Anmutung

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Maluma ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Zum tansanischen Geistlichen und Bischof von Njombe siehe Alfred Leonhard Maluma.

Die Anmutung (auch Anmutungsqualität) eines Objektes oder einer Situation ist die schwer zu bestimmende, eher vage Wirkung dieser Erscheinung auf einen Betrachter über einen oder mehrere Wahrnehmungskanäle (visuell, auditiv, haptisch, olfaktorisch). Sie ist von den Eigenschaften des betrachteten Objektes oder den Zügen einer erlebten Situation abhängig, außerdem von der Sozialisation des Betrachters und der Umgebung, in der das Objekt dargestellt ist oder die Situation auftritt.

Ursprünglich bedeutet das Wort aber etwas völlig anderes, nämlich eine Zumutung.[1]

Design und Kunst[Bearbeiten]

Bei grafischen Benutzerschnittstellen (GUI) von Computern spricht man meist von Look and Feel.

Designer und Künstler übermitteln mit gestalterischen Mitteln Werte und Qualitäten und legen es dabei durchaus auch auf unterschwellige Anmutungen an. Sie sind für die Antizipation von Objekten durch unterschiedliche Betrachter und Zielgruppen speziell geschult.

In der Designpraxis bezeichnet man mit Anmutung die von einem Entwurf geweckten, oft unbewussten Erwartungen. Die spontane Anmutung ist ein wichtiger Indikator für die Übereinstimmung von Intention und Form eines Entwurfs. Im Grafikdesign sollte beispielsweise eine überzeugende Zigarettenpackung nicht wie ein Kosmetikprodukt anmuten, ein Signetentwurf für eine Bank sollte nicht für den einer Fast-Food-Kette gehalten werden können usw..

Maluma und Takete[Bearbeiten]

Maluma und Takete

Grundlegende Forschungen zum Nachweis der Anmutungsqualität führte der Psychologe Wolfgang Köhler, einer der Begründer der Gestaltpsychologie, 1929 durch. Köhler stellte Versuchspersonen eine runde und eine eckige Figur vor und bat sie, den Formen das Wort Maluma oder das Wort Takete zuzuordnen. In 90 % der Fälle ordneten die Probanden der runden Form Maluma und der spitzen Form Takete zu.[2]

Hieraus leitete Köhler den Nachweis ab, dass es eine intuitive, gefühlsmäßige Verbindung zwischen Sprache und optischen Darstellungen gibt, also Laute mit der Wahrnehmung von Formen korrespondieren.

Bouba und Kiki[Bearbeiten]

Auch dieses Bild zeigte, verschiedene Menschen bezeichnen die linke Form mehrheitlich als kiki und die rechte Form als bouba.

2001 replizierten V. S. Ramachandran und Edward Hubbard Köhler's Experiment mit den Nichtworten kiki und bouba und baten US-Amerikaner und indische Tamil-Sprecher diese den nebenstehenden Umrissen zuzuordnen. In beiden Gruppen ordneten 95% bis 98% der kurvigen Form bouba und der gezackten Form kiki zu. Das menschliche Gehirn solle demnach abstrakte Formen und Klänge in konsistenter Art miteinander verbinden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Anmutung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wahrig, Deutsches Wörterbuch, Gütersloh 1974
  2. Artikel bei oktopus