Adolph Strecker

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adolph Strecker
1841 in Liebigs Laboratorium
Nachruf

Adolph Friedrich Ludwig Ewald Strecker (* 21. Oktober 1822 in Darmstadt; † 7. November 1871 in Würzburg) war ein deutscher Chemiker.

Leben[Bearbeiten]

Nach Absolvierung der Höheren Gewerbeschule in seiner Heimatstadt studierte Strecker ab 1840 an der Ludwigsuniversität Gießen Naturwissenschaften. Seit 1841 war er Mitglied des Corps Teutonia Gießen.[1]

In Chemie wurde er Schüler von Justus von Liebig. 1842 konnte Strecker sein Studium mit einer Promotion abschließen. Anschließend ging er als Lehrer an das Realgymnasium in Darmstadt, kehrte aber 1846 als Assistent Liebigs nach Gießen zurück. Dort habilitierte er 1849 mit einer Arbeit über Ochsengalle.

Er ging 1851 als Professor an die Universität Christiania (heute: Oslo) und kehrte 1860 zurück nach Deutschland an die Universität Tübingen. In Würzburg wurde zu dieser Zeit das Studienfach von der medizinischen Fakultät (Joseph von Scherer) auf die philosophische Fakultät übertragen. 1869 folgte er dem Ruf auf den ersten ordentlichen Lehrstuhl für Organische Chemie in der philosophischen Fakultät der Universität Würzburg, wo er aber kurze Zeit darauf 1871[2] an den Folgen einer chronischen Thallium-Vergiftung verstarb. Sein Nachfolger wurde nach einem Jahr Vakanz Johannes Wislicenus.

Strecker beschäftigte sich mit der Analyse, Strukturaufklärung und Synthese zahlreicher Naturstoffe, besonders von Aminosäuren und Farbstoffen wie Alizarin, mit anderen stickstoffhaltigen Stoffgruppen, aber auch mit der analytischen Trennung der Nebengruppenmetalle und Anfängen der metallorganischen Chemie.

Nach ihm benannt ist die Strecker-Synthese für Aminosäuren aus Aldehyden, Ammoniak und Blausäure und der Strecker-Abbau von α-Aminosäuren zu Aldehyden, Ammoniak und Wasser.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kösener Corpslisten 1930, 39, 45
  2. Nachfolge Lehrstuhl für Organische Chemie: Johannes Wislicenus (1872-1885)