Zero Motorcycles

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Erstes Elektromotorrad von Zero Motorcycles mit Lithium-Ionen-Batterie Z-Force
Batterie

Zero Motorcycles ist ein US-amerikanischer Hersteller von Elektromotorrädern. Das Unternehmen wurde im Jahr 2006 von Neal und Lisa Saiki in Santa Cruz, Kalifornien gegründet. Zu den Produkten gehören das Straßenmotorrad Zero S, die Dualsport-Maschine Zero DS, die Motocrossvariante Zero MX, das Geländemodell Zero X und das Urban-Cross-Bike Zero XU.

Für die von oder für Zero Motorcycles entwickelten Akkus und Motore wird die Marke Z-Force genützt.

Zero Motorräder nützen durchwegs einen Lithium-Ionen-Akku als Energiespeicher. Ein von einem Controller über Leistungselektronik angesteuerter bürstenloser Elektromotor mit Permanentmagnetrotor treibt über einen Zahnriemen mit Carbonfaser das Hinterrad an.

Ein mitgeführtes Standardladegerät erlaubt das Laden des Akkus binnen typisch 8 Stunden mit Netzstrom aus einer gewöhnlichen Haushaltssteckdose. (Ein Vorzug gegenüber Elektro-Pkw, die Akkus größerer Kapazität benötigen.) Li-Ion-Akkus kommen ohne Blei aus, ihr organischer Elektrolyt ist brennbar. Damit dieser nicht zum Sieden kommt, wird der Akku gekühlt und temperaturüberwacht betrieben.

Zur Weiterentwicklung seiner elektrischen Antriebstechnik wird Zero unter anderem vom Monterey Bay Unified Air Pollution Control District (MBUAPCD) und der California Energy Commission mit rund 2 Millionen US-Dollar gefördert. Die Elektromotoren werden unter anderem vom deutschen Unternehmen Perm Motor hergestellt. Die Rahmen der Motorräder bestehen aus Aluminium und wurden von dem ehemaligen NASA-Ingenieur Neal Saiki entworfen.

Im Juni 2009 richtete das Unternehmen ein europäisches Kundendienstzentrum und Vertriebs-Center in Amsterdam ein. Ein flächendeckendes Service- und Vertriebsnetz in den Kernvertriebsregionen befindet sich seitdem im Aufbau.

Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Zero Motorcycles ist 2007 mit der Einführung der Geländevariante Zero X in das Motorradgeschäft eingestiegen. 2009 kam das erste Straßenmotorrad Zero S Supermoto, die Motocrossmaschine Zero MX, und die Zero DS, eine Kombination aus Gelände- und Straßenmotorrad, hinzu. Im März 2010 hat das Unternehmen seine 2010er Modelle vorgestellt. Die neuen Versionen der Zero S und DS sind mit einer neu entwickelten Kühlung ausgestattet, wodurch sich die Batterielaufzeit verlängert. Im Februar 2011 erschien eine weitere Produktreihe. Die Geländemaschinen Zero X und Zero MX sind nun auch für die Straße erhältlich. Neu ist auch das Straßenmotorrad Zero XU, dessen Akku austauschbar ist. Im November 2011 präsentierte Zero Motorcycles seine neuen Modelle für das Jahr 2012 erstmals in Europa. Auf der Motorradmesse EICMA stellte das Unternehmen eine Produktlinie vor, die vor allem in den Bereichen Reichweite und Höchstgeschwindigkeit weiterentwickelt wurde.

Zero S (Streetfighter)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero S, 2012

Das Straßenmotorrad Zero S ist seit der Saison 2012 in zwei verschiedenen Ausführungen – mit einer Akkukapazität von 6 oder 9 kWh – erhältlich. Das für den Stadtverkehr und gelegentliche Fahrten abseits der Straße entwickelte Motorrad erreicht eine Reichweite von bis zu 183 Kilometern. Je nach Einstellung und Ausführung schafft die Supermoto Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 142 km/h.

