft Textil-Bekleidung.

Arens besuchte zunächst die Volksschule und absolvierte eine Lehre als Weber. In seinem Ausbildungsberuf arbeitete er bis 1962. Nach dem Besuch verschiedener Gewerkschaftsschulen zwischen 1962 und 1963 absolvierte er den Studiengang an der Akademie der Arbeit in Frankfurt. Als Assistent an der Gewerkschaftsschule war er in Oberursel tätig und arbeitete seit 1964 als Gewerkschaftssekretär bei der Gewerkschaft Textil-Bekleidung in Nordhorn, später übernahm er die Leitung dieser regionalen Geschäftsstelle.

Arens stieg innerhalb der Gewerkschaft bis zum Bundesvorsitzenden auf. Zunächst wurde er 1985 zum Geschäftsführenden Vorstandsmitglied gewählt, 1990 übertrug ihm der Gewerkschaftstag die Leitung der Organisation. Wichtige Stationen waren der Aufbau der Gewerkschaft Textil-Bekleidung in den neuen Bundesländern und der Kampf um die Sicherheit der Arbeitsplätze in der Textil- und Bekleidungsindustrie. 1996 vereinbarte er mit den Spitzen der Arbeitgeberverbände Gesamttextil und Bundesvereinigung der Bekleidungsindustrie das "Bündnis für Beschäftigung und Ausbildung", das erstmals in dieser Form flexible Instrumente in einem Flächentarifvertrag enthielt.[1] Trotzdem gelang es nicht, die weitere Arbeitsplatzverlagerung der Textilbranchen in sogenannte Billiglohnländer zu stoppen, was auch erhebliche Auswirkungen auf den Mitgliederstand der Gewerkschaft hatte. Deshalb leitete Arens die Integration der Gewerkschaft Textil-Bekleidung in die IG Metall ein. 1998 löste sich die Gewerkschaft Textil-Bekleidung schließlich auf.[2] Arens war danach noch als ehrenamtliches Vorstandsmitglied der IG Metall Rheine tätig.

Arens war seit 1961 Mitglied der SPD und wurde im Jahr 1967 Unterbezirksvorsitzender der SPD im Landkreis Grafschaft Bentheim. Später wurde er stellvertretender Vorsitzender des SPD-Bezirks Weser-Ems. Aufgrund seines parteipolitischen Engagements, das das Bild der Partei in der Grafschaft Bentheim maßgeblich prägte, wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Zwischen 1968 und 1974 war er Kreistagsabgeordneter des Landkreises Grafschaft Bentheim, ab 1970 zudem Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion.

Arens war Mitglied des Niedersächsischen Landtages der 7. bis 10. Wahlperiode vom 21. Juni 1970 bis zum 20. Juni 1986. Eine Unterbrechung ergab sich allerdings in der 8. Wahlperiode: Sein Landeslistenmandat war ihm nur knapp zugefallen. Durch eine komplette Nachzählung der Landtagswahl wurden jedoch einige Wahlfehler festgestellt. Im Ergebnis musste der Landtag ihm das Mandat durch Beschluss vom 26. Februar 1976 aberkennen. Stattdessen fiel es dem CDU-Politiker Carl-Edzard Schelten-Peterssen zu. Daraufhin verzichtete jedoch Alfred Kubel (SPD) am 2. April 1976 auf sein Landtagsmandat, und Arens rückte für ihn in den Landtag nach.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TextilWirtschaft Nr. 13 vom 28. März 1996, S. 87
  2. Protokoll 3. Außerordentlicher Gewerkschaftstag in Neuss, Düsseldorf 1997

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]