Young Fathers

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Young Fathers
Young Fathers live am 27. April 2014
Young Fathers live am 27. April 2014
Allgemeine Informationen
Herkunft Edinburgh, Schottland
Genre(s) Hip-Hop, Pop
Gründung 2008
Website www.young-fathers.com
Aktuelle Besetzung
Rap, Gesang
Alloysious Massaquoi
Rap, Gesang
Kayus Bankole
Rap, Gesang
„G“ Hastings

Young Fathers sind eine Hip-Hop- und Pop-Gruppe aus Edinburgh, Schottland. 2014 gewannen sie den Mercury Music Prize für ihr Debütalbum Dead.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Young Fathers“ wurde 2008 erstmals verwendet und wurde gewählt, da alle drei Mitglieder den Namen ihres Vaters tragen.

Die Mitglieder der Gruppe sind „G“ Hastings aus Edinburgh, Alloysious Massaquoi, ursprünglich aus Liberia, und Kayus Bankole, der in Edinburgh geboren wurde und in Maryland in den USA aufwuchs. Bei Live-Shows treten zusätzlich Steven Morrison (soonbe) am Schlagzeug und gelegentlich der Gastsänger Lauren Holt (LAWholt) auf.

Die Gruppe wurde unter dem Namen „Three-Style“ gegründet, nachdem sie sich die Mitglieder bei einer Unter-16-Hip-Hop-Veranstaltung im Bongo Club in Edinburgh im Alter von 14 Jahren getroffen hatten. Sie fingen bald danach an, Texte zu schreiben und Lieder aufzunehmen, ursprünglich auf einer alten Karaoke-Maschine, die an einen Kassettenrekorder angeschlossen war.[1]

Nach mehreren Namensänderungen über mehrere Jahre und nach dem Treffen mit einer lokalen Produktionsfirma einigten sie sich auf den Namen Young Fathers und nahmen ihr erstes Album mit dem Produzenten Tim Brinkhurst (alias London) auf.[2] Die Aufnahmen beinhalteten ihre erste Single, Straight Back on It, die 2009 veröffentlicht wurde. Die Single brachte ihnen einige TV- und Festivalauftritte ein. Zusätzlich wurden sie auf BBC Radio gespielt und konnten schließlich als Support von Simian Mobile Disco und Esser im Vereinigten Königreich auf Tour gehen.

2011 entschieden sie sich für eine radikale Änderung, trennten sich von der lokalen Produktionsfirma und nahmen ihr Schicksal selbst in die Hand. Innerhalb einer Woche nahmen sie das Mixtape TAPE ONE auf, dazu nahmen sie pro Tag ein Lied auf. Bereits nach zwei Wochen stand es zum Download bereit.[3] Kurz danach nahmen sie TAPE TWO in einer ähnlichen Weise auf. Das Hip-Hop-Label Anticon aus Los Angeles entdeckte sie und bot ihnen einen Deal an. 2013 wurden die beiden Aufnahmen mit einem Plattenvertrag offiziell über Anticon veröffentlicht.[4]

Die Gruppe spielte währenddessen immer wieder auf Tour und erarbeiteten sich langsam einen Ruf als starker Live Act. Sie spielten an verschiedenen Orten in ganz Europa und hatten ihr US-Debüt am SXSW in Austin, Texas, im März 2013.

2014 wurde TAPE TWO als „Scottish Album of the Year“ beim SAY Award[2] ausgezeichnet. Danach nahmen sie ihr erstes komplettes Album Dead auf, das zu der Zeit über Anticon in den USA und über Big Dada im Vereinigten Königreich und Europa veröffentlicht wurde. Das Album Dead bekam vorwiegend gute Kritiken und erzielte einen Metacritic Score von 83 von 100.[5] Es wurde von der Stimmung der Musik unter anderem mit frühen Werken von Massive Attack verglichen.[6] Dieses Album wurde mit dem Mercury Music Prize als bestes Album 2014 ausgezeichnet. Sie gewannen als Außenseiter und lösten eine kleine Kontroverse aus, weil sie sich nicht äußerlich über den Preis freuten und es ablehnten weiter mit der Presse, die über den Abend berichtete, über den Preis zu sprechen.[7] Dead erreichte Platz 35 in den UK Charts und Platz 1 in den Independent UK Album Charts.

Sofort nach dem Gewinn des Mercury Prize reisten sie nach Berlin, wo sie ein neues Album in einem Keller in einem Gebäude in der Nähe eines Bahnhofs aufnehmen wollten. Kurze Zeit später kehrten sie nach Edinburgh in ihr bekanntes Studio im Keller zurück, wo sie die meisten Lieder aufnahmen.[8] Um die Arbeit an dem neuen Album abzuschließen, spielten sie Ende 2014 in ihrer Heimatstadt am „Edinburgh’s Hogmanay New Year’s Eve Festival“ vor mehreren tausend Leuten. Young Fathers hatten über 140 Auftritte im Jahr 2014. Sie tourten im Vereinigten Königreich und an vielen Orten in Europa und spielten für sechs Wochen in den USA.

2015 wurde ihr zweites Album veröffentlicht, das sie 2014 an mehreren verschiedenen Orten aufgenommen haben. Das Album lässt sich nicht in eine konkrete Musikrichtung einordnen, es wurden aber eher Strömungen der europäischen Musik, wie Krautrock, Elektropop oder Avant-Rock, als amerikanischer Hip-Hop wiedererkannt.[9][10] 2016 gingen sie auf Tour mit Massive Attack.