Das Gesamtgewicht beträgt 135 (6 kWh) beziehungsweise 155 (9 kWh) Kilogramm. Davon entfallen 10 Kilogramm auf den Aluminium-Rahmen. Die Batterie soll in weniger als vier Stunden aufgeladen sein. Dank einer Schnelllade-Option kann die Ladezeit um rund 75 Prozent verkürzt werden.[1]

Die Zero S ist in Deutschland für den Verkehr freigegeben.

Zero DS (Dualsport)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero DS 2012

Die auf der Basis der Zero S entwickelte Dualsport-Maschine Zero DS vereint Eigenschaften von Enduro und Straßenmaschine. Die Mehrzweck-Sportreifen bieten sowohl im Gelände als auch auf der Straße Bodenhaftung. Die speziell für die DS konstruierte Federung soll größere Unebenheiten dämpfen. Auch die Dualsport-Maschine war 2012 in den Versionen mit 6 und 9 kWh erhältlich, was eine Reichweite von bis zu 180 Kilometern und eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 129 km/h ermöglicht.[2]

Die Zero DS ist in Deutschland für den Verkehr freigegeben.

Zero MX (Motocross)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero MX 2012

Die Motocrossvariante Zero MX umfasst einen veränderten Fahrzeugvorbau und einen neu entwickelten, speziell gefertigten Heckstoßdämpfer. Dadurch verfügt der Fahrer über eine komplett einstellbare Federvorspannung und eine einfach anzupassende Dämpfung. Die Zero MX wurde außerdem mit einem dynamischen 19”-Vorderrad und einer speziellen Bereifung ausgestattet. Die 2012er Version ist um rund 33 % leistungsfähiger, so dass bis zu 90 Fahrminuten im Gelände möglich sind.[3]

Zero X (Gelände)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero X 2012

Das Einsteigermodell Zero X wurde für das leichte Gelände entwickelt. Mit um 33 % mehr Leistung als die Vorgängermodelle ist mit der 2012er Zero X eine Reichweite von 61 Kilometern möglich. Der Akku kann dank einer Schnelllade-Option in zwei Stunden vollständig wieder aufgeladen werden.[4]

Zero XU (Straßenmotorrad)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zero XU 2012

Die Zero XU ist ein leichtes Elektromotorrad, das auf das Fahren in der Stadt ausgelegt ist. Aufgrund des geringen Gewichts, der niedrigen Sitzhöhe und des fehlenden Schiebebetriebs ist es für Fahrer aller Erfahrungsstufen geeignet. Der Akku ist austauschbar und kann mit einem Schnell-Lade-Gerät in 2 Stunden aufgeladen werden.[5]

Zero-Modelle von 2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundtyp: ZERO S ZERO SR ZERO DS ZERO DSR ZERO FX ZERO FXS
Akku:1 ZF 6.5 ZF 13 ZF 13

Power Tank

ZF 13 ZF 13

Power Tank

ZF 13 ZF 13

Power Tank

ZF 6.5 ZF 13 ZF 13

Power Tank

ZF 13 ZF 13

Power Tank

ZF 6.5 ZF 6.5
Reichweite2 km 082 160 193 137 168 128 170 080 133 150 129 156 082 079
Nutzdrehmoment Nm 108 109 109 110 110 146 146 108 110 110 146 146 106 106
Nutzleistung bei Motordrehzahl3 kW 23 bei 4150/min 23 bei 4150/min 23 bei 4150/min 45 bei 5300/min 45 bei 5300/min 52 bei 3800/min 52 bei 3800/min 23 bei 4150/min 45 bei 5300/min 45 bei 5300/min 52 bei 3800/min 52 bei 3800/min 33 bei 4500/min 33 bei 4500/min
Dauerleistung4 kW 11 11 11 21 21 22 22 11 21 21 22 22 15 15
Führerscheinklasse5 A1/B A1/B A1/B A2 A2 A2 A2 A1/B A2 A2 A2 A2 A2 A2
Höchstgeschwindigkeit6 km/h 139 139 139 153 153 164 164 139 158 158 158 158 137 132
Akkukapazität7 kWh 06,5 13 16,3 13 16,3 13 16,3 06,5 13 16,3 13 16,3 06,5 06,5
Masse kg 142 185 205 185 205 188 208 144 187 207 190 210 088,1 083,6

1 ZF steht kurz für Z-Force. Power Tank ist ein auch nachträglich installierbarer Zusatzakku, der die Tankbox mit Stauraum ersetzt und mit einem hier eventuell untergebrachten Rapid Charger kollidiert. Mit Stand August 2019 sind mit großem Akku + Power Tank 14,4 + 3,6 = 18 kWh Kapazität erreichbar.

