Zulieferpyramide

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Als Zulieferpyramide (englisch supply pyramid, auch Zuliefernetzwerk oder Zulieferkette) wird die Struktur der Lieferanten bis hin zum Produzenten des Endproduktes bezeichnet. Letzter wird auch kurz als OEM bezeichnet (von englisch Original Equipment Manufacturer für deutsch „Originalausrüstungshersteller“, also Erstausrüster). Der OEM steht an der Spitze der Pyramide, deren Rest durch die Lieferkette gebildet wird.

Systematische Darstellung der Zulieferpyramide

Insbesondere in der Automobilindustrie prägte sich eine Pyramiden-Struktur aus, an deren Spitze das fokale Unternehmen steht, der Automobilproduzent. Dieser beschafft Produkte von wenigen Systemlieferanten, welche wiederum selbst von Modullieferanten Produkte beschaffen. Die Pyramide setzt sich fort mit den Typen Komponentenlieferanten und Teilelieferanten. Lieferanten auf unteren Stufen der Pyramide können dabei auch Stufen überspringen und „höhere“ Lieferanten oder den OEM direkt beliefern.

Die Lieferanten werden abhängig vom Abstand zum OEM innerhalb der Pyramide als Tier-1, Tier-2 etc. bezeichnet (von englisch tier für deutsch „Ebene“ oder „Rang“). Gängig sind auch die Bezeichnungen First Tier (deutsch „Erste Ebene“), also direkter Lieferant an einen OEM, Second Tier (deutsch „Zweite Ebene“) etc. Dadurch wird die Sublieferantenstruktur gekennzeichnet.

Aufgrund der Komplexität der zunehmend eng gekoppelten[1] internationalen Logistikketten und deren Störanfälligkeit bedarf es heute einer intensiven Analyse der Risiken in Zuliefernetzwerken, die durch das Zusammentreffen mehrerer Fehler und Ausfälle leicht eskalieren können.[2] Die Entstehung von Zulieferpyramiden haben auch die Entwicklung der Verfahren des Qualitätsmanagements wie z. B. der Auditierung und von Verhaltenscodizes zwischen Lieferanten und Abnehmern stimuliert, da aufgrund der Just-in-time-Lieferung keine durchgängigen Eingangskontrollen mehr möglich sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wagner, S.M.: Strategisches Lieferantenmanagement in Industrieunternehmen: eine empirische Untersuchung von Gestaltungskonzepten. Frankfurt/ Main et al. Zugl. St. Gallen, Univ., Diss., 2000

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zum Begriff und zu den Risiken der engen Kopplung Perrow, C.: Normale Katastrophen. Die unvermeidlichen Risiken der Großtechnik. Campus, Frankfurt 1987/1992, ISBN 3-593-34125-5
  2. Reh, D.: Entwicklung einer Methodik zur logistischen Risikoanalyse in Produktions- und Zuliefernetzwerken, hg. vom Fraunhofer IFF, Magdeburg 2009