Wolfgang Altner

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Wolfgang Altner (* 20. Juli 1930) ist ein deutscher Bauingenieur und Professor für Bautechnologie. Er war Rektor der Technischen Hochschule Leipzig von 1980 bis 1989.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfgang Altner erwarb 1949 das Abitur, studierte von 1949 bis 1955 Bauingenieurwesen und schloss sein Studium auf dem Gebiet der Technologie von Bauprozessen mit einer Diplomarbeit als Diplomingenieur (Dipl.-Ing.) für Bauwesen ab. 1964 promovierte er zum Doktor-Ingenieur (Dr.-Ing.) mit einer Dissertation zu technologischen Fragen der Frostwiderstandsfähigkeit von Zementsteinen.[1] Seine Habilitation (Promotion B) erlangte er 1972 auf dem Gebiet der Betonschnellerhärtung, verbunden mit der Verleihung des akademischen Grades Doctor scientiae technicarum (Dr. sc. techn.)[2], später umgewandelt in Dr.-Ing. habil. Altner war aktives Mitglied der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED).

Altner war langjährig in der Bauindustrie tätig, auch in mehreren leitenden Funktionen, zuletzt bis 1978 als Generaldirektor im Metall- und Leichtbaukombinat Leipzig. Er wurde 1978 als Professor für das Fachgebiet Bautechnologie/Beton an die Technische Hochschule Leipzig (THL), Sektion Technologie der Bauproduktion berufen; die THL wurde damals von deren Gründungsrektor Kurt Fiedler geleitet. Altner wurde zunächst als Prorektor für Wissenschaftsentwicklung und Forschung der Technischen Hochschule eingesetzt. 1980 wurde er als Nachfolger Fiedlers Rektor der THL; er hatte diese Position zwei Wahlperioden zu jeweils 4 Jahren bis 1989 inne.[3] Er wurde auch Mitglied im Beirat für Bauingenieurwesen und Architektur unter Fiedlers Vorsitz beim Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen (MHF). Es folgte seine Berufung zum Mitglied der Deutschen Bauakademie zu Berlin. Er gehörte dem Wissenschaftlichen Rat als Promotionsgremium der Bauakademie an und damit der zentralen wissenschaftlichen Einrichtung für Architektur und Bauwesen in der DDR, die dem Ministerium für Bauwesen unterstand.

Mit Übernahme des Rektorats an der THL begann Altner zugleich, strategische Überlegungen zu entwickeln, die auf den weiteren Ausbau der Technischen Hochschule in Leipzig gerichtet waren. Gemeinsam mit Altrektor Kurt Fiedler arbeitete er langfristig an der Schaffung einer akademischen Lehr- und Forschungseinrichtung für industrielle Technologien, um die Defizite auf diesem Gebiet in der DDR auszugleichen. Parallel zum Ausbau der Bautechnologie sollten die Technologie des Automatisierungsanlagenbaus[4] und die Technologie des Elektroenergieanlagenbaus verstärkt weiterentwickelt werden. In Kooperation mit der Sektion Bauingenieurwesen (Direktor: Wolfgang Wittig; Forschungsdirektor: Stefan Röhling) der TH Leipzig und mit der Deutschen Bauakademie zu Berlin wurden Ende der 1980er Jahre die ersten Absolventen für Automatisierung Bauwesen verabschiedet, zu denen z. B. Dirk Lippik gehörte (heute Referent für Forschung beim Prorektor für Forschung der HTWK Leipzig und amtierender Geschäftsführender Direktor des Forschungs- und Transferzentrums (FTZ) an der HTWK). Hierbei wurde das Bauingenieurwesen als eine Art ‚zentraler Wissenschaft‘ verstanden, die das Elektroingenieurwesen und das Maschineningenieurwesen auf der Plattform Technologie integriert.[5]

Während seines Rektorats widmete sich Altner auch der systematischen Weiterbildung für in der Praxis tätige Hoch- und Fachschulkader, indem er ein fünfzehnmonatiges postgraduales Studium einführte, das die Absolventen ergänzend zu ihrer Berufsbezeichnung als "Fachingenieur" bzw. "Fachökonom" qualifizierte.[6] Außerdem unterstützte er die von Siegfried Altmann, Direktor der Sektion Elektroenergieanlagen, im Jahre 1986 gegründete Technische Schülergesellschaft Elektrotechnik/Elektronik „Spitzenkader von Morgen“.[7][8][9]

