Merenptah

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Namen von Merenptah
Louvre 042007 09.jpg
Büste Merenptahs; Louvre, Paris
Thronname
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
E11 N5
N35
C12 U6
Hiero Ca2.svg
Ba-en-Re-meri-Amun
B3-n-Rˁ-mrj-Jmn
Ba-Seele des Re,
Geliebter des Amun
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
N5 E11
N35
N36
R8 R8 R8
Hiero Ca2.svg
Ba-en-Re-meri-Amun-meri-neteru
B3-n-Rˁ-mrj-Jmn-mrj-nṯrw
Ba-Seele des Re, Geliebter des Amun, Geliebter der Götter
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
N5 G29
N35
G7 HASH
Hiero Ca2.svg
Ba-en-Re
B3-n-Rˁ
Ba-Seele des Re
Eigenname
Hiero Ca1.svg
C19 N36
N35
C10 R4
D2 Z1
Hiero Ca2.svg
Merienptahhetephermaat
(Meri en Ptah hetep her Maat)
Mrj n Ptḥ ḥtp ḥr M3ˁt
Den Ptah liebt, der mit der Maat zufrieden ist
Griechisch Manetho-Varianten:
Josephus: Amenôphis
Africanus: Amenephthês
Eusebius: Ammenephthis
Eusebius, A-Version: Amenephthis

Merenptah war der vierte König (Pharao) der altägyptischen 19. Dynastie (Neues Reich) und regierte von 1213 bis 1204 v. Chr.[1]

Weitere Namen[Bearbeiten]

  • Merneptah
  • Menepthah
  • Amenophat
  • Merneptah Ramses-Merenptah
  • Set(h)i-Merenptah

Weitere Titel[Bearbeiten]

  • Horusname: Der über die Maat jubelt und andere
  • Nebtiname: Der (seine) Macht bis zu dem Land der Libyer wirken lässt. Variante: Der erscheint wie Ptah inmitten von Hunderttausenden, um die vollkommenen Gesetze in den beiden Ländern festzusetzen; Groß an Kraft, reich an Sieg.
  • Goldname: Der Furcht einflößt und Ehrfurcht gebietet (freie Übertragung). Variante: Der Ägypten stark macht, der die Neun Bogen [also die Feinde Ägyptens] niederwirft, um den Frieden der Götter in die beiden Länder zu geben.

Familie und Herkunft[Bearbeiten]

Merenptah war der dritte Sohn von Ramses II. und dessen Gemahlin Isisnofret (Isetnefret) und insgesamt der 13. Sohn dieses Königs. Er war mit seiner Schwester Isisnofret und Tachat verheiratet. Aus dieser Ehe sind zwei Söhne bezeugt: Sethi-Merenptah und Amenmesse, der ihm auf den Thron folgte. Seine Hauptgemahlin wurde Bintanat II., Tochter von Ramses II. (sein Vater) und Bintanat (seiner Schwester und Königsgemahlin Ramses II.)

Text der Siegesstele des Merenptah

Herrschaft[Bearbeiten]

Wegen der langen Regierungszeit seines Vaters waren seine älteren Brüder bereits gestorben und auch Merenptah muss bereits im fortgeschrittenen Alter gewesen sein, als er am 28. Junigreg. (19. Achet I) den Thron bestieg.[2] Nach Manetho hat er 19 Jahre und 6 Monate regiert, jedoch ist das höchste belegte Datum seiner Regierungszeit 9 Jahre und 3 Monate (10. Regierungsjahr).

Außenpolitik[Bearbeiten]

Merenptah schlug Revolten in Nubien nieder, wehrte einen Angriff von Libyern, denen sich einige Verbände der sog. Seevölker angeschlossen hatten, auf das Nildelta ab (s. Schlacht bei Sais). Falls entsprechende Reliefs in Karnak Merenptah zugewiesen werden, zog er auch in den kanaanitischen und eventuell syrischen Raum und schlug in Palästina Revolten nieder (dieser Feldzug ist allerdings in der Fachwelt umstritten [3]). Überliefert ist auch eine Getreidelieferung an den hethitischen Großkönig Suppiluliuma II., als in dessen Reich eine Hungersnot herrschte.[4]

Eine Siegesstele aus dem 5. Regierungsjahr des Merenptah, in der Literatur auch Israelstele genannt, ist die erste und einzige Erwähnung Israels in ägyptischen Texten: unter den zerstörten Städten Kanaans wird auch eine Menschengruppe namens „Israel“ erwähnt, die vernichtet und deren Same ausgerottet worden sein soll.

Termine der Nilflut[Bearbeiten]

Aus der Regierungszeit Merenptahs sind einige Datierungen der Nilschwemme überliefert:

Termine der Nilschwemme (Regierungszeit des Merenptah)
Reg.jahr Jahr Altägyptisches Datum Gregorianischer Kalender Kommentar
1
1213 v. Chr.
3. Achet III
11. August
Geburt der großen Nilflut
2
1212 v. Chr.
3. Achet II
12. Juli
Geburt der großen Nilflut
7
1207 v. Chr.
5. Achet III
11. August
Geburt der Nilflut
10
1204 v. Chr.
13. Achet II
20. Juli
Geburt einer großen Nilflut

Das Grab[Bearbeiten]

Sarkophag von Merenptah
Kopf der Mumie von Merenptah

Das Grab Merenptahs befindet sich im Tal der Könige (KV8) und war das erste, welches komplett axial angelegt wurde. Diese Bauweise wurde danach beibehalten.

