Internationales Institut für Sozialgeschichte

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Internationales Institut für Sozialgeschichte

Das Internationale Institut für Sozialgeschichte (International Institute of Social History, kurz IISG, niederländisch Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis) ist ein geschichtswissenschaftliches Forschungsinstitut in Amsterdam (Nordholland). Es wurde 1935 von Nicolaas Posthumus begründet und ist Teil der „Königlichen Niederländischen Akademie der Wissenschaften“ (KNAW). Geleitet wird das Institut seit November 2012 von dem Generaldirektor Henk Wals.

Entscheidend war, dass den Dokumenten der sozialen Bewegungen, insbesondere denen der Arbeiterbewegung, ein sicherer Ort gegeben werden sollte, nachdem Deutschland 1933 ausgefallen war und die Sowjetunion insbesondere im Hinblick auf sozialistische Alternativkonzepte als nicht vertrauenswürdig galt.

Das Institut ist eines der weltweit größten Dokumentationszentren zur Sozialgeschichte. Neben der umfassendsten Sammlung der Handschriften von Karl Marx und Friedrich Engels betreut das IISG u.a. Nachlässe von Albert Grzesinski, Clara Gertrud Wichmann, Willy Huhn, Karl Kautsky, Helmut Rüdiger, Christiaan Cornelissen, Gustav Mayer, Julius Motteler, Augustin Souchy, Georg von Vollmar, Friedrich Adler, Arthur Müller-Lehning, Max Nettlau, Pierre Ramus, Alexander Berkman, Emma Goldman, Angelika Balabanoff, Leo Trotzki (Teilnachlass, 6 laufende Meter), Wolfgang Abendroth, Heinrich Hannover, Wolfgang Harich, Kurt Steinhaus, Anton Levien Constandse, Rob Stolk sowie das Parteiarchiv der russischen Sozialrevolutionäre. Zahlreich vertreten sind auch die Nachlässe anarchistischer sowie trotzkistischer Spanienkämpfer. Das Archiv des Internationalen Bundes Freier Gewerkschaften (214 laufende Meter) befindet sich ebenfalls im IISG.

Das IISG richtet die alle zwei Jahre stattfindende European Social Science History Conference aus. Weiterhin ist das Institut Mitglied der International Association of Labour History Institutions und beheimatet die Geschäftsstelle dieses Dachverbandes. An der Rückseite des IISG befindet sich das niederländische Persmuseum (Pressemuseum).

In Zusammenarbeit mit dem IISG, der Universitätsbibliothek von der Universität von Amsterdam (UvA), dem Persmuseum (niederländisches Pressemuseum), dem NIOD sowie dem Katholiek Documentatiecentrum („Katholisches Dokumentationszentrum“, KDC) wurde eine Sammlung von Zeitschriften aus der Zeit von 1896 bis 1949 mit insgesamt 15.238 Seiten zusammengestellt.

Publikationen[Bearbeiten]

Das IISG gibt die Zeitschriften International Review of Social History (in Kooperation mit Cambridge University Press), Social'naja istorija. Ezhegodnik, Tijdschrift voor Sociale en Economische Geschiedenis und Jaarboek voor Vrouwengeschiedenis heraus.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Internationales Institut für Sozialgeschichte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

52.369084.93944Koordinaten: 52° 22′ 9″ N, 4° 56′ 22″ O