Zur Rippe

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Das Gasthaus Zur Rippe mit dem ungewöhnlichen Hauszeichen

Das Gasthaus Zur Rippe (umgangssprachlich auch kurz Die Rippe genannt) ist ein altes Berliner Traditionslokal im Nikolaiviertel aus der Zeit um 1700.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebäude befindet sich in der Poststraße 17 Ecke Mühlendamm im Ortsteil Berlin-Mitte. Es gehört zum Ensemble des Nikolaiviertels in Alt-Berlin. Als unverwechselbares Erkennungszeichen trägt das Gasthaus an der Fassade einen großen Knochen als Hauszeichen.

Historie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gasthaus mit dem ungewöhnlichen Hauszeichen wurde um 1665 zum ersten Mal aktenkundig, als ein Schneider namens Brandeß das Gebäude erwarb, um mit dem Brauen von Bier sein Gehalt aufzubessern.

Das Lokal war nicht durchgängig eine Gaststätte, es warb aber schon um 1700 mit dem überdimensionierten Knochen an der Fassade zum Molkenmarkt, dem ältesten Markt Berlins an der meistbefahrenen Überführung der Spree. Viele Mythen ranken sich um den Knochen. Am wahrscheinlichsten handelt es sich um einen Walknochen, der als Kuriosum auf dem Molkenmarkt verkauft wurde und vom Gastwirt als Erkennungszeichen am Haus angebracht wurde. Ein anderer Mythos besagt, dass es sich angeblich um die Rippe und das Schulterblatt eines erschlagenen Riesen aus den Müggelbergen handelt.[1][2]

Abriss und Rekonstruktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1935 wurde die Rippe – zusammen mit dem Ephraim-Palais – abgerissen, um Platz für das von den Nationalsozialisten geplante Gauforum und die neue Brücke über den Mühlendamm zu schaffen.

1986 wurde die Gaststätte beim Wiederaufbau des Nikolaiviertels als Rekonstruktion einige Meter nördlich des ursprünglichen Standortes wieder errichtet, da der Magistrat von Ost-Berlin die Verbreiterung des Mühlendamms aus NS-Zeiten nicht rückgängig machen wollte.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Uwe Kieling, Johannes Althoff: Das Nikolaiviertel. Berlin (Berlin edition) 2001.
  • Benedikt Goebel: Der Umbau Alt-Berlins zum modernen Stadtzentrum. Berlin (Verlagshaus Braun) 2003.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alt-Berlin. Sagen und Geschichten, Auszug bei Motzbuch de.; abgerufen am 10. März 2011
  2. Eine etwas anders formulierte Sage: Die Rippe zu Berlin, abgerufen am 10. März 2011

Koordinaten: 52° 30′ 59″ N, 13° 24′ 29″ O