Andreas Angelus

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Andreas Angelus (deutsch Andreas Engel; * 16. November 1561 in Strausberg; † 9. August 1598 in Strausberg) war Pfarrer, Inspektor und Chronist der Geschichte der Mark Brandenburg.

Epitaph des Chronisten Andreas Angelus in der Pfarrkirche St. Marien in Strausberg

Leben[Bearbeiten]

Als Sohn des Ratsherrn Gregorius Engels in Strausberg geboren, war er bereits im Alter von 12 Jahren an der märkischen Universität in Frankfurt an der Oder eingeschrieben. Seine Familie starb um das Jahr 1575 an der Pest. Daraufhin verließ er die Mark Brandenburg und ist im Jahr 1577 als Schüler des Marienstiftsgymnasium in Stettin bezeugt. Später lebte er einige Zeit in Holstein und schrieb dort eine Holsteinische Chronik. Um das Jahr 1580 ist er laut der Quellen wieder in der Mark Brandenburg in Ämtern im Schulwesen fassbar. Er war ab dieser Zeit Rektor in Strausberg, Conrektor in Brandenburg aber auch im Grauen Kloster zu Berlin als Lehrer tätig. Am 14. September des Jahres 1592 heiratete er Sabina, die älteste Tochter des Propstes Jacob Colerus von St. Nikolai in Berlin und wurde im gleichen Jahr Pastor in seiner Geburtsstadt Strausberg.

Ab dieser Zeit verfasste er seine drei Werke zur Geschichte der Mark Brandenburg. Diese hatten zwar lateinische Titel, waren aber komplett in deutscher Sprache abgefasst. Sein Hauptwerk war eine umfassende Geschichte der Mark Brandenburg unter dem Arbeitstitel Marchia. Daraus entstand das um 1593 erschienene Rerum Marchicarum Breviarum, diesem folgte zwei Jahre später eine erweiterte Fassung unter dem Titel Annales Marchiae Brandenburgicae. Angelus zitiert in seinem Werk ca. 200 gedruckte und etwa 20 damals nur handschriftlich vorhandene Werke. Angelus selbst hatte geplant ein dreibändiges Geschichtswerk herauszugeben. Doch wurde der dritte Teil vermutlich wegen Geldstreitigkeiten nach seinem Tod von seiner Ehefrau verbrannt. Am 9. August 1598 ist er an der Pest verstorben.

Schriften[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Engel (Angelus), Andreas. In: Bio-Bibliographien. Brandenburgische Gelehrte der Frühen Neuzeit. Mark Brandenburg mit Berlin-Cölln 1506-1640 von Lothar Noack und Jürgen Splett. Akademie Verlag, Berlin 2009, S. 98-111. ISBN 978-3-05-003707-3 (= Veröffentlichungen zur brandenburgischen Kulturgeschichte der Frühen Neuzeit, hrsg. von Knut Kiesant)
  • Wolfgang Reschke: Der märkische Chronist und Pfarrer, Andreas Engel, genannt Angelus. In: 750 Jahre St. Marien zu Strausberg. Freundeskreis St. Marien zu Strausberg e.V., Strausberg 2004.
  • Wolfgang Ribbe: Die Aufzeichnungen des Engelbert Wusterwitz. Überlieferung, Edition und Interpretation einer spätmittelalterlichen Quelle zur Geschichte der Mark Brandenburg. Colloquium-Verlag, Berlin 1973, ISBN 3-7678-0338-0 (zugl. Dissertation, FU Berlin 1971).
  • Johannes Schultze: Engel, Andreas. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 4, Duncker & Humblot, Berlin 1959, ISBN 3-428-00185-0, S. 499 (Digitalisat).
  • Philipp Walther: Engel, Andreas. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 1, Duncker & Humblot, Leipzig 1875, S. 456 f.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Andreas Angelus – Quellen und Volltexte