Die unmittelbaren Nachfolger von Altner im Rektorenamt waren ab 1989 Dietrich Balzer und ab 1990 Rolf Thiele. Mit Einführung des neuen sächsischen Hochschulgesetzes im Juni 1992 wurde Altner emeritiert. Er wechselte zurück in die Bauwirtschaft und gründete sein eigenes Ingenieurbüro, sein Tätigkeitsbereich umfasste Baustoffe, Beton und Putze. Die sich damals entwickelnde Hochkonjunktur im Sektor Bauwesen in den neuen Bundesländern begünstigte dessen Entstehung sowie einen wirtschaftlichen Betrieb. Diese selbständige Beratertätigkeit als Sachverständiger führte er bis zu seinem Ruhestand aus.

Altner ist Autor bzw. Mitautor von Lehrbüchern, Monografien und Fachartikeln sowie von Beiträgen auf nationalen und internationalen Tagungen und Kongressen.

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Altner lebt mit seiner Ehefrau in Markkleeberg am Stadtrand von Leipzig.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Warenkunde. Teil: Warenkunde Industriewaren. Lehrbrief H. 1, Baustoffe. Karl-Marx-Universität, Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät, Leipzig 1965.
  • mit Werner Reichel: Betonschnellerhärtung. Verlag für Bauwesen, Berlin 1969; 2., verb. u. erw. Auflage. Verlag für Bauwesen, Berlin 1971.
  • Der Rektor der Technischen Hochschule Leipzig (Hrsg.), Ursula Sebastian (Red.): Anforderungen, Erfahrungen und Probleme der Technologie-Forschung an der Technischen Hochschule Leipzig. Beiträge des 4. Interdisziplinären Technologie-Kolloquiums vom 22. Oktober 1980. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule Leipzig 1981, H. 1, 100 Seiten. Verlag Rektor der TH Leipzig 1981.
  • mit Werner Reichel: Betonschnellerhärtung – Grundlagen und Verfahren. 3., vollständig neu gefasste Auflage. Beton-Verlag, Düsseldorf 1981, ISBN 978-3-7640-0147-6; 3., stark bearbeitete Auflage. Verlag für Bauwesen, Berlin 1982.
  • mit Eduard Steiger: Bautechnik. Bibliographisches Institut, Leipzig 1983.
  • Der Rektor der Technischen Hochschule Leipzig (Hrsg.), Ursula Sebastian (Red.): Erste Ökonomische Konferenz der Technischen Hochschule Leipzig (1. ÖKOBAU 1982). Technische Hochschule Leipzig, Wissenschaftliche Zeitschrift, Jg. 7, 1983, H. 3. Verlag Rektor der TH Leipzig 1983.
  • Kurt Fiedler, Friedel Peldschus, Edmundas Zavadskas: Methoden der bautechnologischen Entscheidung. Kolloquium am 12. September 1986 in Leipzig. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule Leipzig 1986, H. 17. Verlag Rektor der TH Leipzig 1986, 56 Seiten.
  • als Bearbeiter: Technologische Prozesse im Bauwesen – Erfahrungen und Erkenntnisse zur effektiven Gestaltung; wissenschaftliche Beiträge von Mitgliedern der Sektion Bautechnologie des Plenums der Bauakademie. Bauakademie der DDR, Bauinformation DDR, Berlin 1987, ISBN 978-3-7441-0065-6.

Herausgabe Wissenschaftlicher Berichte der TH Leipzig als Rektor

  • Beträge zur Wissenschafts- und Hochschulgeschichte. 1982, Heft 16, ISSN 0138-3809
  • Beiträge zur Geschichte von Elektrotechnik und elektrotechnischer Bildung in Leipzig. 1988, Heft 3, ISSN 0138-3809
  • Beitäge zur Geschichte der bautechnischen Bildung in Leipzig. 1988, Heft 4, ISSN 0138-3809

