Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung

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Die Stiftung Zentrum für Türkeistudien und Integrationsforschung ist eine Landesstiftung des Landes Nordrhein-Westfalen mit Sitz in Essen.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Institut wurde 1985 als Modellprojekt gegründet. 1991 wurde es zum Verein Zentrum für Türkeistudien e. V. umgewandelt und seit 2001 ist es eine Landesstiftung (Stiftung Zentrum für Türkeistudien).[1] Seit 1999 hat das Institut eine Außenstelle in Berlin und seit 2001 einen Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC).[2]

Von der Gründung der Stiftung im Jahr 1985 bis zu seiner Vertragsaufhebung im Jahr 2008 wurde sie von Faruk Şen geleitet. Şen wurde vom Stiftungsvorstand und dem damaligen Kuratoriumsvorsitzenden und ehemaligen Landesminister Armin Laschet kritisiert, weil er die Situation der in Europa lebenden Türken in einem Beitrag der zur Doğan Yayın Holding gehörenden türkischen Tageszeitung Referans im Mai 2008[3] mit der Judenverfolgung in der Zeit des Nationalsozialismus verglichen hatte.[4] Daraufhin hatte der Vorstand im Juni 2008 die Entlassung Şens beschlossen.[5] Şen gab die Position im gegenseitigen Einvernehmen mit dem Land Nordrhein-Westfalen zum Jahresende 2008 auf.[6]

Vorsitzender des Kuratoriums ist der Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Guntram Schneider.[7]

Im März 2010 wurde Hacı-Halil Uslucan zum Leiter der Stiftung berufen. Es wurde beschlossen, das Institut in Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung umzubenennen. Durch die vertragliche Anbindung des Instituts an die Universität Duisburg-Essen, an der Uslucan eine Professur für Moderne Türkeistudien in der Fakultät für Geisteswissenschaften innehat, sollte eine inhaltliche und organisatorische Neuausrichtung erfolgen.[8][9]

Im Jahre 2016 geriet die Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung erneut in die Schlagzeilen, als dessen Geschäftsführer von der Arbeit freigestellt wurde. Er hatte seinem Namen ein „Dr.“ vorgestellt, obwohl er nicht berechtigt war, diesen Titel zu führen.[10]

Aufgaben und Studienthemen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Aufgaben des Zentrums für Türkeistudien gehört das Erstellen von wirtschafts- und sozialwissenschaftlichen Studien, Expertisen und Berichten, die Organisation von Fachtagungen und Kongressen sowie das Erstellen von Berichten über wissenschaftliche und politische Entwicklungen, soweit sie die ausländerpolitischen Interessen der Bundesrepublik Deutschland berühren. Schwerpunkte sind dabei die sozio-ökonomischen und politischen Entwicklungen in der Türkei, in Mittelasien und auf dem Balkan, außenwirtschaftliche und politische Beziehungen der Türkei zu den Nachbarstaaten und der Europäischen Union sowie allgemeine Migrationsforschung in Deutschland und anderen europäischen Staaten.

Regelmäßige Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Materialien und Berichte
  • Migrationsbericht
  • Studien & Arbeiten
  • Türkei-Jahrbuch
  • Wissenschaftliche Schriftenreihe
  • Working-Paper
  • ZfT-aktuell
  • Zeitschrift für Türkeistudien (ZFTS)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Erste Sitzung des neuen Kuratoriums der Stiftung Zentrum für Türkeistudien: Dr. Fritz Schaumann neuer Vorsitzender des Stiftungsvorstandes NRW Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration am 8. Dezember 2006
  2. Center for Studies on Turkey Beraterstatus II / "special consultative status" seit 2001, Wirtschafts- und Sozialrat der Vereinten Nationen (ECOSOC)
  3. Faruk Şen: Die neuen Juden Europas, Leitartikel in der türkischen Zeitung Referans vom 19. Mai 2008
  4. Streit um Türken-Juden-Vergleich Zentralrat verteidigt Faruk Sen Süddeutsche.de, 30. Juni 2008
  5. Türkeistudien-Zentrum: Sen fliegt nach Judenvergleich Frankfurter Rundschau 26. Juni 2008
  6. Türkeiforscher Sen gibt auf Spiegel Online, 15. Juli 2008, abgerufen 6. März 2011
  7. Kuratorium des ZfTI (Memento vom 28. Juni 2012 im Internet Archive)
  8. Kuratorium wählt Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan zum neuen Leiter Stiftung Zentrum für Türkeistudien 16. März 2010
  9. Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan übernimmt Leitung des Zentrums für Türkeistudien und Integrationsforschung 18. August 2010, http://www.idruhr.de/nachrichten/detail/archive/2010/august/article/prof-dr-haci-halil-uslucan-uebernimmt-leitung-des-zentrums-fuer-tuerkeistudien-und-integrationsfor-1.html?tx_ttnews%5Bday%5D=18&cHash=6bc78c6ac9
  10. Reiner Burger: Doktor nur der Ehre. Zentrum für Türkeistudien in schweren Turbulenzen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. September 2016, S. 4.

Koordinaten: 51° 27′ 31,3″ N, 7° 0′ 4,3″ O