Wilstermarsch

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Die Marschen im Unterelbebereich um 1721
Sturmfluthöhen in der Wilstermarsch
Die tiefste Landstelle Deutschlands

Die Wilstermarsch ist eine der vier holsteinischen Elbmarschen und liegt nordöstlich der Elbe zwischen deren Nebenfluss Stör, dem Nord-Ostsee-Kanal und dem Geestrand im Kreis Steinburg.

Siedlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politisch gegliedert ist Wilstermarsch in die Gemeinden des gleichnamigen Amtes Wilstermarsch und die Stadt Wilster, die nicht zum Amtsgebiet gehört, aber dessen Sitz ist.

Zu dem Amt Wilstermarsch gehören unter anderem das Kirchdorf Sankt Margarethen und die Gemeinde Brokdorf, die durch das Kernkraftwerk Brokdorf eine überregionale Bekanntheit erreicht hat.

Landschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 3,54 m unter Normalnull befindet sich bei Neuendorf-Sachsenbande in der Wilstermarsch die tiefstgelegene begehbare Stelle Deutschlands.[1] Durchflossen wird die Marsch von der Wilsterau; entwässert wird sie unter anderem über die Große Feldwettern und die Kampritt Wettern. Wahrzeichen der Wilstermarsch ist die Bockwindmühle in Honigfleth, die früher der Entwässerung diente.

Bodennutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Marschland wird noch überwiegend landwirtschaftlich genutzt, wobei der wichtigste Zweig die Viehhaltung ist, besonders die des Rotbunten Niederungsrindes. Ein bekanntes Produkt ist der Wilstermarschkäse.

Eingeführt wurden die Milchwirtschaft und die Käseproduktion (ähnlich wie in der Krempermarsch und auf Eiderstedt) von niederländischen Siedlern, die Anfang des 12. Jahrhunderts und nochmals im 16. Jahrhundert in die Wilstermarsch kamen. Mit ihrer Erfahrung und Hilfe wurden hunderte von Entwässerungsmühlen gebaut, um das weitgehend unter dem Meeresspiegel liegende Land zu entwässern.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikivoyage: Wilstermarsch – Reiseführer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Graf E. Reventlov: Die Wilster Marsch. Mit acht Abbildungen nach Photographien von Karl Kuskop. In: Vom Fels zum Meer 22. Jg., Bd. 2, 1903, S. 1716–1718.
  • Waldtraut Feldtmann: Das alte Brokdorf, Kommissionsverlag Karl Wachholtz, Neumünster, 1992, ISBN 3 529 027278.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Homepage der tiefsten Landstelle
  2. Homepage der Gesellschaft für schleswig-holsteinische Geschichte