Amantia (Illyrien)

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Amantia war eine antike illyrische Stadt. Ihre Ruinen befinden sich im Süden Albaniens etwa 30 Kilometer östlich von Vlora.

Geschichte[Bearbeiten]

Amantia zählt zu den typischen illyrischen Höhensiedlungen, die in der Eisenzeit auf leicht zu verteidigenden Hügeln gegründet wurden. Die Mauern von Amantia umschließen ein Areal von 500 m Länge und etwa 60 m Breite. Die Siedlung entstand im 4. Jahrhundert v. Chr. und wurde vielleicht vom Stamm der Taulantier begründet. Eine Akropolis mit zwei Toren und zwei starken Türmen schützte die Stadt.

Das strategisch günstig gelegene Amantia beherrschte einen wichtigen Verbindungsweg, der von den Häfen Aulona und Oricum ins Tal der Vjosa führte. Deshalb entwickelte sich die Stadt schnell zu einem prosperierenden urbanen Zentrum. Amantia war eine der ersten illyrischen Städte, die eigene Münzen prägten. Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde Amantia kulturell mehr und mehr hellenisiert. Um 230 v. Chr. wurde die Stadt Mitglied des epirotischen Bundes.

Im 2. Jahrhundert expandierten die Römer in den epirotisch-illyrischen Raum. Zunächst stand Amantia unter dem Einfluss der mit Rom verbündeten griechischen Kolonie Apollonia. Nach dem 3. Makedonischen Krieg kam Amantia wie die gesamte Region am Ionischen Meer unter direkte Herrschaft Roms. Die Stadt gehörte seit 148 v. Chr. wohl zur römischen Provinz Macedonia. Als Caesar während des Römischen Bürgerkrieges im Januar des Jahres 48 v. Chr. in Epirus landete, stellte sich Amantia auf seine Seite.

67 n. Chr. wurde die Stadt der neuen Provinz Epirus zugeordnet. Da in römischer Zeit der Handelsverkehr von Ost nach West vornehmlich über die Via Egnatia abgewickelt wurde, verlor Amantia an Bedeutung. In frühchristlicher Zeit war Amantia Bischofssitz, der heute als Titularbistum Amantia weiterlebt. 343 wird ein Bischof Eulalius aus Amantia als Teilnehmer an der Synode von Serdica erwähnt. Im Zuge des Slawenansturms wurde die Stadt Ende des 6. Jahrhunderts aufgegeben.

Funde[Bearbeiten]

Neben den Mauern und der Akropolis wurde in Amantia auch ein Stadion entdeckt und ausgegraben. Die Kampfbahn ist 184 m lang und etwas mehr als 12 m breit. An der Hangseite sind die steinernen Sitzreihen noch erhalten. Auch ein Tempel der Aphrodite konnte identifiziert werden. Davon sind jedoch nur die Fundamente erhalten. Weitere wichtige Baureste stammen von einem kleineren Tempel und einer frühchristlichen Kirche.

Sonstiges[Bearbeiten]

Die Stadt Amantia diente als Namensgeberin für einen lokalen Fernsehsender (TV Amantia in Vlora) und einen albanischen Frauenverein.

Erreichbar ist Amantia von Vlora aus nach einer 90-minütigen Autofahrt über 35 km größtenteils asphaltierte Landstraße entlang des im Sommer ausgetrockneten Flusses Shushica.[1]

Nachweise[Bearbeiten]

  1.  Volker Grundmann: Reisehandbuch Albanien. Unterwegs Verlag, Singen 2010, ISBN 978-3-86112-274-6.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Halil Myrto: Albania archeologica: bibliografia sistematica dei centri antichi. Bd. 1, Bari (IT) 1998, ISBN 88-7228-213-6, Amantia, S. 5–9. (Volltext als Digitalisat, italienisch)
  • Luigi Ugolini: L' Acropoli di Amantia. Rom 1935.
  • Neritan Ceka: Ilirët. Tirana 2000. ISBN 99927-0-098-X
  • J. Wilkes: The Illyrians. Oxford 1992. S. 129-136.
  • V. Bereti: Le site antique de Treport, port des villes des Amantins. In: Pierre Cabanes (Hrsg.): L’Illyrie méridionale et l’Épire dans l’Antiquité III. Actes du colloque international de Chantilly (16-19 Octobre 1996). Paris 1999.

40.37876977305619.697670936667Koordinaten: 40° 23′ N, 19° 42′ O