Wjasna

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Wjasna (belarussisch Вясна ‚Frühling‘, russisch Весна Wesna) ist eine Menschenrechtsorganisation aus Belarus mit Sitz in Minsk. Die Organisation wurde 1996 von Ales Bjaljazki gegründet, um politischen Gefangenen und ihren Familien finanzielle und rechtliche Hilfe zukommen zu lassen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wjasna entstand im Rahmen der Massenproteste gegen das Lukaschenka-Regime im Jahr 1996. Am 15. Juni 1999 wurde die Menschenrechtsorganisation offiziell registriert. Die Registrierung wurde ihr aber bereits am 28. Oktober 2003 vom Obersten Gerichtshof von Belarus grundlos entzogen. Seit dem 6. März 2004 ist die Organisation Mitglied der Fédération internationale des ligues des droits de l’Homme.[1]

2005 wurde Wjasna mit dem Homo-Homini-Preis ausgezeichnet. Die Organisation wurde zeitweise verboten und ihr Gründer, Ales Bjaljazki, am 24. November 2011 wegen Steuerhinterziehung zu viereinhalb Jahren Straflager verurteilt. Die Europäische Union und die USA haben das Verfahren als „politische Inszenierung“ kritisiert.[2][3]

Seit 2015 ist sie wieder aktiv und beobachtete unter anderem den Ablauf der Parlaments- und Präsidentschaftswahlen in Belarus. Bei den Protesten 2020 nach den Präsidentschaftswahlen war die Organisation als Beobachterin aktiv.

Im Herbst 2020 wurden Bjaljazki und Wjasna mit dem Right Livelihood Award ausgezeichnet und 2021 wurde Wjasna der Förderpreis des Marion Dönhoff Preises zuerkannt.[4]

Im Zeitraum von September 2020 bis Januar 2021 wurden Wjasna-Aktivisten verhaftet: Marfa Rabkowa, Leanid Sudalenka, Tazzjana Lasiza und Andrej Tschapjuk.[5] Sie wurden als politische Gefangene anerkannt und erhielten den Homo-Homini-Preis für 2020.[6]

Im Juli 2021 wurden Durchsuchungen im Zentrum und in den Räumlichkeiten von Menschenrechtsverteidigern durchgeführt, fast alle Vertreter von Wjasna, die sich zu diesem Zeitpunkt in Belarus aufhielten, darunter auch Ales Bjaljazki, wurden festgenommen.[7][8] Die Aktivisten, die unter dem Vorwurf der Vorbereitung von Unruhen und Steuerhinterziehung verhaftet worden waren, wurden als politische Gefangene anerkannt.[8][7][9]

Im Dezember 2021 stufte ein belarussisches Gericht die sozialen Netzwerke und den Telegram-Kanal der Menschenrechtsorganisation als "extremistisch" ein.[10]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About Viasna
  2. Regime steckt Menschenrechtler vier Jahre ins Straflager, derstandard.at, 24. November 2011.
  3. Dissident verurteilt: Warschau lieferte Minsk Bankdaten, derstandard.at, 25. November 2011.
  4. 20.000 Euro für Gerhart Baum und Wjasna, boersenblatt.net, erschienen und abgerufen am 26. Juli 2021.
  5. The Homo Homini Award for 2020 will be presented to Marfa Rabkova, Andrei Chapiuk, Leanid Sudalenka and Tatsiana Lasitsa (en) Člověk v tísni. 27. April 2021. Archiviert vom Original am 28. Juli 2021. Abgerufen am 28. Juli 2021.
  6. Belarusian Human Rights Defenders Awarded With Homo Homini Prize (en) In: naviny.by. Charta 97. 11. Mai 2021. Archiviert vom Original am 14. Mai 2021. Abgerufen am 28. Juli 2021.
  7. a b Беларусь: Руководителей Правозащитного центра "Весна" держат в СИЗО. Потребуйте от властей освободить их! (ru) Amnesty International. 22. Juli 2021. Abgerufen am 28. Juli 2021.
  8. a b «Нагнятаньне страху і банальная помста». Праваабаронцы камэнтуюць рэпрэсіі апошніх дзён. Radio Free Europe, 16. Juli 2021, abgerufen am 28. Juli 2021 (belarussisch).
  9. Затрыманых праваабаронцаў і актывістаў прызналі палівязнямі (be) Eurapejskaje Radyjo dlja Belarussi. 15. Juli 2021. Archiviert vom Original am 15. Juli 2021. Abgerufen am 28. Juli 2021.
  10. Media of HRC Viasna recognized ‘extremist’. Belsat, 31. Dezember 2021, abgerufen am 1. Januar 2022 (englisch).