Accessoire

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Accessoire?/i (von frz. accessoire [akseˈswaʀ] (Adj.) „zusätzlich; nebensächlich“; accessoire (Subst.) „Zubehörteil“) bezeichnet für eine Hauptfunktion nicht notwendiges, aber der Mode angepasstes Beiwerk, beispielsweise in der Kunst, Literatur, Möblierung oder Bekleidung. Letzteres erstarkte seit dem 20. Jahrhundert. Beispiele sind Hüte, Gürtel, Handschuhe, Fächer, Sonnen- oder Regenschirme, Taschen, Tücher und Schmuck.[1]

Etymologie[Bearbeiten]

Etymologisch ist Accessoire ein französisches Lehnwort in der deutschen Sprache. Ursprünglich geht es auf das lateinische Verb accedere (ad-cedere) bzw. dessen Stammform accessus („hinzugekommen, dazugetreten“) zurück. Die wörtliche Übersetzung lautet Zubehör oder Beiwerk.

Die neben akseˈswaʀ oftmals anzutreffende Aussprache aseˈswaʀ ist nicht korrekt.

Accessoire in der Kunst[Bearbeiten]

Als Accessoires (griech. Parergon) bezeichnet man in Werken der bildenden Kunst alle Gegenstände, die nicht nötig sind, den Hauptgegenstand darzustellen.

Erwartungen an Accessoires[Bearbeiten]

Nach Auffassung von Kunsthistorikern muss das Accessoire nach Beschaffenheit der Zeit oder des Orts der Handlung zu genauerer Bezeichnung derselben gewählt werden, mithin zu besserem Verständnis und zur Charakterisierung selbst der Nebenumstände, sowie auch zur Ausführung und Ausfüllung der künstlerischen Darstellung dienen. Dabei darf die Hauptwirkung des Werks jedoch nicht gestört werden, wenngleich dieses durch das Accessoire reicher und mannigfaltiger erscheint.

Im bildhauerischen Relief soll das Accessoire nach griechischer Stilordnung möglichst beschränkt werden, auch in der statuarischen Kunst ist es nur mit Maßhaltung zu verwenden. Die allegorisierende Kunst hat dagegen auf das Accessoire geradezu den Schwerpunkt gelegt.

Accessoire in der Literatur[Bearbeiten]

Im engeren Sinn versteht man innerhalb der Literatur unter Accessoire Darstellungen unbelebter Gegenstände zur Verzierung einer Szene, zur Bezeichnung des Orts und zur Bestimmung der Zeitverhältnisse, beispielsweise bei der Schilderung eines Vorganges im Innern eines Raums das Mobiliar, Gerät, Stoffe etc. Im Epos, in der Tragödie und im Roman kann man die Episoden, Natur- und Ortsschilderungen, also das Lokalkolorit, als Accessoire betrachten.

Selbstgefertigtes dekoratives Accessoire für ein Kinderzimmer

Accessoire in anderen Bereichen[Bearbeiten]

In der Mode bezeichnet Accessoire das Zubehör für die Kleidung, zum Beispiel Handtaschen, Halstücher, Gürtel, Schmuck.

In der Einrichtung sind Accessoires (meist kleinere) Gegenstände, die die Ausstattung oder Möblierung eines Raumes ergänzen, zum Beispiel Vasen, Uhren oder Bilder. Auch Autozubehör, das nicht direkt vom Hersteller ab Werk angeboten wird, wird zum Teil so bezeichnet.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Accessoire – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Knaur: Das deutsche Wörterbuch, Lexikografisches Institut München 1985, Seite 108