2017 sagte die Band eine Teilnahme beim Pop-Kultur-Festival in Berlin ab, da das Event angeblich von Israel mitfinanziert sei. Tatsächlich hatte Israel lediglich israelischen Künstlern einen Reisekostenzuschuss von 500 EUR gewährt.[11] Wegen ihrer Unterstützung der Kampagne Boycott, Divestment and Sanctions wurde die Band zunächst von der Ruhrtriennale 2018 ausgeladen. Intendantin Stefanie Carp nahm die Ausladung jedoch zurück, weil die Band ihrer Ansicht nach in Interviews glaubhaft gemacht habe, dass sie Antisemitismus in jeder Form ablehne.[12] Anschließend sagte die Band selbst das für den 18. August 2018 in Bochum vereinbarte Konzert ab.[13]

Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alloysious Massaquoi wurde in Liberia geboren und zog im Alter von vier Jahren nach Edinburgh, wo er die Boroughmuir High School besuchte.
  • Kayus Bankole wurde in Edinburgh geboren, als Sohn von Eltern aus Nigeria. Er verbrachte mehrere Jahre in Maryland und in Nigeria, bevor er nach Edinburgh, die Stadt in der er aufwuchs, zurückkehrte. Er besuchte ebenfalls die Boroughmuir High School, wo er sich mit Alloysious Massaquoi befreundete.[14]
  • „G“ Hastings wurde in Edinburgh geboren und wuchs im Norden von Edinburgh im Stadtteil Drylaw auf.[15]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Anmerkungen Chartplatzierungen
UK CH[16]
Dead 35
White Men Are Black Men Too
  • Veröffentlicht: 6. April 2015
  • Label: Big Dada
41[17]
Cocoa Sugar
  • Veröffentlicht: 9. März 2018
  • Label: Ninja Tune
28 89

EPs[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Anmerkungen
Tape One
  • Veröffentlicht: November 2011
  • Label: Anticon
Tape Two
  • Veröffentlicht: 11. Juni 2013
  • Label: Anticon

Singles[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Titel Jahr Album
Straight Back on It 2008 Non-Album Single
Automatic / Dancing Mantaray 2010
Fevers Worse
The Guide 2013
Low Dead
Get Up 2014
Soon Come Soon Non-Album Single
Rain or Shine 2015 White Men Are Black Men Too
Shame

Remixes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Girlfriend (Young Fathers Remix) von Phoenix in Wolfgang Amadeus Phoenix (Remix Collection) (2009)
  • Nicotine Love (StraightFace Remix) von Tricky (2014)

Musikvideos[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste von Musikvideos mit Jahr der Veröffentlichung und Album
Titel Jahr Album
Deadline 2012 Tape One
Rumbling
Sister
Romance 2013
The Guide -
I Heard Tape Two
Queen Is Dead
Low Dead
Get Up 2014
Shame 2015 White Men Are Black Men Too
Old Rock n Roll

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Tim Jonze: Glastonbury 2014: Young Fathers – 'There are no rules!'. In: The Guardian, 26. Juni 2014. Abgerufen im 22. Januar 2015. 
  2. a b Didcock Barry: SAY Award winners Young Fathers talk friendship, hip hop and civil war. In: The Herald, 20. Juni 2014. Abgerufen im 22. Januar 2015. 
  3. Mike Diver: Young Fathers Tape One Review. In: BBC Music. 2013. Abgerufen im 26. Januar 2015.
  4. Young Fathers. In: Anticon. 2015. Abgerufen im 4. Februar 2015.
  5. Critic Reviews for Dead – Metacritic. In: Metacritic. Abgerufen am 13. November 2014.
  6. Young Fathers: Dead - Review. In: The Guardian, 30. Januar 2014. Abgerufen im 30. Mai 2016. 
  7. Tim Jonze: Young Fathers: ‘Winning the Mercury doesn’t tell us anything we didn’t already know’. In: The Guardian, 30. Oktober 2014. Abgerufen im 26. Januar 2015. 
  8. Young Fathers. Abgerufen im 30. Mai 2016.
  9. Andy Gill: Young Fathers, White Men Are Black Men Too - album review: A joyous mash-up that crosses the cultural divide. In: The Independent. 3. April 2015. Abgerufen am 5. April 2015.
  10. Natalie Brunner: Young Fathers: "White Men Are Black Men Too". 13. April 2015. Abgerufen im 30. Mai 2016.
  11. Anti-Israel-Kampagne -Grütters kritisiert Boykott-Aufruf gegen Pop-Festival, SPON vom 23. August 2017
  12. Ruhrtriennale lädt Young Fathers trotz Antisemitismus-Vorwürfen wieder ein, Tagesspiegel, 22. Juni 2018
  13. Robert Tholl: Lasst die Kunst in Ruhe, in: Süddeutsche Zeitung, 4. August 2018, S. 15
  14. Gina Davidson: Young Fathers take on the world after Mercury win. In: Edinburgh Evening News, 31. Oktober 2014. Abgerufen im 4. Februar 2015. 
  15. Amber Bravo: Young Fathers "Deadline" MP3. In: The Fader. 28. September 2012. Abgerufen im 4. Februar 2015.
  16. Diskografie Young Fathers. In: hitparade.ch. Hung Medien. Abgerufen im 28. März 2018.
  17. White Men Are Black Men Too. In: Official Charts Company. Abgerufen im 28. Juni 2015.