2 Nach EU 134/2014, Anhang VII

3 Nutzleistung gemäß Regelung Nr. 85 der UN/ECE bei Motordrehzahl

4 Dreißig-Minuten-Leistung gemäß Regelung Nr. 85 der UN/ECE

5 Länderspezifische Regelungen können gelten.

6 Höchstgeschwindigkeit kann nach Ladezustand und anderen Bedingungen variieren.[6]

7 5 Jahre Garantie auf den Akku bei unbegrenzten Kilometern.

Führerschein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Zeros mit einer Dauerleistung von 11 kW ist ein Führerschein der Klasse A1 oder sogar ein Führerschein der Klasse B ausreichend, B ist der alte Autoführerschein Klasse 3. In Deutschland darf der Führerschein B (also Klasse 3) genutzt werden, wenn er vor 1980 ausgestellt wurde. In der Schweiz muss innerhalb von 4 Monaten nach Erhalt des Führerscheins B ein 8-stündiges Fahrtraining absolviert werden. In Österreich kann eine 11-kW-Zero gefahren werden, wenn der Führerschein mindestens 5 Jahre alt ist und ein 6-stündiges Fahrtraining absolviert wurde[7].

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Modelle von Zero haben einen proprietären Lithium-Ionen-Akkumulator. Geflochtene Litzenleitung wird mit einem Anschlussteil verpresst.

Mit dem fest mitgeführten Standard-Ladegerät werden 1,3 kW Ladeleistung erzielt und dauert die Ladung eines 13-kWh-Akkus etwa 10 Stunden – eine gewöhnlichen 110- oder 230-Volt-Netz-Steckdose genügt.

Ein extra erhältlicher Schnell-Lader mit 3,8 kW Ladeleistung kann – sofern kein Power Tank Zusatzakku verbaut wurde – im Tankbereich des Motorrads fest verbaut oder aber getrennt betrieben werden. Er lädt per SAE J1772-(AC Level 2)-Stecker an öffentlichen Ladestationen in etwa einem Drittel der Zeit, und erzielt typisch 85 km Reichweite pro Stunde.

Über die Akkus der 2012er-Modelle wurde die Aussage getroffen, dass 3.000 Ladezyklen möglich sind, bevor die Kapazität auf 80 % des Nennwerts absinkt. 2019 sagt der Hersteller, dass Straßenmaschinen 300.000 km zurücklegen bis die Kapazität auf 80 % absinkt. Die Akkus haben ein Zellenmanagementsystem integriert und ein passives Kühlsystem, das Wärme nur über die Rippen des hermetisch verschlossenen Alugehäuses ableitet.

Auch der Motor ist eine gekapselte Einheit, die nur über außenliegende Alu-Kühlrippen gekühlt wird. In einem Entwicklungsschritt wurden die Permanentmagnete des Rotors durch eine hitzesesistentere Type ersetzt.

Modelljahrgänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahrgang 2012[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quelle: 1000ps.at, 28. Juni 2013.[8]

DS Dual Sport, vorne/hinten 19/17"-Speichenräder, 8,5 bzw. 11,5 kWh Akku.

S, zwei 17"-Alugussräder, gleicher Motor, gleiche Akkuvarianten wie DS.

FX Stealthfighter, vorne/hinten 19/17"-Speichenräder, etwas drehmomenstärkerer Motor, kleinere 2,8 bzw. 5,7 kWh Akkus, leichter, mehr Bodenfreiheit, längerer Federweg.

