Wolfzahnau

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Wolfzahnau

IUCN-Kategorie V − Protected Landscape/Seascape

Der heutige Zusammenfluss von Wertach (links) und Lech (rechts) an der Wolfzahnau

Der heutige Zusammenfluss von Wertach (links) und Lech (rechts) an der Wolfzahnau

Lage Augsburg, Schwaben, Bayern, Deutschland
Fläche 74,14 ha
Kennung LSG-00525.01
WDPA-ID 396058
Geographische Lage 48° 24′ N, 10° 53′ OKoordinaten: 48° 23′ 50″ N, 10° 53′ 22″ O
Markierung
Wolfzahnau (grünes Dreieck an der Lech-Wertach-Mündung)
Einrichtungsdatum 30. Juli 1998

Die Wolfzahnau ist ein Landschaftsschutzgebiet im Norden von Augsburg. Es umfasst 76 Hektar.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Wolfzahnau liegt im nördlichen Augsburger Stadtgebiet im Stadtbezirk Augsburg-Rechts der Wertach zwischen den Stadtteilen Oberhausen und Firnhaberau. Sie wird von beiden Seiten von den zwei größten Flüssen Augsburgs, der Wertach und dem Lech, eingegrenzt. Im nördlichen Ende der Wolfzahnau mündet die Wertach in den Lech. Der Bereich östlich der Wertach wird durch den Auslaufkanal (39 m³/s) begrenzt, welcher durch den Zusammenfluss von Stadtbach und Proviantbach entsteht. Dieser Teil ist daher nicht zugänglich. Das Landschaftsgebiet ist hauptsächlich von Auwäldern bedeckt, welche früher weite Teile des Lech- und Wertachufers beherrschten.

Die Verordnung der Stadt Augsburg vom 30. Juli 1998 benennt die Schutzzone als „die Landzunge im Zusammenfluss von Lech und Wertach mit dem von Stadtbach und Proviantbach durchflossenen urwaldähnlichen Auwald einschließlich des Flussbettes des Lechs mit seinen Kiesflächen …“

Namensherkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Namensteil „Wolfzahn“ entstand durch die Form des spitz zulaufenden Mündungsgebiets bis zum Zusammenfluss von Lech und Wertach. Die Umrisse des Gebietes erinnern an den Zahn eines Wolfes. Möglich ist aber auch, dass es sich um einen abgewandelten alten Flurnamen handelt. Der Zusatz „Au“ bezieht sich auf die Flussaue.

Der Name „Wolfzahn“ wurde zunächst von einer Gaststätte verwendet. Am 29. März 1879 beschloss dann der Augsburger Magistrat, die Einöde nach dem darauf befindlichen Gasthof „zum Wolfzahn“ in Wolfzahnau umzubenennen. Dies erfolgte am 10. Mai 1879.

Eine weitere Deutung der Namensherkunft beruht darauf, dass Linguisten der Renaissance das lateinische Wort „Licus“ für „Lech“ auf das altgriechische Wort „Lykos“ zurückführten. „Lykos“ bedeutet als Substantiv „Wolf“, als Adjektiv „wild, reissend“. Deswegen auch das Wolfsfell als Attribut am „Lech“ des Augustusbrunnens. So wurde der Zusammenfluss von Lech und Wertach als Wolfzahn benannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hydrographische Charte von Augsburg und seinen Umgebungen, 1849. Die Wolfzahnau ist als „Schinderinsel“ eingezeichnet.

Die Wolfzahnau gehörte lange zum bayerischen Lechhausen, das bis zur Eingemeindung 1913 eigenständig war. Am 18. März 1854 wurde das bewaldete Gebiet dem Hoheitsgebiet der Stadt Augsburg zugeschlagen.

In der Wolfzahnau befand sich über einen langen Zeitraum ein „Schinder“ (Abdecker).

Im Jahr 1881 plante die Stadt Augsburg, auf der Fläche der Wolfzahnau einen Waldfriedhof oder Zentralfriedhof zu errichten. Stadtbaurat Ludwig Seybold legte 1884 detaillierte Pläne vor. Die Ausführung hätte große Eingriffe in die Landschaft mit sich gebracht, z. B. eine Begradigung des Lechlaufs. Aufgrund von Naturschutz-Bedenken wurde der Friedhof schließlich nicht gebaut.

Am 29. Mai 1923 tauschte die Stadt Augsburg das Gelände gegen Ersatzflächen auf der Ostseite des Lechs mit der Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg (MAN). Heutige Eigentümer sind die MAN und die Augsburger Localbahn.

1970 sollte die Berliner Allee durch die Wolfzahnau vierstreifig zur Donauwörtherstraße verlängert werden, das Vorhaben wurde jedoch nicht umgesetzt.

Jahrzehntelange Planungen, aus dem Gebiet einen öffentlichen Park zu gestalten, wurden bisher nicht realisiert. Auch gab es des Öfteren Planungen von Industriebetrieben, die Wolfzahnau abzuholzen, um dort zu bauen. Das größte Interesse daran hatte die am Südrand der Wolfzahnau gelegene MAN.

Wasserkraftwerk Wolfzahnau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wasserkraftwerk Wolfzahnau
Hauptartikel: Wasserkraftwerk Wolfzahnau

Sämtliche Lech-Kanäle Augsburgs vereinigen sich zum Ende hin in einem einzigen breiten Kanal, der zu einem 1902 erbauten, unter Denkmalschutz stehenden Wasserkraftwerk führt.

Kraftwerk Wolfzahnauwehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wolfzahnauwehr mit Turbinenhaus, Fischtreppe und Wehr

Im vereinigten Stadt- und Proviantbach fließen bis zu 35.000 Liter Wasser pro Sekunde. Dies ist etwa dieselbe Wassermenge wie die, welche im Lech neben dem Kraftwerk vorbeifließt. 2007 wurde der Bau eines zweiten Wasserkraftwerks, diesmal am Wolfzahnauwehr am Lech, beschlossen, welches 2009 bis Mai 2010 auf der östlichen Flussseite zusammen mit einer Fischtreppe errichtet wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]