Aktiensplit

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Ein Aktiensplit (engl. forward stock split) ist die Umwandlung von existierenden Aktien in eine größere Anzahl neue Aktien mit einem geringeren Nominalwert[1], was transaktionstechnisch das Gegenteil einer Aktienzusammenlegung (engl. reverse stock split) ist.

Durchführung und Eigenheiten[Bearbeiten]

Bei einem Aktiensplit handelt es sich um eine Maßnahme, bei der eine Aktiengesellschaft den Nennwert der Aktien herabsetzt oder die Anzahl der ausgegebenen Aktien erhöht, um den Kurs einer börsennotierten Aktie zu reduzieren und die Aktie damit leichter handelbar zu machen.

Die Durchführung eines Aktiensplit muss in der Hauptversammlung beschlossen werden. Diese Maßnahme ist eigentlich rein psychologischer Natur, da sich an den Beteiligungsverhältnissen zunächst nichts ändert. Die einzelne Aktie verbilligt sich im Börsenpreis, ohne dass sich das Eigenkapital der Gesellschaft oder der Wert des Aktienbestandes eines einzelnen Aktionärs ändert.

Im Rahmen der Euroeinführung wurden in Deutschland viele Aktien von einem nominellen Nennwert von üblicherweise 50 DM auf Stücke im Nennwert von 5 €, 1 € oder nennwertlose Stückaktien umgestellt. Die Anzahl der Aktien im Depot erhöhte sich ohne Änderung des Depotwertes für diese Aktien.

Während bei Stückaktien ein Aktiensplit vergleichsweise einfach durch eine entsprechende Satzungsänderung möglich ist, müssen eigentlich bei einem Aktiensplit bei Nennbetragsaktien alle Effekte ausgetauscht werden. In der technischen Durchführung werden die bisherigen Aktien eingezogen und durch Aktien mit einem niedrigeren Nennwert aber gleicher WKN bzw. ISIN ersetzt. Dieses ist einer der Gründe, weshalb Aktiensplits früher nur selten durchgeführt wurden. Mittlerweile liegen die meisten Aktien jedoch gesammelt in Form von Globalaktien vor, so dass bei einem Aktiensplit lediglich die wenigen physisch vorliegenden Globalaktien ausgetauscht werden müssen.

Anpassung historischer Kursdaten[Bearbeiten]

Normalerweise hätte ein Aktiensplit ähnlich der Dividendenauszahlung einen Kurseinbruch zur Folge. Bei einem 1:2 Aktiensplit (2-für-1; d. h. zwei neue Aktien werden pro einer alten Aktie ausgegeben) würden sich sowohl der Nominalwert als auch der Kurswert plötzlich halbieren, was unerfahrene Anleger zu dem Glauben verleiten könnte, der Kurs sei um 50 % eingebrochen. Daher werden die historischen Kurse in den meisten Kursanalyseprogrammen automatisch angepasst, so dass ein Aktiensplit in der Grafik nicht zu erkennen ist. In den meisten Darstellungen der Handelssysteme sind die Zeitpunkte von Splits jedoch gekennzeichnet. Gleiches gilt für die Handelsvolumen, die sich in diesem Beispiel – in Stück betrachtet – plötzlich verdoppeln würden. Bei der Arbeit mit historischen Kursdaten, insbesondere Kurspreise, Handelsvolumen (Stück) und Handelsumsätzen (Volumen in Währung), ist daher stets erhöhte Aufmerksamkeit geboten, um automatische Korrekturen nicht versehentlich mit Realdaten zu vermischen, und so unrealistische Werte zu errechnen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Markus Karl Bertl: Aktiensplits am Deutschen Kapitalmarkt (PDF; 225 kB)