William of York

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Zum heiliggesprochenen Bischof William of York siehe William Fitzherbert.

William of York († 31. Januar 1256) war ein englischer Geistlicher. Er diente zunächst als ranghoher Richter, ehe er 1246 Bischof von Salisbury wurde.

Aufstieg vom Beamten zum hohen königlichen Richter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anscheinend stammte William aus dem East Riding of Yorkshire, doch sonst ist über seine Herkunft oder seine Jugend nichts bekannt. Er begann seine Karriere wohl als Kanzleibeamter und wurde dabei anscheinend vom späteren Kanzler Ralph de Neville gefördert. 1219, wenn nicht schon 1217 diente er als Beamter des King’s Bench, dem königlichen Gericht für Zivilfälle. Zu seinen Kollegen gehörten dort der ebenfalls aus dem East Riding stammende Roger of Thirkleby sowie William Raleigh. Durch seine Arbeit erwarb sich William umfassende juristische Kenntnisse, weshalb er ab 1225 mit weiteren Aufgaben betraut wurde, darunter mit der Verwaltung von vakanten Diözesen. 1227 und 1228 diente er dreimal als Richter in Nordengland, ehe er 1231 vom Beamten zum Richter des King’s Bench aufstieg. 1232 diente er erneut als Richter in verschiedenen Grafschaften, ehe er ab 1234 zum vorsitzenden Richter aufstieg. In dieser Funktion leitete er insgesamt 34 Gerichtssitzungen in verschiedenen Grafschaften. Ab 1234 war er dazu nach Robert of Lexinton ranghöchster Richter des King’s Bench, bis er Ende 1241 nach dem Tod von Stephen of Seagrave oberster Richter des Hofgerichts wurde. Vermutlich bereits ab 1230 bis 1246 war Roger of Whitchester sein Schreiber. Als König Heinrich III. von 1242 bis 1243 während des Saintonge-Kriegs in Frankreich war, blieb William als führendes Mitglied der Regierung in England, wobei er fälschlicherweise in der Dunstable Chronicle als einer der Regenten bezeichnet wurde. Unter William als obersten Richter gab es wesentliche Änderungen in der Rechtsprechung. Die Regeln für Gerichtsverhandlungen in den Grafschaften wurden weiter festgelegt. Anstelle der Assize Courts wurden vier vornehmlich lokale Richter mit den Gerichtsverfahren betraut, was dazu führte, dass das Amt des Richters zunehmend professionalisiert wurde.

Aufstieg als Geistlicher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für seine Dienste als Richter erhielt William zahlreiche geistliche Pfründen. Vor 1220 erhielt er vom König eine Pfründe in King's Ripton in Huntingdonshire, die er später aufeinanderfolgend an zwei Vertraute weitergeben konnte. Dazu erhielt er weitere Pfründen in Yorkshire, darunter das Amt des Propstes von Beverley Minster, sowie weitere Ämter in Lancashire, Northumberland und Cambridgeshire. Er war Kanoniker in York, in Wells und an der St Paul's Cathedral in London. 1241 wurden seine jährlichen Einkünfte auf etwa £ 800 geschätzt. Dazu übernahm er in Surrey, Essex, Nottinghamshire und Northamptonshire sowie in York und London die einträgliche Verwaltung von Pfandschaften und von Vormundschaften.

Bischof von Salisbury[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Dezember 1246 wurde William zum Bischof der Diözese Salisbury gewählt. Am 14. Juli 1247 wurde er in Wilton zum Bischof geweiht.[1] Nachdem er die Temporalien erhalten hatte, hatte er seine Ämter als Richter und seine bisherigen geistlichen Ämter niedergelegt. Dennoch diente er weiter als Richter bei größeren königlichen Ratsversammlungen. Wenn der König in Winchester oder in seiner Diözese weilte, bezeugte William weiterhin königliche Urkunden, und 1251 hielt er eine Gerichtsversammlung in London ab. Als Bischof wurde er von Nicholas of York unterstützt, der als Offizial sein leitender Beamter und vielleicht sein Neffe war. William widmete sich der Vollendung des Baus der Kathedrale von Salisbury, starb aber vor der abschließenden Weihe. Er wurde im Chorraum der Kathedrale beigesetzt. Vor seinem Tod hatte er seinen Grundbesitz, den er in Eske bei Beverley und in Norton bei Malton erworben hatte, seinem Bruder Sir Nicholas of York vermacht.

Da William in einem Gerichtsverfahren gegen St Albans Abbey entschieden hatte, beurteilte ihn der Chronist Matthew Paris, ein Mönch der Abtei, eher unfreundlich. Dennoch bezeichnete er ihn als fähigsten Richter des Königreichs.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Diana E. Greenway: Bishops. In: Fasti Ecclesiae Anglicanae 1066-1300: Volume 4, Salisbury, London 1991, S. 1-7 (British History Online). Abgerufen am 15. Dezember 2016.
Vorgänger Amt Nachfolger
Robert of Bingham Bischof von Salisbury
1246–1256
Giles of Bridport