Dominique Joseph Vandamme

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Dominique Joseph Vandamme

Dominique Joseph Vandamme, auch Dominique-Joseph-René Van Damme, Graf von Unebourg (auch: Unsebourg, Ursbourg) (* 5. November 1770 in Cassel, Département Nord; † 15. Mai 1830 in Cassel) war ein französischer General in den Napoleonischen Kriegen.

Leben[Bearbeiten]

Vandamme diente zuerst als gemeiner Soldat in einem Kolonialregiment, beim Ausbruch der Französischen Revolution desertierte er und kehrte nach Frankreich zurück. 1792 gründete er unter dem Namen Chasseurs du Mont-Cassel eine bekannte Freischar, als deren Führer er sich dank seines Organisationstalents auszeichnete. Er stieg schnell in die besten Kreise der Pariser Gesellschaft auf, wo er für seine eleganten Uniformen bekannt war. 1793 kämpfte er als Brigadegeneral in Belgien.

Seit 1796 befehligte er in der Rheinarmee eine Kolonne der Division Duhesme und erhielt im Februar 1799 als Divisionsgeneral den Befehl über den linken Flügel an der Donau. Von 1800 bis 1801 kämpfte er am Oberrhein und erhielt vom Ersten Konsul das Kommando über die 16. Militärdivision.

1805 kämpfte er bei Austerlitz, geriet jedoch in den Verdacht, die Kriegsbeute des Feldzuges zur Tilgung seiner ungeheuren persönlichen Schulden verwendet zu haben, und wurde daraufhin nach Frankreich zurückberufen.

1806 und 1807 wurde Schlesien unter seinem Kommando unterworfen. 1809 befehligte er die württembergische Division. In den folgenden Jahren war Vandamme Inspektor der gesamten französischen Kavallerie.

Nach dem Russlandfeldzug von 1812 erhielt er 1813 ein Kommando zuerst in Westfalen, dann in Niedersachsen. Als Besatzer hob er sich durch besondere Härte, Brutalität, Erpressung und Vernachlässigung der Disziplin hervor. Nach der Schlacht bei Dresden wurde Vandamme mit 30.000 Mann von Napoléon nach Böhmen geschickt, um die Alliierten aufzuhalten. Er konnte jedoch die russischen Stellungen in der Schlacht bei Kulm nicht durchbrechen, wurde am 30. August umzingelt und musste sich mit 10.000 Mann und 81 Kanonen ergeben. Der russische Zar Alexander I. ließ ihn an die Grenze von Sibirien bringen.

Nach der ersten Restauration durfte er nach Frankreich zurückkehren. Nach der Rückkehr Napoléons für 136 Tage aus dem Exil von der Insel Elba erhob ihn Napoleon zum Pair und gab ihm den Befehl über das 3. Armeekorps, das zum Heeresteil Grouchys gehörte, und mit dem im Juni 1815 bei Ligny und Wavre kämpfte. Nach der zweiten Restauration musste er infolge der Ordonnanz vom 12. Januar 1816 auswandern und ging nach Nordamerika. Er kehrte erst 1824 nach Frankreich zurück, wo er am 15. Mai 1830 in seinem Heimatort Cassel starb.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 5. Spalte eingetragen.