Îles Lavezzi

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Îles Lavezzi
Îles Lavezzi
Îles Lavezzi
Gewässer Straße von Bonifacio
Inselgruppe Îles Lavezzi
Geographische Lage 41° 20′ N, 9° 15′ O41.3412694444449.2541944444444Koordinaten: 41° 20′ N, 9° 15′ O
Îles Lavezzi (Corse-du-Sud)
Îles Lavezzi
Einwohner (unbewohnt)

Die Îles Lavezzi ist eine aus etwa 100 Inselchen und Granitriffen bestehende Inselgruppe (Archipel) in der Straße von Bonifacio zwischen Korsika und Sardinien, zu der unter anderem auch die Île de Cavallo, Piana, Ratino, Poraggia und Perduto gehören. Die nur etwa vier Kilometer vom korsischen Festland entfernt gelegene Inselgruppe gehört, mit Ausnahme von Cavallo, seit 1982 zu dem Gemeindegebiet von Bonifacio. Sie wurde im gleichen Jahr zum Naturschutzgebiet erklärt.

Auf den Lavezzi-Inseln befindet sich der südlichste Punkt Frankreichs in Europa.

In den Zeiten der starken Winde, Stürme und Seenebel im Frühjahr, Herbst und Winter waren und sind die Lavezzi-Inseln, trotz eines im Jahr 1874 auf einem Felsen der Pointe Becchi errichteten Leuchtturms, noch heute ein von Seefahrern gefürchteter Ort.

Der Schiffbruch der Sémillante[Bearbeiten]

1855 fand hier das größte Schiffsunglück eines französischen Schiffes im Mittelmeer statt, der Schiffbruch der Fregatte Sémillante:

Der Dreimaster war eines der letzten aus Holz gebauten Segelschiffen. Er lief unter Napoléon III. am 14. Februar 1855 mit insgesamt 702 Mann,[1] darunter der Generalstab, 301 Matrosen der Besatzung und 392 Soldaten als Nachschub für den Krimkrieg an Bord aus Toulon aus. Aus Zeitgründen entschloss man sich, nicht den langen Schlag um Sardinen sondern durch die Straße von Bonifacio zu segeln. Durch Sturm, starken Nebel, sowie wahrscheinlich Verlust des Steuerrades zerschellte das Schiff am 15. Februar an den Riffen der Lavezzi-Inseln. Am 16. Februar schwemmten erste Gegenstände wie Degen und Kleidungsstücke bei Bonifacio an Land, am 18. wurde der erste Ertrunkene eine Seemeile von der Unglücksstelle entfernt gesichtet. Bis zum 20. März wurden an den Küsten von Korsika und Sardinien insgesamt 592 Leichen geborgen, für die zwei Friedhöfe, einer auf Lavezzi, der andere in Nordsardinien angelegt wurden, die noch immer gepflegt werden. Allein der Kommandant Jugnan konnte an seinen Insignien und einer Verformung eines Fußes identifiziert werden. Die anderen Opfer blieben verschollen. Auf der Hauptinsel Lavezzi wurde zu Ehren der Schiffbrüchigen ein Denkmal errichtet.

Durch einen der im Jahr 1866 unter dem Titel Lettres de mon moulin publizierten „Briefe“ machte der französische Schriftsteller Alphonse Daudet (1840–1897) den Schiffbruch der Sémillante weltbekannt.

Im Jahr 2000 ließ die Stadt Bonifacio eine Ehrentafel zur Erinnerung an das Ereignis enthüllen. Noch heute ehren die Korsen die Opfer alljährlich durch eine Gedenkfeier.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Roger Beveraggi: Un naufrage célèbre, La Sémillante. Imprimerie Trèfle, Paris 2004, ISBN 2-84871-626-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Angabe der Präfektur