Peloponnes

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Dieser Artikel beschreibt die Halbinsel Peloponnes. Zur gleichnamigen Verwaltungsregion siehe Peloponnes (Verwaltungsregion).
Reliefkarte des Peloponnes
Verkehrsachsen 2007

Der Peloponnes (fachsprachlich auch die Peloponnes, griechisch Pelopónnisos Πελοπόννησος (f. sg.) ‚Insel des Pelops‘, Transkription aus dem Altgriechischen Peloponnēsos) ist eine Halbinsel im Süden des griechischen Festlands mit etwa einer Million Bewohnern.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Herkunft des Namens

Der Name ist hergeleitet von der mythologischen Gestalt Pelops, der ein Sohn des sagenhaften Königs Tantalos gewesen sein soll. Der zweite Teil des Namens ist das griechische Wort für Insel, νήσος nisos, in altgriechischer Aussprache nēsos, wörtlich bedeutet der Name also „Insel des Pelops“. Im Griechischen ist das grammatische Geschlecht des Namens weiblich, im Deutschen hat sich kein einheitlicher Gebrauch durchgesetzt. Laut Brockhaus heißt es „der Peloponnes“ oder (fachsprachlich) „die Peloponnes“. Im Mittelalter war für den Peloponnes auch die (italienische) Bezeichnung Morea (frz. Morée) geläufig.

[Bearbeiten] Geografie

Der Peloponnes ist der südlichste Teil der Balkanhalbinsel und somit das am weitesten ins Mittelmeer hineinragende Gebiet. Der südlichste Punkt des Peloponnes ist Kap Tenaro. Im Osten wird der Peloponnes von der Ägäis und im Westen vom Ionischen Meer begrenzt.

Vom Festland ist der Peloponnes über eine Landenge von etwa 6,3 km Breite, den Isthmus von Korinth, zu erreichen, der jedoch 1893 durch den Kanal von Korinth durchbrochen wurde. Dennoch ist der Peloponnes keine Insel, weil der Kanal ein künstliches Bauwerk ist (siehe dazu auch Insel und Halbinsel). Seit 2004 ist der Peloponnes auch zwischen den Orten Rio und Andirrio durch die 2,2 km lange Rio-Andirrio-Brücke mit dem übrigen Festland verbunden.

Erdgeschichtlich betrachtet war der Peloponnes ursprünglich eine Insel, wurde jedoch im Laufe der Zeit durch die Nord-Verschiebung der afrikanischen und saudi-arabischen Platte an das Festland herangedrückt (siehe auch Plattentektonik). Deutliche Spuren davon sind an den vielen, geologisch gesehen jungen, Faltengebirgen zu erkennen. Diese spalten sich auf dem Peloponnes zahlreich auf und geben der Landschaft ein charakteristisches Bild. Vor allem im Zentralpeloponnes (Arkadien) ist die gebirgige Gegend schwer zugänglich und gekennzeichnet von oberirdischen abflusslosen Becken (Poljen), in denen teilweise Seen entstanden. Ein Beispiel hierfür ist der mittlerweile verlandete Stymphalische See. Die Gebirge erheben sich auf dem Peloponnes bis 2400 m, die dazwischen liegenden Täler zeichnen sich oft durch für griechische Verhältnisse große Fruchtbarkeit aus. Geographische, klimatische, aber auch vom Menschen verursachte Faktoren führen immer wieder zu verheerenden Landschaftsbränden auf dem Peloponnes, zuletzt im Sommer 2007.

Da die Verschiebung der Platten weiterhin anhält, ist der Peloponnes neben Italien zu den erdbebengefährdetsten Gebieten Europas zu zählen.

[Bearbeiten] Verwaltungsgliederung

Die Halbinsel Peloponnes besteht heute im Wesentlichen aus sieben Präfekturen.

