Angosturabitter

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200-ml-Flasche Angostura
Seitenansicht mit Abbildung von Kaiser Franz Joseph I.

Als Angostura oder Angosturabitter bezeichnet man einen Bitter, der neben Enzianwurzel auch Bitterorange, Gewürznelken, Kardamom, Zimt und Chinarinde enthalten kann. Angosturarinde wird im Originalrezept nicht verwendet, wohl aber in Nachahmerprodukten. Der Bitter wird zum Abschmecken von Desserts, Saucen für Fisch und Fleisch, zum Aromatisieren von Gin, Wodka und Genever sowie zur Herstellung von Mixgetränken (beispielsweise beim Manhattan oder Moscow Mule) verwendet.

Angostura enthält 44,7 Vol.-% Alkohol; trotzdem war er in den USA während der Prohibition nicht verboten, da er so bitter ist, dass er lediglich zum Aromatisieren verwendet werden kann ("Starkbitter").

Geschichte[Bearbeiten]

Entwickelt wurde Angostura von dem deutschen Arzt Johann Gottlieb Benjamin Siegert, der Anfang des 19. Jahrhunderts auf Wunsch des südamerikanischen Freiheitskämpfers Simón Bolívar ein Lazarett in der damaligen venezolanischen Stadt Angostura (heute Ciudad Bolívar) eingerichtet hatte. Gegen die dort herrschenden Tropenkrankheiten entwickelte er 1824 ein hochprozentiges Tonikum, das jedoch nicht als Medizin, sondern als Würzmittel unter dem Namen Angostura Karriere machte. Später verließ Siegert Bolívars Truppen, um seine Erfindung zu vermarkten. Die Angostura Group bzw. die Firma House of Angostura mit Sitz auf Trinidad ist der Rechtsnachfolger des von Siegert in den 1850er Jahren gegründeten Unternehmens. Die Firma weist jedoch darauf hin, dass ihre unter dem Markennamen Angostura Aromatic Bitters vertriebenen Bitter, die angeblich noch immer nach Siegerts Originalrezept aus dem Jahr 1824 zubereitet werden, keine Angosturarinde enthalten. Der Name leite sich lediglich vom Namen der Stadt ab, in der Siegert seine Erfindung gemacht habe. Dennoch werden von anderen Herstellern – teilweise ebenfalls unter der Bezeichnung Angostura – Bitter vertrieben, die Angosturarinde als zusätzlichen Bestandteil enthalten.[1]

Jede Flasche zeigt an der Seite eine Ansicht von Kaiser Franz Joseph I., da das Unternehmen während der Weltausstellung 1873 in Wien eine Medaille gewann.

Verfügbarkeit[Bearbeiten]

Angostura ist mittlerweile nicht mehr so verbreitet und daher nicht überall verfügbar. Da es sich um ein Würzmittel handelt, ist er in Ladengeschäften eher bei den Gewürzen als bei den Getränken zu finden und eher in Spezialitätengeschäften als in Supermärkten.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Angosturabitter – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Erich Kolb (Hrsg.): Spirituosen-Technologie. S. 150f, Behr’s Verlag, Hamburg 2002