Angelica Balabanova

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Angelica Balabanova, auch Balabanoff, (ursprünglich Анжелика Исааковна Балабанова/Anschelika Issaakowna Balabanowa; * 7. Mai 1878 in Kiew; † 25. November 1965 in Rom) war eine international tätige kommunistische Politikerin und Publizistin.

Leben[Bearbeiten]

Angelica Balabanova studierte in Brüssel, wo sie kommunistische Ideen kennenlernte. Sie zog nach Rom und begann eingewanderte Arbeiter der Textilindustrie zu organisieren. Sie wurde Vorsitzende der Partito Socialista Italiano (PSI) und stand in engem Kontakt mit der russischen Revolutionsbewegung und war auch Wegbegleiterin von Mussolini, der Chefredakteur der sozialistischen Zeitung Avanti war. Als dieser sich zum Kriegshetzer entwickelte, wandte sie sich noch vor dem Beginn des Ersten Weltkrieges von ihm ab. Balabanoff arbeitete im Exekutiv-Komitee der sozialistischen Frauen-Union mit und organisierte zusammen mit Clara Zetkin Frauen-Kongresse. Während des Ersten Weltkrieges rückte sie innerhalb der Arbeiterbewegung nach links und beteiligte sich an der Zimmerwalder Konferenz, wo sie gegen die Burgfriedenspolitik eintrat.

Nach der Russischen Revolution zog sie nach Russland und arbeitete 1919 als Sekretärin der Kommunistischen Internationalen. Sie wurde zur Kritikerin der Bolschewiki und kehrte nach Italien zurück. Aufgrund des zunehmenden Einflusses des Faschismus in Italien ging sie ins Exil in die Schweiz, wo sie 1928 Paris Avanti! herausgab. Sie war weiterhin in internationale sozialistische Aktivitäten involviert, bis ihr schlechter Gesundheitszustand sie ab 1964 davon abhielt.

Ihr schriftlicher Nachlass wird vom Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis in Amsterdam betreut.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Die Zimmerwalder Bewegung, 1914-1919 (1926)
  • Erziehung der Massen zum Marxismus: psychologisch-pädagogische Betrachtungen (1927)
  • Erinnerungen und Erlebnisse (1927)
  • Wesen und Werdegang des italienischen Faschismus (1931)
  • My life as a rebel (1938)
  • Impressions of Lenin (1964), illustriert von Quentin Fiore
  • Lenin, oder: Der Zweck heiligt die Mittel, Berlin: Dietz Verlag, 2013 (revidierte Ausgabe der Übersetzung von 1961)

Weblinks[Bearbeiten]