Zweite Schlacht von Dschebel Gedir

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Zweite Schlacht von Dschebel Gedir
Teil von: Mahdiaufstand
Datum 30. Mai 1882
Ort Dschebel Gedir, ein Berg in Süd-Kordofan
Ausgang Sieg der Mahdisten
Konfliktparteien

Flag of the Ottoman Empire (also used in Egypt).svg Ägypten

Ansar (Mahdisten)

Befehlshaber

Yusuf Pascha Hasan al-Schallali

Muhammad Ahmad

Truppenstärke
ca. 3.000-3.500 Mann unbekannt
Verluste

sehr viele Tote
wenige Gefangene

ca. 200 Tote

Die Zweite Schlacht von Dschebel Gedir, auch bekannt als Schlacht von Massa, war die dritte vergebliche militärische Unternehmung Ägyptens den Mahdi-Aufstand zu unterdrücken. Diese endete am 30. Mai 1882 mit der Vernichtung des Expeditionsheeres durch die Mahdisten.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der gewonnenen Schlacht von Aba war Muhammad Ahmad mit seinen Anhängern an den Berg von Gedir geflüchtet. Der Gouverneur von Faschoda, Raschid Bey, scheiterte beim Versuch, dem Mahdi-Aufstand dort ein Ende zu bereiten. Seine Expedition wurde am 9. Dezember 1881 vernichtend geschlagen.

Einen weiteren Versuch leitete Carl Christian Giegler ein, der zwischen Abberufung von Rauf Pascha im Februar 1882 und den Amtsantritt von Abd al-Qadir Pascha im Mai 1882 geschäftsführend das Amt des Generalgouverneurs des Sudan übernahm. Für die Aufstellung eines neuen Expeditionsheeres zog er Kräfte aus den Provinzen Khartum, Kordofan und Sennar ab und versammelte diese in Khartum. Allerdings wurde dabei die Garnison in Sennar derart geschwächt, dass diese sich gegen Amir wad Umar al-Makaschif, der die Gelegenheit nutzend sich im Namen Muhammad Ahmads erhoben hatte, kaum selbst verteidigen konnten (siehe: Sennar-Expedition). Zum Kommandeur des Heeres ernannte er Liwa Yusuf Pascha Hasan al-Schallali. Die Expedition bestand aus circa 3.000 bis 3.500 zumeist unausgebildeten Soldaten.

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yusufs Expedition verließ Khartum im März 1882 und verblieb für lange Zeit in Kawa. Aufgrund der besseren Wasserversorgungslage, entschied sich Yusuf für die längere südliche Route über Faschoda. Nach einem Aufenthalt von 12 Tagen verließ Yusufs Expedition Faschoda am 4. Mai in Richtung Westen. Da der Beginn der Regenzeit sich verzögerte - die Durchquerung dieses wasserarmen Gebietes war in der Trockenzeit risikoreich -, wurde am Berg Funqur ein längerer Halt eingelegt. Ein Briefwechsel zwischen Yusuf Pascha und Muhammad Ahmad blieb ergebnislos. Am 21. Mai zog Yusuf weiter nach Westen und betrat sumpfiges, bewaldetes Gebiet und erreichte die Umgegend von Gedir bei Dschebel al-Dscharada am Abend des 29. Mai. Aufgrund des strapaziösen Marsches, war die Armee derart erschöpft, dass die Seriba nur unzureichend fertiggestellt wurde. Das schlafende Heer wurde am Morgen des 30. Mai vor Sonnenaufgang von den Mahdisten überfallen und bis auf wenige Überlebende vernichtet. Unter den Opfern befand sich auch der deutsche Fotograf Carl Berghoff, der die Expedition als Kriegsberichterstatter begleitete.

Folgen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Giegler verzichtete bei Beginn der kommissarischen Übernahme des Gouverneursamtes ausdrücklich auf die ihm angebotene militärische Unterstützung aus dem ägyptischen Kernland, da er die Lage zu optimistisch einschätzte. Nach der Niederlage gab es nicht mehr genügend Truppen im Sudan, um erneut eine Feldarmee gegen die Mahdisten aufzustellen. Die ägyptische Administration im Sudan war zur Passivität gezwungen. Der Bewegung wurde damit Zeit gegeben sich weiter zu stärken. Denn der Sieg ließ Muhammad Ahmads Prestige bei der einheimischen Bevölkerung Sudans erneut steigern, was ihm weitere Anhänger bescherte und ihn in die Lage versetzte in die Offensive überzugehen. Nach Nachricht über den Ausgang der Schlacht forderte der Generalgouverneur Sudans, Abd al-Qadir Pascha, Verstärkung von der ägyptischen Regierung an, die aber erst ab dem Herbst 1882 dazu imstande Kräfte für ein Expeditionsheer zu entsenden, das später unter dem Befehl von William Hicks gestellt und am 5. November 1883 in der Schlacht von Scheikan von den Mahdisten vernichtend besiegt wurde. Infolge wurden die Sudan-Provinzen durch Ägypten aufgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mekki Shibeika: The Independent Sudan. Robert Speller & Sons, New York, 1959.