Handelsorganisation

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HO-Logo
HO-Kaufhalle in Dresden (ca. 1970)
Das „HO“-Logo änderte sich im Verlauf der Zeit (siehe auch Galerie)

Die Handelsorganisation (HO) war ein in der juristischen Form des Volkseigentums geführtes staatliches Einzelhandelsunternehmen in der DDR.

Die HO wurde 1948 gegründet und bot anfangs bevorzugt lang entbehrte Gebrauchsgüter und Lebensmittel ohne Lebensmittelmarken an. 2.300 HO-Läden erwirtschafteten schon 1950 zirka 26 % des Einzelhandelsumsatzes der DDR. Bis 1960 waren es 35.000 Geschäfte mit einem Umsatzanteil von über 37 %.

Die Handelsorganisation war gegliedert in die Bereiche Industriewaren, Lebensmittel, Gaststätten, Warenhäuser und Hotels. Die großen Centrum Warenhäuser gab es in vielen Bezirksstädten der DDR. Die Geschäfte und Warenhäuser der HO existierten neben denen der Konsum-Kette. Da diese genossenschaftlich geführt wurden und kein Staatsbetrieb waren wie die HO, wurde besonders in den Anfangsjahren der DDR von Regierungsseite versucht, die HO zu bevorteilen. Trotzdem etablierten sich beide parallel in der Alltagswelt der DDR.

Eine Besonderheit stellte die HO für die Wismut dar, die sich speziell in den Uranbergbaugebieten der DDR etablierte. In Leipzig eröffnete 1961 das HO-Schachzentrum, das vorwiegend Schachartikel verkaufte und auch den elften Schachweltmeister Bobby Fischer zu seinen Kunden zählte.

Die Handelsorganisation betrieb zusätzlich Hotels, beispielsweise das Hotel Neptun in Warnemünde. Nach der Wende in den Jahren 1989 und 1990 wurden die Geschäfte von der Treuhandanstalt veräußert.

Die HO-Akzise war der Preisaufschlag auf bewirtschaftete Waren, für die ein doppeltes Preisniveau bestand, in Höhe des Unterschieds zwischen dem Preis rationierter Waren und dem HO-Preis.[1] Als die Lebensmittelmarken 1958 abgeschafft wurden, fiel sie größtenteils weg, wurde aber für Kohlen im staatlichen und privaten Handel bis 1990 erhoben.

Eine Besonderheit war der HO-Spezialhandel, der hochwertige Waren, auch aus Import oder Gestattungsproduktion, führte und dessen Verkaufseinrichtungen nur für besondere Personenkreise offen standen. Für die Belegschaft des Spezialhandels gab es intern „Dresdner Ware“ genannte hochwertige Warenkontingente insbesondere aus dem Nahrungsmittelbereich, die zu normalen Preisen (nicht Delikatpreise) verkauft wurden. Der Spezialhandel belieferte auch die „Speztorg“-Läden. Die Verkaufseinrichtungen im Bereich der NVA wurden unter dem Kürzel MHO (Militär-Handelsorganisation) geführt. Ab 1987 firmierte der Spezialhandel unter VEB Spezialhandel Taucha.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Handelsorganisation (HO) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meyers Neues Lexikon in acht Bänden. Vierter Band. Leipzig 1962, S. 172.