Wirtschaftswissenschaftler

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Dieser Artikel behandelt den Wirtschaftswissenschafter. Für andere Bedeutungen von Ökonom siehe Ökonom (Begriffsklärung).

Als Wirtschaftswissenschaftler (auch Ökonom) bezeichnet man in der Regel eine Person, die das Studium der Wirtschaftswissenschaften abgeschlossen hat und einer wirtschaftswissenschaftlichen Tätigkeit nachgeht. Im Bereich des Hochschulstudiums ist der Begriff Wirtschaftswissenschaftler/in oft aber auch als Bezeichnung für einen Studenten in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang anzutreffen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Zum Berufsbild und Begriff des Wirtschaftswissenschaftlers

Zum Berufsbild eines Wirtschaftswissenschaftlers gehört eine Hochschullaufbahn mit dem Ziel, als Professor auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaft zu forschen und zu lehren. Dazu gehört das Studium der Betriebswirtschaftslehre und/oder der Volkswirtschaftslehre mit einem Examen. Danach folgt in der Regel eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter, früher als wissenschaftlicher Assistent, heute als Akademischer Rat mit anschließender Promotion. Nach weiterer Tätigkeit in Forschung und Lehre ist eine Habilitationsschrift vorzulegen. Nach erfolgreicher Habilitation ist man berechtigt, als Privatdozent zu lehren. Herausragende Wissenschaftlicher erhalten nach einiger Zeit einen Ruf als Professor für Betriebswirtschaftslehre oder Volkswirtschaftslehre, eventuell sogar einen Ruf auf einen freiwerdenden Lehrstuhl.

Ausgehend vom Begriff „Nationalökonom“ beziehungsweise „Ökonom“ wird die Bezeichnung „Wirtschaftswissenschaftler“ gelegentlich auch umgangssprachlich gleichbedeutend für einen „Volkswirt“ und „Betriebswirt“ verwendet, weil diese ein wirtschaftwissenschaftliches Studium absolviert haben. Bei dem Betriebswirt handelt es sich jedoch nicht um ein Hochschulstudium, sondern meist um ein Fachschul-Studium. Dieses ist nicht zu verwechseln mit Fach-Hochschulstudien, die ebenso wie Universitäten, Bachelor- und Masterstudiengänge in der ökonomischen Fachrichtung anbieten. Direkte Anwendung findet der Begriff „Ökonom“ in der Bezeichnung „Chefökonom“, die vor allem im Bankenbereich, aber auch bei Industrieunternehmen üblich ist.

Berufsverband der deutschen Ökonomen ist der Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte.

[Bearbeiten] Hochschulstudium

[Bearbeiten] Lehr- und Studienfächer

Bei wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen werden Studenten gleichgewichtig in einzel- und gesamtwirtschaftlichen Fachgebieten ausgebildet. Ein wirtschaftswissenschaftliches Hochschulstudium beinhaltet die Möglichkeit der Spezialisierung in verschiedenen speziellen Betriebswirtschaftslehren und speziellen Volkswirtschaftslehren, manchmal auch in rechts- und sozialwissenschaftlichen Wahlfächern.

Dementsprechend sind die Lehrstühle ausgewiesen als Lehrstühle für Betriebwirtschaftslehre beziehungsweise Volkswirtschaftslehre und mindestens ein spezielles Fachgebiet.

Im Bereich des Hochschulstudiums, speziell an einer wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät, ist der Begriff Wirtschaftswissenschaftler (abgekürzt WiWi) im universitären Sprachgebrauch, in Vorlesungen und in der Literatur meist als Synonym für einen Studenten in einem wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang anzutreffen.

[Bearbeiten] Abschlüsse

An Hochschulen und Universitäten werden verschiedene wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge angeboten. In Deutschland gab es diese bislang mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann, Diplom-Volkswirt, Diplom-Betriebswirt, Diplom-Handelslehrer, aber auch Diplom-Ökonom. Infolge des Bologna-Prozesses werden die Diplomstudiengänge in Bachelor- und Masterstudiengänge umgestellt.

Wirtschaftswissenschaftler promovieren meist zum „Dr. rer. oec.“ oder „Dr. rer. pol.“.

[Bearbeiten] Hochschulen mit wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen

Folgende Hochschulen bieten wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge an:

[Bearbeiten] Bundesrepublik Deutschland

[Bearbeiten] Deutsche Demokratische Republik

Auch in der DDR wurden an der Offiziershochschule der NVA-Zittau, an der Leipziger Handelshochschule, der Universität Halle, der Humboldt-Universität Berlin und der Hochschule für Ökonomie „Bruno Leuschner“ Berlin Diplom-Ökonomen ausgebildet. Ihre Ausbildung umfasste institutionale Schwerpunkte, wobei der Grad des Diplom-Ökonom prinzipiell, unabhängig vom Studienschwerpunkt, vergeben wurde.

[Bearbeiten] Bedeutende Ökonomen

Als bedeutende deutschsprachige Vertreter der allgemeinen Betriebswirtschaftslehre im 20. Jahrhundert gelten: Horst Albach (* 1931), Georg Bergler (1900-1972), Erich Gutenberg (1897-1984), Max Rudolf Lehmann (1886-1965), Wilhelm Rieger (1878-1971), Erich Schäfer (1900-1984), Eugen Schmalenbach (1873-1955), Horst Steinmann (* 1934), Wilhelm Vershofen (1878-1960), Günter Wöhe (* 1924) und viele andere.

Eine Liste bekannter Nationalökonomen und Volkswirte findet man hier: Volkswirtschaftslehre#Bekannte Volkswirte.

[Bearbeiten] Literatur

  • Helge Hesse: Ökonomen-Lexikon. Unternehmer, Politiker und Denker der Wirtschaftsgeschichte in 600 Porträts. Wirtschaft und Finanzen, Düsseldorf 2003, ISBN 3-87881-181-0
  • Nikolaus Piper: Die großen Ökonomen. Leben und Werk der wirtschaftswissenschaftlichen Vordenker. 2., überarbeitete Auflage. Schäffer-Poeschel, Stuttgart 1996, ISBN 3-7910-0806-4 (eine Artikelserie der Wochenzeitung Die Zeit)

[Bearbeiten] Siehe auch

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