Andoche Junot

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Jean Andoche Junot

Jean Andoche Junot, Herzog von Abrantès (* 23. Oktober 1771 in Bussy-le-Grand, Côte-d’Or; † 29. Juli 1813 in Montbard) war ein französischer General und Adjutant Napoléons.

Leben[Bearbeiten]

Junot studierte Rechtswissenschaft und wurde beim Ausbruch der Französischen Revolution Soldat. Bei der Belagerung von Toulon 1793 machte ihn Napoléon Bonaparte zu seinem Adjutanten. Als solcher folgte er ihm 1796 nach Italien, 1798 und 1799 nach Ägypten und Syrien.

1800 wurde Junot Kommandant von Paris, 1804 Colonel général des hussards (der Husaren) und Großoffizier der Ehrenlegion. 1805 schickte man ihn als Gesandten nach Portugal, doch begab er sich von dort nach Deutschland, wo er sich in der Schlacht bei Austerlitz am 2. Dezember 1805 auszeichnen konnte.

1806 wurde Junot zum Gouverneur von Paris ernannt und 1807 erhielt er den Befehl über die bei Salamanca zur Besetzung Portugals gebildeten Truppen. Mit diesen erreichte er unter größten Schwierigkeiten am 30. November Lissabon, wofür er den Titel eines Herzogs von Abrantès erhielt. Am 30. August 1808 wurde er von den Engländern in der Schlacht von Vimeiro geschlagen und musste die Kapitulation von Cintra abschließen. Die Franzosen mussten daraufhin Portugal wieder räumen.

Weil er bei Napoleon in Ungnade gefallen war, wurde Junot im Gegensatz zu den anderen langjährigen Waffengefährten Napoleons nicht zum Marschall von Frankreich ernannt. Dennoch wurde er 1812 für den Russlandfeldzug mit dem Kommando über westphälische Truppen betraut. Möglicherweise waren es die hohen Verluste, die Junot in eine Geisteskrankheit fallen ließen. Er wurde nach Montbard gebracht und starb dort am 29. Juli 1813, nachdem er sich aus einem Fenster stürzte.

Seine Gattin Laure Junot verfasste Memoiren unter dem Titel Mémoires (18 Bände, 1831–1834).

Weblinks[Bearbeiten]