Einen Teil der Halbinsel bildet die Verwaltungsregion (griech. περιφέρεια, periphéría) Peloponnes (Πελοπόννησος, Pelopónnissos) mit fünf Präfekturen (griech. νομοί, nomí, Singular νομός, nomós), von denen ein Teil der Präfektur Korinthia sich auch auf das griechische Festland jenseits des Isthmus erstreckt. Die Präfekturen Achaia und Elis bilden zusammen mit der Präfektur Ätoloakarnanien auf dem nordwestlichen Festland die Verwaltungsregion Westgriechenland. Ein Teil der Halbinsel Methana und ein Küstenstreifen der Argolischen Halbinsel wie auch die Inseln im Saronischen Golf und vor der peloponnesischen Südostküste gehören zur Verwaltungsregion Attika.

[Bearbeiten] Städte

Einige größere Städte:

[Bearbeiten] Geschichte

Der Peloponnes in klassischer Zeit

Die Franchthi-Höhle in der Argolis ist der älteste Platz in Griechenland, an dem prähistorische Funde (ab 15.000 v. Chr.) gemacht wurden. Im Altertum war der Peloponnes Zentrum der mykenischen Kultur, die um 1100 v. Chr. ein abruptes Ende fand. Neben den Dorern hielten sich im Nordwesten die Achaier. In der klassischen Zeit unter der Herrschaft Spartas und seines Peloponnesischen Bundes wurde es nach dem Fall Spartas bei der Schlacht von Leuktra 371 v. Chr. vom Arkadischen Bund beherrscht. Nach der Makedonenherrschaft schlossen sich Teile des Peloponnes im Achäischen Bund zusammen, der 146 v. Chr. von den Römern nach der Zerstörung Korinths aufgelöst wurde. Am Ende der Spätantike wurden große Teile der Halbinsel von eindringenden slawischen Gruppen besiedelt (siehe hierzu Landnahme der Slawen auf dem Balkan). Nach jahrhundertelanger Zugehörigkeit zu Byzanz wurde die Halbinsel, die nun Morea bzw. Morée genannt wurde, 1204 von den Kreuzrittern erobert. Die Gegend rund um Mystras wurde aber bald wieder byzantinisch und zu einem Zentrum der Halbinsel, die weitgehend von den Byzantinern zurückerobert wurde. Ab dem 15. Jahrhundert wechselte der Besitz zwischen Venedig und dem Osmanischen Reich. Von 1686–1715 war die gesamte Morea erstmals territorial vollständig eine venezianische Provinz (siehe auch Türkenkriege), nach der Unabhängigkeit Griechenlands 1822 wurde sie unter ihrem antiken Namen Teil des neuen Staates.

[Bearbeiten] Bekannte antike Stätten

[Bearbeiten] Wichtige Orte aus byzantinischer Zeit

[Bearbeiten] Geschichtlich bedeutende Orte

[Bearbeiten] Verkehr

Die Halbinsel ist im Osten mit mehreren Brücken über den Kanal von Korinth mit dem Festland verbunden, im Westen mit der 2004 eingeweihten Rio-Andirrio-Brücke.

Ein meterspuriges Schmalspurbahnnetz erschließt die Halbinsel. Die Hauptstrecke führt von Athen über Korinth nach Patras und entlang der Westküste weiter nach Kalamata, eine weitere Strecke erschließt das Landesinnere zwischen Korinth und Kalamata. Eine normalspurige Neubaustrecke ist bis Korinth fertiggestellt und wird bereits planmäßig befahren.

Zwei mautpflichtige Autobahnen bzw. Schnellstraßen durchqueren den Peloponnes, die kurz vor dem Isthmus von Korinth aufeinandertreffen und von dort nach Athen führen.

Es gibt Flughäfen bei Patras (Araxos) im Nordwesten und bei Kalamata im Südwesten.

Fährverbindungen nach Italien gehen ab Patras, zu den Ionischen Inseln Zakynthos und Kefalonia ab Kyllini.

[Bearbeiten] Literatur

  • Klaus Bötig: Griechenland: Festland und Peloponnes. DuMont, Köln 1996, 396 S., ISBN 3-7701-3456-7
  • Markus Fiedler, Burkard Richter: Griechenland: Peloponnes, Athen, Delphi - Ein geographischer Exkursionsführer. BoD 2008, Delmenhorst, ISBN 3-8370-4314-2

[Bearbeiten] Einzelnachweise


37.522Koordinaten: 37° 30′ N, 22° 0′ O

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