Algol (Film)

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Filmdaten
Originaltitel Algol
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 1920
Länge 81 Minuten
Stab
Regie Hans Werckmeister
Drehbuch Hans Brennert,
Fridel Köhne
Kamera Axel Graatkjær,
Herrmann Kricheldorff
Besetzung

Algol (Alternativtitel: Algol. Eine Tragödie der Macht) ist ein deutscher Spielfilm von Hans Werckmeister aus dem Jahr 1920.

Handlung[Bearbeiten]

Robert Herne ist ein Minenarbeiter in einer Kohlegrube. Eines Tages stößt er während der Arbeit in der Mine auf einen Außerirdischen vom Planeten Algol. Dieser gibt ihm das Geheimnis der Algol-Wellen und eine Maschine, die diese vom Algol-Stern ausgehenden Wellen in Energie verwandelt. Herne hat nun eine unerschöpfliche Energiequelle in der Hand.

Herne, der die Chance seines Lebens erkennt und ergreift, nutzt die Maschine und versorgt die ganze Welt mit Energie. Er gewinnt überall an Macht und Einfluss. Doch seine Freundin Maria verlässt ihn und flieht in ein agrarisch geprägtes Nachbarland, das Hernes Machtstreben noch widersteht. Herne heiratet die reiche Grubenbesitzerin Leonore Nissen, mit der er zwei Kinder hat.

Zwanzig Jahre später kommt Marias Sohn Peter Hell zu Herne, um ihn zu bitten, die Energie der Algol-Strahlen der ganzen Menschheit zugutekommen zu lassen. Herne lehnt ab. Seine Tochter Magda folgt Peter Hell in das idyllische Nachbarland, das aber unter dem Einfluss von Hernes Machtpolitik unter zunehmenden Druck gerät. Hernes Frau Leonore kommt bei einem Unfall mit den Algolstrahlen ums Leben und sein Sohn Reginald trachtet seinem Vater nach dem Leben, um die Weltherrschaft an sich reißen zu können. Herne erkennt, wie sehr ihn die Macht der Algolmaschine korrumpiert hat, und zerstört diese.

Hintergrund[Bearbeiten]

Werckmeister arbeitete hier mit dem Architekten Walter Reimann zusammen, der ein Jahr zuvor die Bauten für Robert Wienes Stummfilmklassiker Das Cabinet des Dr. Caligari entworfen hatte. Außenaufnahmen des Films fanden in Potsdam im Park von Sanssouci und am Orangerieschloss statt. Algol hatte am 3. September 1920 im Berliner U.T. Kurfürstendamm Premiere.

Es existiert eine Kopie des Films mit neuen Zwischentiteln aus den 1980er-Jahren unter dem fehlerhaften Titel „Algol – Tragödie der Nacht”.[1]

Kritiken[Bearbeiten]

Die zeitgenössische Kritik lobte insbesondere die Dekorationen Reimanns und Graatkjaers Kameraarbeit. Der Film komme jedoch in einer seltsamen Mischung von Realistik und Phantastik daher; das Phantastische sei stofflich und entstehe nicht aus der filmischen Irrealität. Zugeschrieben wird dies der eher zufällig wirkenden Szenenaneinandereihung, die auf schlechte Regiearbeit zurückgeführt wird. Die Geschichte leide an mangelnder Logik, habe aber einige poetisch interessante Momente.[2][3][4][5]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bernd Perplies: Algol. Faust'sche Versuchung aus dem All. In: Bernd Perplies: Der deutsche Science-Fiction-Film. Annäherungen an ein vernachlässigtes Genre. GRIN Verlag, s. l. 2006, ISBN 3-638-45187-9.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Patrick Conley: Algol – Tragödie der Nacht. Bildprotokoll und Verzeichnis der Inserts. Eigenverlag, Frankfurt am Main 1989.
  2. Peter Ejk: Algol. In: Der Tag, 4. September 1920 (Nachdruck in: Film und Presse, Nr. 9, 1920, ZDB-ID 12006-6)
  3. Herbert Ihering: Algol. In: Berliner Börsen-Courier, 5. September 1920, (Onlinefassung).
  4. Kritik in: Der Kinematograph. Nr. 713, 12. September 1920, ZDB-ID 575137-8, (Onlinefassung).
  5. P....r (= Georg Popper), Hamburger Theaterzeitung. Nr. 39, 1. Oktober 1920, ZDB-ID 291019-6, (Onlinefassung).

Weblinks[Bearbeiten]