Wolframtellurid

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Kristallstruktur
Kristallstruktur von Wolframtellurid
Allgemeines
Name Wolframtellurid
Andere Namen
  • Wolframditellurid
  • Wolfram(IV)-tellurid
Verhältnisformel WTe2
Kurzbeschreibung

grauer Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 12067-76-4
EG-Nummer 235-086-0
ECHA-InfoCard 100.031.884
PubChem 82913
Wikidata Q4119676
Eigenschaften
Molare Masse 439,04 g·mol−1
Aggregatzustand

fest[2]

Dichte

9,49 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

972 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit
  • praktisch unlöslich in Wasser, Ammoniak, Salzsäure und Schwefelsäure[2]
  • Zersetzung in Salpetersäure[2]
Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
keine Einstufung verfügbar
H- und P-Sätze H: siehe oben
P: siehe oben
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Wolframtellurid ist eine anorganische chemische Verbindung des Wolframs aus der Gruppe der Telluride und Dichalkogenide.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolframtellurid kann durch Reaktion von Wolfram mit Tellur im Vakuum bei 800 °C gewonnen werden.[4]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolframtellurid ist ein grauer Feststoff,[1] der praktisch unlöslich in Wasser ist. Bei Erwärmung beginnt er ab etwa 650 °C mit Sauerstoff zu reagieren und im Vakuum zersetzt er sich ab etwa 600 °C.[2] Er besitzt eine orthorhombische Kristallstruktur mit der Raumgruppe Pmn21 (Raumgruppen-Nr. 31)Vorlage:Raumgruppe/31.[5] Das Material besitzt eine Schichtstruktur.[6] In Wolframtellurid konnte 2014 das Vorhandensein eines Riesenmagnetowiderstand bei tiefen Temperaturen und 2015 die Existenz der Quasiteilchen vom Typ der Weyl-Fermionen nachgewiesen werden.[7][8]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolframtellurid wird in der Halbleiterindustrie verwendet.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b William M. Haynes: CRC Handbook of Chemistry and Physics, 94th Edition. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4665-7115-0, S. 97 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. a b c d e f Erik Lassner, Wolf-Dieter Schubert: Tungsten Properties, Chemistry, Technology of the Element, Alloys, and Chemical Compounds. Springer Science & Business Media, 2012, ISBN 978-1-4615-4907-9, S. 167 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Diese Substanz wurde in Bezug auf ihre Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.
  4. Jane E. Callanan, G.A. Hope, Ron D. Weir, Edgar F. Westrum: Thermodynamic properties of tungsten ditelluride (WTe2) I. The preparation and lowtemperature heat capacity at temperatures from 6 K to 326 K. In: The Journal of Chemical Thermodynamics. 24, 1992, S. 627, doi:10.1016/S0021-9614(05)80034-5.
  5. B. E. Brown: The crystal structures of WTe2 and high-temperature MoTe2. In: Acta Crystallographica. 20, 1966, S. 268, doi:10.1107/S0365110X66000513.
  6. Chia-Hui Lee, Eduardo Cruz Silva, Lazaro Calderin, Minh An T. Nguyen, Matthew J. Hollander, Brian Bersch, Thomas E. Mallouk, Joshua A. Robinson: Tungsten Ditelluride: a layered semimetal. In: Scientific Reports. 5, 2015, S. 10013, doi:10.1038/srep10013.
  7. Mazhar N. Ali, Jun Xiong, Steven Flynn, Jing Tao, Quinn D. Gibson, Leslie M. Schoop, Tian Liang, Neel Haldolaarachchige, Max Hirschberger, N. P. Ong, R. J. Cava: Large, non-saturating magnetoresistance in WTe2. In: Nature. 2014, doi:10.1038/nature13763.
  8. Spektrum der Wissenschaft: Typ-2-Weyl-Fermionen: Neues aus der Teilchenvorhersage, abgerufen am 5. Juni 2016.
  9. Dale L. Perry: Handbook of Inorganic Compounds, Second Edition. CRC Press, 2016, ISBN 978-1-4398-1462-8, S. 442 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).