Achaier

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Lage von Achaia und Achaia Phthiotis

Als Achaier (griechisch Ἀχαιοί) oder Achäer im engen Sinne wurde im antiken Griechenland die Bevölkerung der Landschaft Achaia im Nordwesten der Peloponnes bezeichnet. Der Volksstamm gründete auch einige Kolonien in Unteritalien und auf Zypern (s. Liste achaiischer Stadtgründungen). In Homers Epen dagegen steht die Bezeichnung Achäer, neben Danaer und Argiver, allgemein für die Griechen, die gegen Troja kämpften.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprünglich siedelten die Achaier in der thessalischen Landschaft Phthiotis; der dortige Stamm wird daher als phthiotische Achaier bezeichnet. Im Zuge der dorischen Wanderung wurden sie dann nach Achaia verdrängt.[1][2]

Die Achaier waren namensgebend für den Achaiischen Bund, einem gegen die makedonische Expansion ausgerichteten Städtebund (280–146 v. Chr.). Der Achaiische Bund beherrschte zeitweilig fast die ganze Peloponnes, bis er schließlich um 146 v. Chr. vom Römischen Reich erobert wurde.

Ursprung[Bearbeiten]

Viel diskutiert ist die Frage, ob es sich bei den in hethitischen Schriftquellen erwähnten Achijawa um mykenische Griechen handeln könnte. Derzeit geht die Mehrzahl der Forscher davon aus. Demnach wäre der Begriff Aḫḫijawa/Achaier nicht auf Griechen aus der Landschaft Achaia bezogen, sondern – wie bei Homer – wahrscheinlich ein Sammelbegriff für die Griechen der Mykenischen Zeit gewesen. Auch die zur Zeit des Merenptah erwähnten und zu den sog. Seevölkern gerechneten Ekweš/Aqwaiwascha werden von einem Teil der Forschung mit Achijawa und Achaiern gleichgesetzt.

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Achaier. Brockhaus und dtv, Wiesbaden/München 1982. Band 1, S. 38. ISBN 3-423-03301-0
  2. Achaier, Universal Lexikon (Weblink)