Zuschauerraum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel oder Abschnitt bedarf einer Überarbeitung. Näheres ist auf der Diskussionsseite angegeben. Hilf mit, ihn zu verbessern, und entferne anschließend diese Markierung.
Zuschauerraum der Pariser Opéra Garnier mit Parkett- (vorne im Bild) und Logenplätzen

Ein Zuschauerraum ist ein meist geschlossener Raum, der Zuschauern Platz zum Sitzen und/oder Stehen bietet, um sich etwas anzusehen (beispielsweise in einem Opernhaus, Theater oder Kino).

Eintritt[Bearbeiten]

Zum Betreten eines Zuschauerraums ist normalerweise eine Berechtigung erforderlich, eine sogenannte Eintrittskarte. Diese dient einerseits zum Nachweis, dass der Eintrittspreis bezahlt wurde. Sie ist aber aus sicherheitstechnischen Gründen auch bei Gratisveranstaltungen häufig erforderlich ("Zählkarte"), weil Zuschauerräume immer für eine bestimmte Personenanzahl zugelassen sind.

Bauliche Gestaltung[Bearbeiten]

Je nach Größe besitzt er über einen oder mehrere Ein- und Ausgänge. Er ist in den meisten Fällen deutlich von einer Bühne, einer Manege oder einem Rednerpodium getrennt, sei es nun durch eine Rampe oder einer wie immer gearteten Absperrung. Während Bühne und dergleichen über verschiedenartige, auch farbige Lichtquellen verfügen, besitzt der Zuschauerraum oft eine leicht zu dimmende Beleuchtung.

Der Zuschauerraum eines Theaters besteht, je nach Größe, aus einem Parkett und einem oder mehreren Rängen. Vor allem die im 19. Jahrhundert erbauten Theater sind zumeist in italienischer Manier gestaltet, d.h. mit einem hufeisenförmigen Auditorium, in dem sich die Ränge oberhalb des Parketts zumeist ein- oder zweireihig an der gebogenen Wand befinden. Je nach der jeweiligen Lokalität sind die Ränge einfach durchnummeriert oder werden als Balkon (v.a. der erste Rang) oder Galerie (v.a. der oberste Rang) bezeichnet. Kleinere Stadttheater besitzen oft nur einen Rang, größere Opernhäuser aber bis zu fünf (z.B. das Nationaltheater München).

Das Parkett hat in vielen Fällen einen rückwärtig ansteigenden Boden oder unterschiedliche Höhenniveaus, die durch kurze Treppen miteinander verbunden sind. Dadurch wird es den weiter hinten sitzenden oder stehenden Zuschauern ermöglicht, einen besseren Blick auf die Bühne zu erhalten.

Eine Zuschauerloge ist ein abgegrenzter Bereich mit einer bestimmten Anzahl von Sitzplätzen, der früher nur als Ganzes gebucht werden konnte. Vielfach hat jede Loge eine eigene Eingangstür, so dass sie vom Foyer aus direkt betreten werden kann. Solche Logen waren früher einflussreichen Persönlichkeiten vorbehalten. Heute kann man in den meisten Veranstaltungsstätten Logenplätze auch einzeln im normalen Kartenverkauf erstehen.

In manchen Fällen ist der Zuschauerraum in Form einer Arena gestaltet (Fußballstadion, Zirkuszelt, Arena di Verona, Kolosseum). In diesem Fall umschließt der Zuschauerbereich den Schauplatz des Geschehens in runder oder ovaler Form zur Hälfte oder auch zur Gänze. Die Sitzreihen sind dabei auf einem Gerüst oder einem natürlichen Kessel sehr steil hintereinander angeordnet.

Ausstattung[Bearbeiten]

In Veranstaltungsstätten, die für verschiedene Zwecke genutzt werden, ist die Ausstattung des Zuschauerraums variabel. Je nach Veranstaltung kann er als reiner Stehplatzbereich dienen, mit Stuhlreihen versehen werden (oft mit hochklappbaren Sitzflächen) oder mit Tischen und Sesseln ausgestattet sein.

Typische Ausstattung für verschiedene Veranstaltungstypen:

  • Oper, Theater, klassische Konzerte: Stuhlreihen und im rückwärtigen Bereich einige Stehplätze.
  • Kino: Stuhlreihen, keine Stehplätze, "Logen" sind oft normale Stuhlreihen, bei denen jeweils zwei Sitzplätze mit kleinen Trennwänden abgeteilt sind.
  • Kabarett, Kleinkunst, Lesungen: Tische mit Sesseln oder Stuhlreihen, meist keine Stehplätze
  • Pop-, Rockkonzerte: nur Stehplätze, seltener Sitzplätze (meistens dann in Hallen oder Arenen)

Sicherheitstechnik[Bearbeiten]

Um einen Veranstaltungsort bzw. dessen Zuschauerraum nutzen zu können, ist eine bauaufsichtliche Genehmigung notwendig, die den besonderen Aspekten von Brandschutz und Sicherheit beim Aufenthalt einer Vielzahl von Menschen in einem Raum Rechnung trägt. Darin wird festgelegt, wie viele Zuschauer maximal eingelassen werden dürfen. Diese Zahl ist abhängig von der Größe des Raums und von der Art und Anzahl der Fluchtwege.

Im Zuschauerraum muss eine festgelegte Zahl von Sicherheitspersonal (Polizei, Feuerwehr, Rotes Kreuz, privater Wachdienst) anwesend sein. Die Fluchtwege müssen so gekennzeichnet sein, dass sie auch bei abgedunkeltem Zuschauerraum gefunden werden können.