Wolfgang Beurer

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Meister WB, wahrscheinlich Wolfgang Beurer, war ein Maler, Zeichner und Kupferstecher, der um 1500 in Deutschland am Mittelrhein tätig war[1]. Er gilt als der Meister der Mainzer Sebastianslegende, Tafelbilder mit Szenen aus der Sebastianslegende heute im Dom- und Diözesanmuseum (Mainz). Mit diesem Hauptwerk und seinen Kupferstichen und Zeichnungen gilt er als einer der einflussreichsten am Mittelrhein tätigen Maler aus der Zeit der Spätgotik[2]. Seine Wertschätzung in der Kunst seiner Zeit wird dadurch unterstrichen, dass ihn Albrecht Dürer 1492 auf seiner Reise nach Colmar wohl besuchte und eine dann in seinen Besitz gelangte Zeichnung des Meisters als Anregung und Vorlage in eigenen Werken verwendete.

Namensidentifizierung[Bearbeiten]

Eine Reihe von um 1490/1500 mit dem Monogramm „WB“ versehene Zeichnungen und Kupferstiche (heute z.B. in der Hamburger Kunsthalle oder im Nationalmuseum Gdansk) werden dem Meister WB zugeordnet. Darunter befindet sich ein Blatt, das die nachweislich von Albrecht Dürer erstellte Notiz trägt „Dz hat Wolfgang pewrer gemacht / Im 1484 Ior“. Dadurch wurde der Meister WB in neuzeitlicher Namenslesung als Wolfgang Beurer (oder Peurer) identifiziert. Stilistische Vergleiche ordneten ihm dann weiter die Bilder des unter dem Notnamen Meister der Mainzer Sebastianslegende geführten Werke zu.[3]

Mainzer Sebastianslegende[Bearbeiten]

  • Szenen aus der Sebastianslegende, Dommuseum Mainz[4]

Eventuell war die Sebastianslegende eine kurze Zeit in der Sebastianskirche in Oppenheim bei Worms aufgestellt[5],

Weitere Werke als Hausbuchmeister[Bearbeiten]

Wolfgang Beurer wird in der Diskussion unter Kunsthistorikern manchmal auch als Schöpfer der dem Hausbuchmeister zugeordneten Werke angesehen[6][7], eine Identifizierung, die jedoch umstritten bleibt[8][9].

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wolfgang Beurer, Meister WB. In: Allgemeines Künstlerlexikon, Internationale Künstlerdatenbank, K.G. Saur Verlag,.Online aufgerufen Februar 2010
  2. Dommuseum Mainz: Acht Tafeln mit Szenen aus dem Leben des hl. Sebastian (Bildbeschreibung). Online Aufgerufen Februar 2010
  3. vgl. zur Namesidentifizierung und Werksverzeichnis Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen, N.F. 27.1985, S. 35–59
  4. Acht Tafeln mit Szenen aus dem Leben des Heiligen Sebastian
  5. vgl. dazu auch W. Wilhelmy: Oppenheim, Worms und der Meister WB: Neue Forschungen zur Mainzer Sebastianslegende. In: Mainzer Zeitschrift Bd. 96/07 (2001-2002) S. 55–64
  6. V. Michael Strocka: Albrecht Dürer und Wolfgang Peurer. In: M. Gosebruch und L. Dittmann (Hrsg.): Argo : Festschrift für Kurt Badt DuMont Schauberg, Köln :1970, S. 249–260
  7. so auch Hutchison
  8. Fedja Anzelewsky: Eine Gruppe von Malern und Zeichnern aus Dürers Jugendjahren. In: Jahrbuch der Berliner Museen, N.F. 27.1985, S. 35–59
  9. B. Brinkmann: Ein unbekanntes Werk Wolfgang Beurers, des Meisters WB. In: Städel-Jahrbuch 15/1995, S. 145–174