Zeit-Stiftung

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ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius
Logo der Zeit-Stiftung
Rechtsform gemeinnützige Stiftung
Gründer Gerd Bucerius
Gründung 1971
Sitz Hamburg
Personen

Michael Göring (Vorstandsvorsitzender)
Manfred Lahnstein (Kuratoriumsvorsitzender)

Aktionsraum weltweit
Schwerpunkt Wissenschaft, Kultur und Bildung
Budget 22,3 Mio. Euro (2014)
Stiftungsvermögen 765 Mio. Euro (2014)
Freiwillige 0
Angestellte 32
Motto Wissen fördern – Kultur bereichern – Kompetenzen stärken
Website www.zeit-stiftung.de

Die gemeinnützige Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Eigenschreibweise ZEIT-Stiftung) mit Sitz in Hamburg fördert Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur sowie Bildung und Erziehung. Sie wurde 1971 von Gerd Bucerius (1906–1995) errichtet und trägt den Namen des Stifters, den Titel der von ihm mitgegründeten Wochenzeitung Die Zeit und mit Ebelin den Spitznamen seiner zweiten Frau, Gertrud Ebel (1911–1997).

Frühe Förderungen des Stifters[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erste Förderungen in den 1970er Jahren galten jungen Journalisten, die mit dem Zeit Fellowship an der Harvard University in Cambridge in den USA arbeiten konnten. Gerd Bucerius engagierte sich in den 1980er Jahren für den stärkeren Wettbewerb im deutschen Hochschulwesen und unterstützte die private Universität Witten/Herdecke mit erheblichen Mitteln. Für die Stärkung der Hamburger Literaturszene erwarb die Stiftung eine Villa an der Außenalster und stellt der Stadt und dem Literaturhaus-Verein das 1989 eröffnete Literaturhaus Hamburg seitdem mietfrei zur Verfügung. In den 1990er Jahren verstärkte die Stiftung ihre Aktivitäten im Wissenschaftsbereich und legte mit dem Gerd Bucerius-Juraprogramm ein Stipendienprogramm für Nachwuchsjuristen auf. Bis zum Tod von Gerd Bucerius hat die Stiftung 90 Einzelvorhaben mit insgesamt 15 Millionen Euro gefördert. Mit dem Tod des Stifters 1995 und seiner Frau 1997 ging das gesamte Privatvermögen des Ehepaars in die Stiftung über. In den letzten zehn Jahren hat die Stiftung Fördermittel in Höhe von mehr als 154 Millionen Euro aufgewendet. (Stand Ende 2014).

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organe der Zeit-Stiftung bestehen aus dem Vorstand und dem Kuratorium. Nach dem Tod des Stifters wurde Michael Göring 1997 zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied bestellt, seit 2005 ist er Vorstandsvorsitzender, Michael Berndt seit 2010 Finanzvorstand. Kuratoriumsvorsitzender ist seit 1995 Manfred Lahnstein.

Leitbild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Tradition ihres Stifters Gerd Bucerius sieht sich die Zeit-Stiftung als Teil und Förderer einer liberal-weltoffenen Zivilgesellschaft mit ihren vielfältigen Herausforderungen der Gegenwart und Zukunft. Die Zeit-Stiftung verwirklicht ihre Ziele durch Projekte und eigene Einrichtungen, fördert jedoch gleichermaßen Menschen und Organisationen, die Impulse in Wissenschaft, Kultur und Bildung setzen. Die Stiftung weckt kreative Energien, ergebnisoffen und experimentell, sie bewahrt und erhält ebenso kulturelle Güter. Sie unterstützt begabte und motivierte, insbesondere junge Menschen, kosmopolitisch weiter zu denken, sich interkulturell auszutauschen und nachhaltige Bande zu schließen. Die Zeit-Stiftung beteiligt sich am unabhängigen Diskurs zu Fragen in Politik, Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft und sucht dabei interdisziplinäre Lösungsansätze für lokale wie globale Herausforderungen.

Förderbedingungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zeit-Stiftung konzentriert ihre Förderungen auf von ihr selbst initiierte Vorhaben. Darüber hinaus fördert sie Projekte von Antragstellern in Hamburg, in Deutschland und international, sofern die Vorhaben ihrer Satzung und ihrem Förderprofil entsprechen. Im Jahr 2013 standen als Erträge aus dem Stiftungsvermögen insgesamt rund 22,3 Millionen Euro zur Verfügung. Als eine der größten privat errichteten deutschen Stiftungen mit einem Stiftungskapital von 765 Millionen Euro (Ende 2014) gründet die Zeit-Stiftung auch eigene Einrichtungen. Große Teile des Jahresbudgets werden dabei für die selbstständigen Institutionen Bucerius Law School und Bucerius Kunst Forum aufgewandt.

Wissenschaft und Forschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bucerius Law School in Hamburg ist eine seit 2000 von der Zeit-Stiftung initiierte und getragene private Hochschule für Rechtswissenschaft. Über dieses Engagement hinaus fördert die Zeit-Stiftung den begabten, international und interdisziplinär tätigen wissenschaftlichen Nachwuchs. Sie unterstützt Projekte im Bereich der Geistes- und Sozialwissenschaften und konzentriert sich dabei vor allem auf die Hansestadt und auf Haifa, Israel.

Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das eigene seit 2002 bestehende Ausstellungshaus, das Bucerius Kunst Forum, engagiert sich die Stiftung für Hamburger Museen und die Erschließung und Präsentation ihrer Bestände. Sie fördert die Vielfalt kultureller Ausdrucks- und Präsentationsformen in Musik, Literatur und Theater. Die Denkmalpflege hat einen hohen Stellenwert, damit kulturell wertvolle Stätten insbesondere in Ostdeutschland erhalten bleiben.

Bildung und Erziehung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bildungsübergänge chancengerecht zu gestalten gehört zu den zentralen Zielen der Stiftung. Sie achtet dabei besonders auf den Bildungsübergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule. Außerdem bietet sie Jugendlichen kulturelles und sportliches Miteinander beim HipHop und beim Coolnesstraining.

Politik und Gesellschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung regt öffentliche Debatten zu aktuellen Fragen an und befördert die Auseinandersetzung über strittige politische und gesellschaftliche Themen. Sie vernetzt junge Führungskräfte bei der Bucerius Summer School sowie einer weiteren internationalen Konferenz, die sich mit globalen Herausforderungen befassen. Ihr journalistisches Engagement zielt auf Osteuropa und die dort stark erschwerte unabhängige Medienarbeit.

Initiative.vernetzt#[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der digitalen Revolution gehen vielfältige Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und sozialem Gefüge einher. Um die Folgen der Umwälzungen begreifbar zu machen, vor allem aber deren Konsequenzen mit Akteuren und Betroffenen zu diskutieren, initiiert und realisiert die Stiftung Konferenzen und andere Debattenformen.

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die eigene Buchreihe Hamburger Köpfe porträtiert prägende Hamburger Persönlichkeiten, wie zuletzt Gyula Trebitsch. Sie erscheint im Ellert & Richter Verlag. Die Bucerius Law School und das Bucerius Kunst Forum haben eigene Publikationsreihen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]