Zdeňka Hledíková

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Zdeňka Hledíková (* 23. Oktober 1938 in Prag) ist eine tschechische Historikerin, Mediävistin, Archivarin, Kodikologin und Paläographin. Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Kirchengeschichte Böhmens im 14. und 15. Jahrhundert.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zdeňka Hledíková studierte von 1955 bis 1960 Archivkunde an der Karlsuniversität Prag. Da ihr aus politischen Gründen eine Universitätslaufbahn verwehrt wurde, arbeitete sie zunächst als Archivarin an Staatlichen Archiven in Pilsen und Mnichovo Hradiště und danach am Tschechoslowakischen Filmarchiv in Prag. Im Vorfeld des Prager Frühlings durfte sie 1965 eine Tätigkeit als Sekretärin an der Karlsuniversität aufnehmen. Nachfolgend war sie in verschiedenen Positionen an der Fakultät für Philosophie tätig. Nach der Promotion 1967 arbeitete sie bis 1991 als wissenschaftliche Assistentin an der Fakultät für Geschichte. Erst nach der politischen Wende 1991 durfte sie habitilieren. Fünf Jahre später erhielt sie den Lehrstuhl für Historische Hilfswissenschaften an der Karlsuniversität.

Ihr Arbeitsschwerpunkt ist die Geschichte des Bistums bzw. Erzbistums Prag und seiner Suffragane sowie der Bischöfe und Erzbischöfe im 14. und 15. Jahrhundert, unter ihnen vor allem Johann IV. von Dražice und Ernst von Pardubitz. Von 1993 bis 2009 leitete sie das Tschechische Historische Institut in Rom (Český historický ústav v Římě), dem sie weiterhin als Mitglied angehört.[1] Seit 1998 ist sie Mitglied der Internationalen Kommission für Paläographie.

Im Jahre 2010 wurde ihr als erster Tschechin der päpstliche Gregoriusorden verliehen.[2] 2012 wurde sie mit dem Milada-Prausová-Preis geehrt.[3] Aus Anlass ihres 70. Geburtstags 2008 wurde ihr der Band „Facta probant homines: sborník příspěvků k životnímu jubileu prof. dr. Zdeňky Hledíkové“ gewidmet. Dort findet sich auf den Seiten 571 bis 583 eine Bibliografie ihrer Veröffentlichungen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Počátky avignonského papežství a české země, 2013[4]
  • Svět české středověké církve, 2010
  • Arnošt z Pardubic: arcibiskup, zakladatel, rádce, 2008
  • Dějiny správy v českých zemích: od počátků státu po současnost, 2005
  • Monumenta Vaticana res gestas Bohemicas illustrantia – tomus prodromus, 2003
  • zusammen mit Jaroslav V. Polc: Pražské koncily a synody předhusitské doby, 2002
  • zusammen mit Jana Zachová: Život Arnošta z Pardubic podle Valentina Krautwalda [Das Leben des Ernst von Pardubitz erzählt von Valentin Krautwald], 1997
  • Pražské arcibiskupství: 1344 - 1994; sborník statí o jeho působení a významu v české zemi, 1994
  • Raccolta praghese di scritti di Luca Fieschi, 1985
  • Uřad generálních vikázřů pražského arcibiskupa v dobe předhusitské: ze správních dějin pražské arcidiecéze, 1971
  • (Erz-) Bistum Prag (tschech. Praha). In: Erwin Gatz: Die Bistümer des Heiligen Römischen Reiches bis zur Säkularisation. S. 574–587

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Miloslav kardinál Vlk: Malá vzpomínka na prof. dr. Zdeňku Hledíkovou. In: Facta probant homines: sborník příspěvků k životnímu jubileu prof. dr. Zdeňky Hledíkové, S. 15–17
  • Karol Bílek: Milá paní profesorko: ebenda, S. 19f.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Český historický ústav v Římě
  2. Verleihung des päpstlichen Gregoriusordens (mit Foto)
  3. Verleihung Milada-Prausová-Preis (tschechisch)
  4. Rezension (tschechisch)