Österreichische Geographische Gesellschaft

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Österreichische Geographische Gesellschaft (ÖGG) ist ein österreichischer wissenschaftlicher Verein mit Sitz in Wien.

Verein[Bearbeiten]

Die ÖGG zählt mit etwa 1.300 Mitgliedern, die sich aus natürlichen Personen und wissenschaftlichen Institutionen zusammensetzen, zu den größten wissenschaftlichen Vereinigungen Österreichs. Der Verein führt regelmäßig Vorträge und Diskussionen, Exkursionen und Reisen durch. Für die Mitglieder werden eigene Publikationen herausgebracht. Der Verein führt eine Bibliothek, die etwa 22.000 Bände an Monographien aus aller Welt beinhaltet, von denen 40 % aus der Zeit vor 1918 stammen. Zeitschriften werden weltweit mit Partnern getauscht, wodurch die Sammlung laufend erweitert wird. Schließlich beheimatet die Bibliothek eine Kartensammlung von ungefähr 4.100 Einheiten. Räumlich befindet sich die Bibliothek seit 1997 als Leihgabe im Staatsarchiv. Sie wird dort laufend digital erfasst.

Besonders erwähnenswerte Stücke sind der Weltatlas Theatrum Orbis Terrarum von Abraham Ortelius aus Antwerpen 1571 und die neun Bände des Werkes von Die Balearen von Erzherzog Ludwig Salvator von 1887.

Geschichte[Bearbeiten]

Die k.k. geographische Gesellschaft wurde im Jahr 1856 gegründet. Bereits im Jahr 1857 erscheint der erste Band der Mitteilungen der k. k. Geographischen Gesellschaft. Auch bei der Durchführung der Novara-Expedition in den Jahren 1857 bis 1859, wie auch an zahlreichen anderen Forschungsexpeditionen war die ÖGG beteiligt.

Im Jahr 1902 hatte der Verein bereits 2.065 Mitglieder. Beide Weltkriege setzten dem Verein stark zu, trotzdem wurde die Forschungstätigkeit immer wieder fortgesetzt. So wurde die Zusammenarbeit nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Institut für Geographie intensiviert.

Ab dem Jahr 1961 wurden spezielle Kommissionen gegründet

  • 1961: Kartographische Kommission
  • 1987: Geomorphologische Kommission
  • 1992: Kommission für Angewandte Geographie
  • 1994: Kommission für Fachdidaktik und Schulgeographie
  • 1998: Junge ÖGG

Außerdem wurden ab dem Jahr 1958 Zweigvereine, die selbständig firmieren oder Außenstellen gegründet.

  • 1952: Außenstelle Salzburg
  • 1958: Außenstelle Krems (bestand bis 1976)
  • 1971: Zweigverein: Innsbrucker Geographische Gesellschaft
  • 1987: Zweigstelle Graz
  • 1989: Zweigstelle Klagenfurt
  • 2001: Zweigverein: Salzburger Geographische Gesellschaft

Publikationen[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Da die Tätigkeiten des ÖGG nur ehrenamtlich erfolgen, sieht der Verein eine Möglichkeit Personen, die für den Verein hervorragend waren mit Auszeichnungen zu ehren.

  • 1893 Franz von Hauer-Medaille für „Erweiterung und Förderung des geographischen Wissens", benannt nach dem Geologen Franz von Hauer:
    • Träger der Medaille sind auszugsweise:[1]
Jürgen Bähr
Jaromír Demek
Helmut Heuberger
Adolf Leidlmair
Oskar Lenz[2]
Elisabeth Lichtenberger
Peter Meusburger
Bruno Messerli
Karl Ruppert
Ulrich Freitag
Rainer von Österreich[3]
Emil Tietze[4]
Otto Schlüter[5]
Hans Bobek[6]
Erik Arnberger[7]
Hans Kinzl[8]
  • 1907 Große goldene Medaille „mit dem Allerhöchsten Bildnisse und Wahlspruche geziert“
  • 1959 – 1989: Johann Hampel-Preis
  • 1991 Einrichtung des Hans Bobek-Preises, zu Ehren des Ehrenpräsidenten Hans Bobek
    • Träger des Hans Bobek-Preises:[1]
1991 Heinz Fassmann
1993 Armin Ratusny
1994 Rita Schneider Sliwa
1995 Andreas Novy
1997 Gerhard Karl Lieb
1998 Christine Vogt
1999 Franz Dollinger
2000 Hubert Job
2002 Heiko Schmid
2004 Eberhard Rothfuss
2005 Petra Kohler
2006 Lasafam Iturrizaga
2007 Heike Egner
2008 Lars Keller
2009 Diane Tiefenbacher
2010 Kirsten v. Elverfeldt
  • 1995 Einrichtung des Förderungspreises der ÖGG

Ehrenpräsidenten[Bearbeiten]

Vereinspräsidenten, die sich besonders um den Verein verdient gemacht haben können zum Ehrenpräsidenten als Auszeichnung ernannt werden. Bisher wurden zwölf Präsidenten dazu ernannt.

Weitere Präsidenten (Auszug)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Die Franz v. Hauer-Medaille abgerufen am 26. September 2010
  2. Kleine Chronik. (…) Hof- und Personalnachrichten. In: Neue Freie Presse, Morgenblatt, Nr. 19265/1918, 14. April 1918, S. 8, Mitte rechts. (Online bei ANNO)Vorlage:ANNO/Wartung/nfp.
  3. Erzherzog Rainer bei oeaw.ac.at; abgerufen am 4. Februar 2013
  4. W. Hammer: Emil Tietze † 1931 (PDF; 97 kB) abgerufen am 18. Februar 2012
  5. Rainer W. Gärtner: Schlüter, Otto Louis Karl. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 113 f. (Digitalisat).
  6. W.Kainrath: Bobek, Hans. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage. (online) (kostenpflichtige Registrierung notwendig)
  7. W.Kainrath: Arnberger, Erik. In: Österreichisches Biographisches Lexikon 1815–1950. 2. überarbeitete Auflage. (online) (kostenpflichtige Registrierung notwendig)
  8. Oberösterreichische Heimatblätter (PDF; 225 kB)
  9. Eintrag zu Österreichische Geographische Gesellschaft in: Austria-Forum, dem österreichischen Wissensnetz – online (in AEIOU Österreich-Lexikon)
  10. Axel Borsdorf auf der Seite Geographie Innsbruck abgerufen am 12. März 2012