XU Stadtflitzer, kleinerer Motor, 2,8 bzw. 5,7 kWh Akkus

Jahrgang 2014[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Power Tank Zusatzakku kann auf Maschinen der Typen Zero SR/F, Zero S, Zero SR, Zero DS oder Zero DSR ab Jahrgang 2014 nachgerüstet werden, sofern hier nicht ein Charge Tank oder ein zusätzlicher 6-kW-Rapid Charger verbaut ist.

Jahrgang 2016[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

November 2015 startet der Modelljahrgang 2016, in Deutschland sind 93 Maschinen von Zero zugelassen.

S und DS haben den Motor mit 40 kW/54 PS Leistung, die neuen Typen SR und DSR den stärkeren, neuen mit 50 kW/67 PS. Die Akkukapazität wurde für alle vier von 9,4 auf 9,8, bzw. von 12,5 auf 13 kWh angehoben. Erreichbar sind mit Power Tank 15,9 kWh, also 2,9 kWh mehr.

Der Typ FX mit 21"-Vorderrad und grobstolligem Reifen ist für das Gelände ausgelegt. Neu erscheint eine Strassenversion FXS mit glatterem 17"-Vorderrad. Akkutypen für beide sind nun 3,3 und 6,5 kWh groß.

2017[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Motorräder ab 2017 können mit der Zero Motorcycles App kommunizieren.

Jahrgang 2019[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

März 2019 wird ein Spitzenmodell SR/F 2019 beschrieben, mit Stahl-Gitterrohrrahmen, 2 Frontscheibenbremsen, 75 kW/110 PS starkem Motor Z-Force 75-10 und Zero-Betriebssystem Cypher III.

Die SR/F ist mit Bosch MSC Motorcycle Stability Control ausgestattet, das ABS und Traktionskontrolle inkludiert.

Die SR/F weist eine besonders ausgeprägte Konnektivität zum Smartphone mit der Zero Motorcycles App auf.

Die größere Akkuvariante ist nun 14,4 kWh groß, der Power Tank Zusatzakku 3,6 kWh, in Summe sind also maximal 18 kWh erzielbar.

Die FX weist den ZF 50-5 Motor und den 7,2-kWh-Akku auf.

Für Herbst 2019 wird ein Power Tank für die Zero SR/F angekündigt.

Logo, Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bestand das Logo aus 4 nebeneinander liegenden Kreisen, mit jeweils nach links an den Kreis gerückten Buchstaben Z, E, R und O.

2019 zeigt das neue Spitzenmodell SR/F 2019 ein Logo aus einem fast quadratischen, leicht querformatigem Rechteck mit gerundeter Kontur und diagonal in zwei Hälften geteilter Fläche, das dadurch an ein "Z" erinnert.

Die Type ist als Buchstabencode an den Seiten beschriftet. Am Akku ist seine Größe z. B. als "ZF 14.4" mit Dezimalpunkt beschriftet. Auch der Motor ist neuerdings beschriftet. Es gibt hier die Bezeichnungen 75-5, 75-7 und 75-10.

Teilnahme Elektro-Rennserie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der erstmaligen Teilnahme an einem Motorradrennen im November 2009, der Defi Electrique in Frankreich, gewann Zero Motorcycles den ersten Platz.

2010 nahm Zero Motorcycles an der TTXGP teil. Ein Großteil des Konzeptdesigns der Rennmaschine des Unternehmens wurde vom Serienmodell Zero X übernommen.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zero Motorcycles – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spec-Sheet Zero S auf zeromotorcycles.com
  2. Spec-Sheet Zero DS auf zeromotorcycles.com
  3. Spec-Sheet Zero MX auf zeromotorcycles.com
  4. Spec-Sheet Zero X auf zeromotorcycles.com
  5. Spec-Sheet Zero XU auf zeromotorcycles.com
  6. Faltblatt Zeromotorcycles mit allen Typen von 2017
  7. Webseite des Herstellers über 11-kW-Modelle
  8. Zero E-Bikes. 1000ps.at. Abgerufen am 7. September 2019.