Die Grabstätte war schon im Altertum offen, man fand darin nur zwei Sarkophage aus Granit und Reste eines weiteren aus Alabaster. Die Mumie wurde erst 1898 durch Victor Loret im Grab von Amenophis II. (KV35) gefunden, wo sie am Ende der 20. Dynastie versteckt worden war. Merenptahs Mumie ist auch unter dem Namen Die weiße Mumie bekannt, da sie eine weißliche Farbe besitzt. Ein weiterer Sarkophag des Königs wurde von Psusennes I. (21. Dynastie) usurpiert. Über die Herkunft dieses Sarkophages sind sich die Ägyptologen nicht einig. Es wird vermutet, dass er aus dem Kenotaph (Scheingrab) Merenptahs oder aus seinem richtigen Grab (KV8) im Tal der Könige stammt.


Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Jan Assmann: Die Inschrift auf dem äußeren Sarkophagdeckel des Merenptah. In: Mitteilungen des Deutschen Archäologischen Instituts, Abteilung Kairo. (MDAIK) Bd. 28, von Zabern, Mainz 1972, S. 47–73. (online)
  • Jan Assmann : Neith spricht als Mutter und Sarg. Interpretation und metrische Analyse der Sargdeckelinschrift des Merenptah. In: MDAIK Bd. 28, von Zabern, Mainz 1972, S. 115–139. (online)
  • Darrell D. Baker: The Encyclopedia of the Egyptian Pharaohs, Volume I: Predynastic to the Twentieth Dynasty (3300-1069 BC). Bannerstone Press, London 2008, ISBN 978-1-905299-37-9, S. 205–208.
  • U. Cruz-Uribe: On the wife of Merenptah. In: Göttinger Miszellen. (GM) Bd. 24, Göttingen 1977, S. 23–32.
  • Marianne Eaton-Krauss: Seti-Merenptah als Kronprinz Merenptahs. In: Göttinger Miszellen. Bd. 50, Göttingen 1981, S. 15–22.
  • Erik Hornung: The New Kingdom. In: Erik Hornung, Rolf Krauss, David A. Warburton (Hrsg.): Ancient Egyptian Chronology (= Handbook of Oriental studies. Section One. The Near and Middle East. Band 83). Brill, Leiden/ Boston 2006, ISBN 978-90-04-11385-5, S. 197–217.
  • Horst Jaritz, Brigitte Dominicus, Hourig Sourouzian: Der Totentempel des Merenptah in Qurna. 2. Grabungsbericht (7. und 8. Kampagne). In: MDAIK, Bd. 51, von Zabern, Mainz 1995, S. 57–83.
  • Horst Jaritz, Brigitte Dominicus, Uwe Minuth, Walter Niederberger, Anne Seiler: Der Totentempel des Merenptah in Qurna. 3. Grabungsbericht (9. und 10. Kampagne). In: MDAIK Bd. 52, von Zabern, Mainz 1996, ISBN 3-8053-1861-8, S. 201–232.
  • Horst Jaritz, Brigitte Dominicus, Walter Niederberger, Hourig Sourouzian, Laurent Stalder: Der Totentempel des Merenptah in Qurna. 4. Grabungsbericht. In: MDAIK Bd. 55, von Zabern, Mainz 1999, S. 13–62.
  • Horst Jaritz u.a.: Der Totentempel des Merenptah in Qurna. 5. Grabungsbericht. In: MDAIK Bd. 57, von Zabern, Mainz 2001, S. 141–170.
  • Kenneth Anderson Kitchen: Ramesside Inscriptions, 4: Merenptah & the late nineteenth Dynasty. Blackwell, Oxford 2003, ISBN 0-631-18429-5.
  • Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Albatros, Düsseldorf 2002, ISBN 3-491-96053-3, S. 159-162.
  • Hourig Sourouzian: Les monuments du roi Merenptah. von Zabern, Mainz 1989. ISBN 3-8053-1053-6.
  • A.P. Zivie: Quelques remarques sur un monument nouveau de Mérenptah. In: Göttinger Miszellen. Bd. 18, Göttingen 1975, S. 45–50.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Merenptah – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Datierung nach Schneider: Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002, S. 319.
  2. Wolfgang Helck: Geschichte des alten Ägypten. Brill, Leiden 1981, ISBN 90-04-06497-4, S. 191.
  3. Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Düsseldorf 2002, S. 160 (s. v. "Merenptah") mit weiterführender Literatur.
  4. ebenda.


Vorgänger Amt Nachfolger
Ramses II. Pharao von Ägypten
19. Dynastie
Amenmesse