Acker-Hundskamille

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Acker-Hundskamille
Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis)

Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis)

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Anthemideae
Gattung: Hundskamillen (Anthemis)
Art: Acker-Hundskamille
Wissenschaftlicher Name
Anthemis arvensis
L.

Die Acker-Hundskamille (Anthemis arvensis) ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Illustration aus Köhler's Medizinalpflanzen.
Querschnitt durch das Blütenkörbchen mit dem markhaltigen Körbchenboden und Zungen- sowie Röhrenblüten.
Gefiedertes Laubblatt.
Habitus

Die Acker-Hundskamille wächst als ein- bis zweijähriges krautige Pflanze, die Wuchshöhen zwischen 10 und 50 Zentimeter erreicht. Sie besitzt verzweigte, ausgebreitete oder aufrechte Stängel. Die wechselständigen Laubblätter sind mehrfach gefiedert und verströmen beim Zerreiben keinen charakteristischen Duft.

Die Blütezeit reicht in Deutschland sowie Österreich von Juni bis September. Der körbchenförmige Blütenstand weist einen Durchmesser von 2 bis 3 Zentimeter auf. Der Körbchenboden ist im Gegensatz zur Echten Kamille (Matricaria recutita) innen markig gefüllt. Die Hüllblätter sind oben ganzrandig oder etwa gezähnt. Der Blütenkorb enthält weiße Zungen- und gelbe Röhrenblüten.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Acker-Hundskamille ist ein Ackerwildkraut, ein Archäophyt, ein Kulturbegleiter und ein Versauerungszeiger.[1]

Es liegt Insektenbestäubung und der Selbstbestäubung vor.[1]

Die Acker-Hundskamille zeigt Verschiedenfrüchtigkeit d. h. die Randblüten der Körbchen sind mit etwa 1 mg doppelt so schwer wie die zentralen Früchte. Die Früchte unterliegen als Klebhafter der Tierausbreitung, da ihre Höcker auf der Oberfläche einen Schleim absondern; außerdem erfolgt Menschenausbreitung mit Ackererde.[1]

Vorkommen[Bearbeiten]

Als Standorte werden Äcker, Brachflächen und Wegränder, besonders auf kalkfreien, sauren Böden bevorzugt. Diese Pflanzenart ist in ganz Europa häufig.

Trivialnamen[Bearbeiten]

Für diese Art sind oder wurden, zum Teil nur regional, auch folgende weitere Trivialnamen verwendet: Butterblumen, Crotuntille (althochdeutsch), Dickkopp (Altmark), Härnelchen, Heangskrokt (Siebenbürgen), wilder Hermel (Schlesien), Hermeln, Hernlein, Hosennabelo (althochdeutsch), Hundsblume (Eifel Dreis), Hundschamille (Eifel), Hundsdille (mittelniederdeutsch), Hunenblomen (Münsterland), Hundskamellen (Unterweser), Kröttenkraut, Kühaugen, Kühdille (Schlesien), Lauchkolb (mittelhochdeutsch), Ochsenauge, Ochsinnabe (mittelniederdeutsch), Ochsinsnabel (althochdeutsch), Ochsnals, Rindsauge und Rotonabel.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Porträt. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.
  2. Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, Seite 31, online.

Literatur[Bearbeiten]

  • Kremer: Wildblumen, München 2001, ISBN 3-576-11456-4
  •  Manfred A. Fischer, Wolfgang Adler, Karl Oswald: Exkursionsflora für Österreich, Liechtenstein und Südtirol. 2., verbesserte und erweiterte Auflage. Land Oberösterreich, Biologiezentrum der Oberösterreichischen Landesmuseen, Linz 2005, ISBN 3-85474-140-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Acker-Hundskamille – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien