Ziegeleimuseum Cathrinesminde

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Das Ziegeleimuseum Cathrinesminde (dänisch Cathrinesminde Teglvæerksmuseum) liegt auf der dänischen Seite der Flensburger Förde südwestlich des Ortes Broager. In der ehemaligen Produktionsanlage werden die Geschichte der Ziegelei und ihre Erzeugnisse von 1732 bis 1968 dargestellt. Am Museum beginnt der Teglværksstien (Ziegeleipfad), ein industriehistorischer Wanderweg zu den Relikten der einst acht Ziegeleien am Illerstrand.

Ziegeleimuseum, links die Arbeiterwohnungen
Ziegelei Cathrinesminde um 1860
Außenseite des Ringofens
Brennkammer
Decke des Ringofens mit Feuerungsstutzen
Alter Anleger

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiche Vorkommen an steinfreien Beckentonen in den ehemaligen Toteisseen ließen eine große Anzahl Ziegeleien an der Flensburger Förde und an ihrem nördlichen Seitenarm Nybøl Nor entstehen. Fast 70 Ziegeleien produzierten in einem Zeitraum von 300 Jahren gelbe und rote Klinker und verschifften sie bis in die Karibik. Es war die größte Konzentration von Ziegeleien in ganz Nordeuropa.[1][2]

Die Ziegelei Cathrinesminde war zwischen 1732 und 1968 in Betrieb, die ersten 148 Jahre[3] als Bauernziegelei und seit 1837 im Besitz der Familie Hollesen. 1892 errichtete Andreas Hollesen den 481 m² großen Ringofen, der die Kammeröfen ablöste und als Grundpfeiler der Ziegelei das Überleben länger ermöglichte als vielen Konkurrenten. Der imposante Bau mit seinem großen Schornstein ist noch erhalten.[4]

Als schließlich Tunnelöfen Stand der Technik wurden, stellte man auch auf Cathrinesminde den Betrieb ein. Eine große Industrieepoche ging hier zu Ende, als der Ringofen 1968 erlosch.[2]

Museum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 1980 wuchs das Interesse, diesen Teil der Kulturhistorie mit Leben zu füllen. Schon 1982 wurde mit der Ziegelei als Kulisse Freilichttheater aufgeführt. Schließlich konnte man ab 1986 in einem umfassenden Beschäftigungsprojekt die verfallenen Gebäude der alten Ziegelei auferstehen lassen: Die Eröffnung des Ziegeleimuseums Cathrinesminde am 19. August 1993[3] war das Ergebnis eines großen gemeinsamen Engagements.[2]

Die Hauptausstellung informiert in der ehemaligen Formhalle über die Geschichte des Ziegels vom Mittelalter bis in die Gegenwart mit Modellen, Werkzeugen und Maschinen, sowie Erzeugnissen der Ziegelproduktion der verschiedenen Epochen. Begehbar sind die Kammern des Ringofens und der darüber liegende Raum zur Befeuerung und Steuerung der Brenntemperatur.

Auf dem Areal des Museums gibt es Rekonstruktionen einer Knetmühle, eines Streichtisches und eines Meilerofens. Schüler werden in der Historischen Werkstatt in die vorindustrielle Ziegelproduktion eingewiesen. Ein Gebäude mit Arbeiterwohnungen ist mit Interieurs ausgestattet, die den Alltag der Ziegeleiarbeiter in den 1890er, 1930er und 1960er Jahren widerspiegeln.[5]

Das Museum ist in den Wintermonaten geschlossen – wie auch früher die Ziegelei, weil der Ton in der Kälte nicht mehr formbar war.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ziegelei wurde 2007 ausgezeichnet als eines von 25 nationalen Industriedenkmälern in Dänemark.[5]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Broagerland. Eine Landschaft mit besuchenswerten Geotopen (HTML) In: Hildegard Wilske. strand-und-steine.de. Abgerufen am 10. Oktober 2009.
  2. a b c Ziegeleimuseum Cathrinesminde (HTML) flensburgfjord.info. Abgerufen am 15. Oktober 2012.
  3. a b Cathrinesminde Teglværk (HTML) museum-sonderjylland.dk. Abgerufen am 7. April 2012.
  4. Kulturkalender – Cathrinesminde Ziegeleimuseum (HTML) kulturkalender.faz.net. Abgerufen am 10. Oktober 2009.
  5. a b 25 dänische Industriedenkmäler

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ziegeleimuseum Cathrinesminde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 54° 52′ 35,2″ N, 9° 39′ 21,3″ O