Altreich (Rumänien)

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Karte Rumäniens (1878–1913)

Als Altreich (rumänisch Regatul Vechi oder Regat) wurde nach dem Ersten Weltkrieg jenes Gebiet Rumäniens bezeichnet, das schon vor dem Krieg zu diesem Staat gehört hatte. Unter König Carol I. wurde das Land im Jahr 1881 vom Fürstentum zum Königreich Rumänien umgewandelt. Es bestand aus folgenden historischen Regionen: Moldau, Walachei und Dobrudscha (einschließlich der Schlangeninsel).

Infolge des Zweiten Balkankrieges kam 1913 auch die Süddobrudscha hinzu.

Unter dem Nachfolger König Carols, seinem Neffen Ferdinand I., kam es im Jahr 1918 durch den Zusammenschluss mit Siebenbürgen, dem Banat und Kreischgebiet, der Bukowina und Bessarabien zur Bildung von Großrumänien.

Im Ergebnis des Deutsch-Sowjetischen Grenz- und Freundschaftsvertrages vom 28. September 1939 wurden Rumäniendeutsche, die von Hitler im geheimen Zusatzprotokoll der Sowjetunion zugesprochen worden waren, in das damalige Reichsgebiet überführt. Anschließend vereinbarte Hitler mit der rumänischen Führung auch die Umsiedlung der Deutschen aus der Süd-Bukowina und dem rumänischen Altreich, wovon insgesamt 214.630 Personen betroffen waren. Laut der Volkszählung von 1930 lebten im rumänischen Altreich 12.581 Deutsche in der Dobrudscha (Dobrudschadeutsche) und weitere 32.366 Deutsche in der Walachei bzw. in der westlichen Moldau.[1] Diese wurden als Regatsdeutsche bezeichnet.

Außerdem sollten allein aus dem Gebiet des Altreichs samt Bessarabien rund 342.000 Juden „im Zuge der Endlösung … zum Arbeitseinsatz kommen“.[2]

Das Herza-Gebiet, die Schlangeninsel sowie ein paar Inseln im Donaudelta (Tătarul Mic, Tătarul Mare, Daleru Mic, Daleru Mare, Maican und Limba) gehörten ab 1947/1948 nicht mehr zu Rumänien sondern zur Sowjetunion, und liegen heute in der Ukraine.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bogdan Popa: A Survey of the Status of the German Minority in Romania (1918-1950), in: Erasmus Nr. 13 (2002). Archiviert vom Original am 27. Januar 2007, abgerufen am 9. Dezember 2012. S. 31–41, insbesondere S. 32.
  2. Protokoll (PDF; 2,2 MB) der Wannseekonferenz vom 20. Jan. 1940, S. 6, 7.