Ökosiedlung

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Als Ökosiedlung (ökologische Siedlung, Ökodorf) wird ein Dorf oder Stadtteil bezeichnet, das bzw. der an ökologischen Kriterien wie der Nachhaltigkeit ausgerichtet ist. Dies betrifft insbesondere die Verkehrsplanung (z. B. Stadtteile ohne Autoverkehr) sowie Energiestandards, also beispielsweise Niedrigenergiehäuser, Passivhäuser und eine regionale Energieversorgung mit erneuerbaren Energieträgern oder Blockheizkraftwerken. Teilweise sind Ökosiedlungen intentionale Gemeinschaften, d. h. die dort Lebenden haben sich bewusst zusammengefunden, um ihr Leben nach bestimmten Werten auszurichten. Aber auch „ganz normale“ Stadtteile werden als „Ökosiedlung“ bezeichnet, wenn sie in ihrer Bauweise und Verkehrsplanung hohen ökologischen Standards genügen.

Zur Abgrenzung gegenüber derartigen „Ökosiedlungen“ wird oft auch der Begriff Ökodorf gebraucht. Die Idee des Ökodorfs ist es, möglichst alle Lebensbereiche zu integrieren. Also nicht nur ökologisch zu wohnen und dann jeden Tag mit dem Auto zur Arbeit zu fahren, sondern ebenso Produktion, Bildung, soziale Absicherung etc. innerhalb der Gemeinschaft zu organisieren. Weltweit gibt es eine Vielzahl derartiger Projekte.

Beispiele für Ökosiedlungen sind der Freiburger Stadtteil Vauban in Deutschland sowie „Der Lebensraum“ in Österreich.

Beispiele für Ökodörfer in Deutschland sind Sieben Linden, Krummenhagen in der Gemeinde Steinhagen sowie in Österreich das Projekt „Schönwasser“ (vormals „Keimblatt Ökodorf“).

In Spanien ist beispielsweise das Dorf Matavenero zu nennen, in Kolumbien die Siedlung Gaviotas, in den USA etwa die "Ecovillage at Ithaca" in Ithaca im Staat New York.[1]

Die Ökodörfer und Siedlungsprojekte organisieren sich zunehmend weltweit, um voneinander zu lernen: Insbesondere in Regionen mit Erfahrungen starker Umweltverschmutzung, Wüstenbildung und Abholzung von Wäldern versuchen ökologisch orientierte Pioniere Gegenpositionen mit nachhaltiger Entwicklung und ökologischer Landwirtschaft aufzubauen. Im Senegal sind Ökodörfer Teil der Regierungspolitik. 14.000 ländliche Gemeinden sollen zu Ökosiedlungen umgewandelt werden. So haben sie sich etwa im Global Ecovillage Network zusammengeschlossen. Im Dezember 2012 wurde in Sekem auch für Afrika ein weiteres Netzwerk gegründet.[2]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Würfel (Hrsg.): eurotopia. Verzeichnis europäischer Gemeinschaften und Ökodörfer. ISBN 978-3-9816860-0-5.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. siehe Homepage unter http://ecovillageithaca.org/evi/
  2. Neues Deutschland, Ökodörfer für Afrika - eine Perspektive für Selbstorganisation und Nachhaltigkeit auf dem Land, Leila Dregger, Sekem, 8. Januar 2013