Zurlaubener Ufer

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Zurlaubener Ufer
Zurlauben
Wappen
Straße in Trier
Zurlaubener Ufer
Basisdaten
Ort Trier
Ortsteil Trier-Nord

Das Zurlaubener Ufer – im Volksmund oft nur kurz Zurlauben oder im Trierer Dialekt auch Zalawen genannt – ist die Uferstraße an der Mosel in Trier im Stadtteil Nord. Die Straße geht auf einen alten Weiler, in dem vor allem Fischer lebten, zurück.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im 7. Jahrhundert wurde am Zurlaubener Ufer gebaut. Wo die ersten Häuser dieser Straße stehen, wurde zwischen 622 und 640 das Kloster St. Symphorian im romanischen Stil erbaut. Im Jahre 822 verwüsteten die Normannen das Kloster und ermordeten die 30 Benediktiner-Nonnen. Die letzte Besitzerin, die Abtei St. Paulin, ließ das Gebäude verfallen, so dass Ende des 15. Jahrhunderts nur noch ein paar Säulen zu sehen waren[1].

Zurlauben wurde 1261 als „zur lauffen“, 1238 als „zue lueve“ und 1360 als „an der leuwen“ erstmals urkundlich erwähnt. Der Name hat also mit dem Wort „Laube“ zutun, das früher eher einen überdachten Gang im oberen Stockwerk (im Sinne eines Laubengangs) bezeichnete und nicht vor den Häusern stehende Lauben. Die meisten Gebäude stammen aus dem 18. Jahrhundert.[2] Die andere Abstammung lässt sich auch im trierischen Namen Zalawen erkennen.

1486 tauchte zum ersten Mal der Name "Zur Lauben" auf, 1579 "Zur Leuffen", 1742 "Zur Laywen", 1787 "Zur Lauben". Bedeutungsvoll für die Zurlaubener Bürger war der Bau des Martinsklosters etwa 200 m von hier entfernt, von dem man heute nur noch einen Flügel zu sehen bekommt, der heute ein Studentenwohnheim beinhaltet. Dem Kloster St. Martin gehörte sehr viel Land an der Mosel. Napoleon jedoch enteignete das Kloster und verkaufte die Ländereien parzellenweise für wenig Geld an die Zurlaubener Bürger. Ende des 17. Jahrhunderts errichtete man die Häuser nach der Zerstörung der alten Gebäude durch sie Franzosen. Zwischen 1775 und 1795 wurden einige Häuser erneuert, woran die vielen Jahreszahlinschriften über den Hauseingängen erinnern.

Die Häuser bildeten seit dem 17. Jahrhundert ein kleines Fischerdorf. Jedes der Häuser besaß kleine Gärtchen zur Mosel hin. Noch heute findet man in einigen Häusern die alten Räucheröfen, in denen einst die Fische geräuchert wurden. Am Ende der Uferwiese gab es einst eine Stützmauer, die 1930 der Aufschüttung für den Damm aber zum Opfer fiel. Der urige Charakter des Zurlaubener Ufers ist jedoch bis heute erhalten geblieben.[3]

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Zurlaubener Ufer gibt es insgesamt 17 Kulturdenkmäler.[4] Das alte Bürgerhaus von Zurlauben, das zwischen 1780 und 1850 erbaut wurde, ist jedoch darin nicht mehr erhalten, da es nach seiner Kriegszerstörung nicht wieder aufgebaut wurde.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute befinden sich in den alten Fischerhäusern viele Restaurants und Gaststätten mit Biergärten in den Vorgärten.[3][6]

In Zurlauben befindet sich auch die Schiffsanlegestelle für den Personenschiffverkehr auf der Mosel.[6] Jährlich findet in Zurlauben auch das berühmte Zurlaubener Heimatfest statt, das eines der großen regionalen Weinfeste an der Mosel darstellt und dessen Abschluss das Feuerwerk Trier in Flammen ist.[7] Seit 2012 gibt es im April auch ein Frühjahrsweinfest.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schriftstück im Gasthaus Mosellied am Zurlaubener Ufer
  2. Emil Zenz: Straßennamen der Stadt Trier: Ihr Sinn und ihre Bedeutung. Hrsg.: Kulturbüro der Stadt Trier. 5. Auflage. Trier 2006, DNB 455807825 (1. Auflage 1961).
  3. a b Moselufer. Trier Tourismus und Marketing GmbH, abgerufen am 8. September 2015 (kommerzielle Website).
  4. Patrick Ostermann (Bearb.): Stadt Trier. Altstadt. (= Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Band 17.1). 1. Auflage. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2001, ISBN 3-88462-171-8.
  5. Helmut Lutz, Städtische Denkmalpflege (Hrsg.): Verzeichnis der seit 1930 untergegangenen denkmalwerten Bauanlagen. Denkmalpflege in Trier. 1975.
  6. a b c Zurlauben an der Mosel. Archiviert vom Original am 18. Dezember 2014, abgerufen am 8. September 2015.
  7. 60. Zurlaubener Heimatfest. MGV Zurlauben 1896 e. V., KG Mr wieweln noch en Zalawen 1911 e. V., abgerufen am 8. September 2015.