Airframe

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Dieser Artikel behandelt den Roman von Michael Crichton; für den Flugzeugrumpf, siehe dort.

Airframe [ˈɛɹˌfɹeɪm] ist ein Roman von Michael Crichton, der im Jahre 1996 veröffentlicht wurde.

Als Airframe (von englisch frame: Rahmen) bezeichnet man in der Flugzeugindustrie den komplett aufgebauten Rumpfteil eines Flugzeuges inklusive aller technischen Einbauten. Der Titel ist jedoch auch ein Wortspiel mit der englischen Redewendung: to frame somebody (= jemanden hereinlegen).

Handlung[Bearbeiten]

Die Handlung wird als Wirtschaftskrimi getrieben und spielt im amerikanisch-asiatischen Wirtschaftsraum der Gegenwart. Die Geschichte ist angelehnt an eine wahre Begebenheit, die in eine fiktive Handlung projiziert wurde.

Der Roman handelt von einem Flugzeugunglück einer Großraummaschine über dem pazifischen Ozean. Casey Singleton, Chefin der Fertigungskontrolle des Flugzeugherstellers in den USA, steht unter dem hohen Druck, innerhalb weniger Tage herausfinden zu müssen, weshalb es zu diesem Zwischenfall mit drei Toten und vierzig Verletzten kommen konnte. Der Firma Norton Aircraft droht nämlich ein acht Milliarden-Dollar-Auftrag mit der chinesischen Regierung zu platzen, wenn Casey nicht beweisen kann, dass die Konstruktion des Flugzeugs technisch einwandfrei war.

Zudem hat die berüchtigte Fernsehsendung „Newsline“ von dem Unglück erfahren und von einer anonymen Quelle ein Video zugeschickt bekommen, das den Vorfall zeigt. Für die Medien ist damit der Vorfall eindeutig auf ein Verschulden des Flugzeugherstellers zurückzuführen. Die Journalistin Jennifer Malone, die sich im Feldzug gegen das angeblich unsichere Flugzeug profilieren will, fliegt später bei einem Testflug mit und erfährt dabei, dass der von der Presse angegebene Grund des Vorfalls sich als falsch herausstellt.

Gegen Ende wird bekannt, dass der erfahrene Kapitän John Zhen Chang für einige Minuten seinen Sohn hat fliegen lassen, der bei einem – durch gefälschte Ersatzteile verursachten – kleineren technischen Defekt in Panik geriet, gegen den Autopilot ansteuerte und somit eine Folge von Sturzflügen provozierte. Dieser Vorfall hat Ähnlichkeit mit dem Unfall der Aeroflot Flug 593

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Roman übt offene Kritik an der subjektiven Informationsflut durch die Massenmedien, der der „normale“ Bürger heute täglich ausgesetzt sei. Crichton spricht das politische Thema Pressefreiheit an. Er wirft die Frage auf, ob das Grundrecht Pressefreiheit uneingeschränkt Vorteile hat, oder auch Gefahren birgt. Durch die Falschinformation, die in den Medien vermittelt wird, droht dem Unternehmen in Crichtons Roman ein großer wirtschaftlicher Verlust und als Konsequenz der Konkurs – und nicht zuletzt der Verlust vieler Arbeitsplätze. Die im Buch unterstellte Feindschaft der europäischen Zulassungsbehörden gegenüber amerikanischen Flugzeugen spiegelt dabei die zum Politikum gewordene Konkurrenz zwischen Boeing und Airbus bzw. der US-amerikanischen und europäischen Luft- und Raumfahrtindustrie im Allgemeinen.

Der Autor möchte mit seinem Werk aber auch über die Sicherheit des Luftverkehrs informieren. Er stellt das Flugzeug als das statistisch betrachtet sicherste Verkehrsmittel dar.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]