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kurt Fiedler: Grundlagen der Bautechnologie. Verlag für Bauwesen, Berlin 1975, 255 Seiten, 2. Auflage 1977.
  • Kurt Fiedler, Wolfgang Henschel (Hrsg.), Gunther Arnold: Industrielle Vorfertigung von Metallbaukonstruktionen und leichten mehrschichtigen Bauelementen. Verlag für Bauwesen, Berlin 1978, 119 Seiten.
  • Lothar Hiersemann: Jacob Leupold – ein Wegbereiter der technischen Bildung in Leipzig – Ein Beitrag zur Vorgeschichte der Technischen Hochschule Leipzig. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule, Heft 17, Leipzig 1982, ISSN 0138-3809.
  • Lothar Hirsemann: Zur Geschichte der bautechnischen Bildung in Leipzig und ihrer Bedeutung für die Bauingenieurausbildung an der Technischen Hochschule Leipzig. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule, Heft 4, Leipzig 1988, ISSN 0138-3809.
  • Uta Schnabel: Die Architekturabteilung an der Leipziger Kunstakademie von 1764 bis 1838. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule, Heft 4, Leipzig 1988, ISSN 0138-3809.
  • Helmut Gast: Zur Geschichte der technischen Bildungseinrichtungen in Leipzig. Kolloquium „Zur historischen Entwicklung der Technikwissenschaften und der technischen Bildung in Leipzig“ am 27. Oktober 1988. Wissenschaftliche Berichte der Technischen Hochschule, Heft 12, Leipzig 1989.
  • Autorenkollektiv der THL, Leitung und Gesamtredaktion Norbert Kammler, Helmut Gast: Technisches Bildungswesen in Leipzig – von den Anfängen bis zur Gegenwart. Fachbuchverlag, Leipzig 1989.
  • Hubertus Milke, Kerstin Hebestreit, Timo Kretschmer (Hrsg. und Gesamtred.): 50 Jahre Bauhochschulen in Leipzig, Chronik zum 50. Jahrestag der Gründung der Hochschule für Bauwesen Leipzig 1954. Leipzig 2004.
  • Klaus Holschemacher (Hrsg.), Kerstin Hebestreit, Timo Kretschmer, Johanna Panse, Bernd Reichelt (Redaktion): Festschrift – 175 Jahre Baukunst aus Leipzig. Druckhaus, Köthen/Anhalt GmbH & Co. KG 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Altner: Beitrag zur Frostwiderstandsfähigkeit des Zementsteines. Dissertation, Hochschule für Bauwesen Leipzig 1964.
  2. Wolfgang Altner: Stand, Probleme und Entwicklungstendenzen der Betonschnellerhärtung bei Temperaturen bis 100 Grad C. Habilitationsschrift (Dissertation B), Hochschule für Bauwesen Leipzig 1972.
  3. Klaus Holschemacher (Hrsg.), Kerstin Hebestreit, Timo Kretschmer, Johanna Panse, Bernd Reichelt (Redaktion): Festschrift – 175 Jahre Baukunst aus Leipzig. Druckhaus, Köthen/Anhalt GmbH & Co. KG 2013, S. 240/241.
  4. Werner Kriesel, Frank Sokollik, Peter Helm, Ralph Seela: KNX / EIB für die Gebäudesystemtechnik in Wohn- und Zweckbau. 5. Auflage. Hüthig Jehle Rehm Verlag, Heidelberg 2009, ISBN 978-3-7785-4054-1.
  5. Manfred Nietner: Fusion zweier Hochschulen mit technischem Profil. In: Klaus Holschemacher (Hrsg.), Kerstin Hebestreit, Timo Kretschmer, Johanna Panse, Bernd Reichelt (Redaktion): Festschrift – 175 Jahre Baukunst aus Leipzig. Druckhaus, Köthen/Anhalt GmbH & Co. KG 2013, S. 160 bis 169.
  6. Hochschulführer der TH Leipzig, herausgegeben vom Rektor W. Altner, Seite 60/61.
  7. Spitzenkader von Morgen - Begabtenförderung durch Technische Schülergesellschaft an der TH Leipzig. "Die Union"/Leipzig vom 11. November 1986, Seite 6; "Sächsisches Tageblatt" vom 11. November 1986.
  8. Günter Burucker: Als jüngste "Studenten" an der Technischen Hochschule – Aus der Arbeit einer Schülergesellschaft in Leipzig. Neues Deutschland (ND) vom 12./13. März 1988.
  9. Siegfried Altmann: Spitzenkader von Morgen - Talenteförderung durch Technische Schülergesellschaft Elektrotechnik/Elektronik an der TH Leipzig, Sektion Elektroenergieanlagen, Lehrstuhl Grundlagen der Elektrotechnik. ELEKTRIE, Berlin 41(1987), Heft 5, Seite 191/192.