Avira Antivirus

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Avira Antivirus
Logo von Avira Antivirus
Entwickler Avira Operations GmbH & Co. KG
Aktuelle Version Avira Free Antivirus 14.0.4.642
(15. Mai 2014,
für Windows)

Avira Antivirus Premium 2013
(26. September 2012,
für Windows)

3.1.3.5-0
(12. April 2011,
für Unix/Linux)

Betriebssystem Windows, Mac OS X, Linux, Unix
Kategorie Antivirenprogramm
Lizenz EULA (proprietär)
Deutschsprachig ja
www.avira.com

Avira Antivirus (bis 2011 Avira AntiVir) ist ein Antivirenprogramm des deutschen Software-Herstellers Avira.

Ein aufgespannter Regenschirm in verschiedenen Formen ist das traditionelle Zeichen der Firma sowie ihres Hauptproduktes Avira Antivirus und der Auerbach-Stiftung.

Marktpositionierung[Bearbeiten]

Für Privatanwender ist der Einsatz der Freeware-Version Avira Free Antivirus kostenlos, für einen erweiterten Funktionsumfang oder die Nutzung im kommerziellen Umfeld stehen als kostenpflichtige Varianten Avira Antivirus Premium und Avira Internet Security zur Verfügung. Avira bietet Privatkunden einige weitere kostenlose Programme im Bereich Computersicherheit an, Geschäftskunden außerdem Funktionen zum Schutz von Personalcomputern sowie Datei-, Mail- und Proxy-Servern für die Betriebssysteme Windows und Linux. Die Unterstützung der Varianten für PDAs und Geräte mit Windows Mobile wurde Ende 2011 eingestellt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

ehemaliges Logo

1988 brachte das Unternehmen H+BEDV Datentechnik das Produkt AntiVir auf den Markt,[2] eines der ersten professionellen Antivirenprogramme überhaupt. Im Juni 2004 wurde in AntiVir ein Schutz gegen Internet-Dialer integriert, den zu dieser Zeit weltweit kein anderes Produkt enthielt. Aufgrund dessen verlieh das Land Baden-Württemberg dem Hersteller im Rahmen einer Mittelstandsinitiative die Auszeichnung „Innovation des Monats“.[3] Im gleichen Jahr erschien eine AntiVir-Portierung für Linux. Später wurden neben den Windows-Varianten, auch die unixoiden Betriebssysteme FreeBSD, OpenBSD und Solaris unterstützt.

Mit der Freigabe der Version 2012 benannte Avira seine Produktpalette um. Die zuvor genutzte Marke AntiVir wurde aufgegeben; aus Avira Antivir Personal, der kostenlosen Variante, wurde Avira Free Antivirus, aus Avira AntiVir Premium wurde Avira Antivirus Premium und Avira Premium Security Suite wurde zu Avira Internet Security.[4][5] Am 9. April 2013 wurde bekannt gegeben, dass Avira Free Antivirus nun Windows 8 unterstützt und Microsoft das Produkt entsprechend zertifiziert hat.[6]

Am 30. Juni 2013 wurde die Unterstützung für Linux eingestellt. Bestehende-Versionen sollen jedoch laut Hersteller noch bis Juni 2016 gepflegt werden.[7]

Funktionen[Bearbeiten]

Avira Antivirus wehrt Trojaner, Würmer und Backdoors ab, schützt vor Dialern, und Rootkits. Infizierte Dateien können in den meisten Fällen repariert werden. Integriert ist unter anderem ein Virenscanner der den Datenverkehr im System in Echtzeit scannt und im Notfall Alarm schlägt. Dabei kann das Programm auf eine Heuristik-Funktion zum Schutz vor bislang unbekannten Viren zurückgreifen. Bei Verdacht auf einen Fehlalarm oder bisher unerkannte Malware besteht die Möglichkeit, die betroffenen Dateien beim Hersteller für eine genaue Analyse hochzuladen.[8] Da der Nutzen eines Antivirenprogramms umso höher ist, je aktueller die verwendeten Virendefinitionen sind, stellt Avira mehrmals täglich in unregelmäßigen Abständen neue Virendefinitionsdateien zur Verfügung.

Seit Version 7.06 verfügt Avira Antivirus über einen Prozess-Schutz, dessen Ziel es ist, das Beenden des Virensanners durch ein anderes Programm zu verhindern.[9] Mit Version 8.1 wurde das Programm optisch überarbeitet und modularisiert.[10] Die im März 2009 erschienene Version 9 brachte eine Unterstützung für Dualcore-Prozessoren und in der Freeware-Variante einen Spyware-Schutz sowie die Unterstützung für leistungsschwächere Netbooks.[11][12]

Version 10 der Software erschien am 23. März 2010 und enthält die Mustererkennung ProActiv, die unbekannte Malware anhand bestimmter Aktionsmuster erkennen soll.[13][14] Darüber hinaus wurde die Benutzeroberfläche überarbeitet und die generische Reparatur verbessert. Damit sollen nun infizierte Dateien und die Windows-Registrierungsdatenbank besser von Malware gesäubert werden können. Am 4. Oktober 2011 erschien die Version 2012 von Avira Antivirus. Sie soll ressourcenschonender sein und Viren effektiver entfernen.[15] Zudem wurde die Oberfläche stark überarbeitet.[16]

Kostenlose Ausgaben[Bearbeiten]

Antivirus prüft in der kostenfreien Ausgabe den E-Mail-Verkehr nicht direkt beim Versand oder Empfang. Der Virenscanner wird aber bei jedem Dateizugriff des E-Mail-Programms aktiv. Die seit der Version 10 aufgenommene Mustererkennung ist in der kostenlosen Fassung nicht enthalten. Seit der Version 7.0 wurde die Anzeige von Werbung auf der Benutzeroberfläche ausgebaut. Einmal täglich während der Aktualisierung wurde der Benutzer durch eine Werbeeinblendung unterbrochen. Ab der Version 10.2, die im Juni 2011 veröffentlicht wurde, wird mit der kostenlosen Ausgabe von Antivirus die Werkzeugleiste „ASK Toolbar“ für den jeweils genutzten Standardbrowser mitinstalliert. Seit dem 1. Oktober 2013 wird keine Werbeeinblendung mehr angezeigt,[17] sondern regelmäßige Hinweise auf die Premiumversionen.

Testergebnisse[Bearbeiten]

2008 erreichte AntiVir „Advanced+“ sowohl im Bereich der signaturbasierten Erkennung[18] als auch im Bereich der Heuristik-Erkennung.[19] Die Reaktionszeit beim Bereitstellen von Updates lag einer Untersuchung der Computerzeitschrift Chip zufolge bei maximal zwei Stunden.[20] Version 9 bestach in einem Test der Computerzeitschrift c’t[21] durch eine sehr gute Erkennungsrate von Exploits. Diese Funktion ist allerdings nur in der Premium-Version verfügbar. Version 10 erzielte in einem Test von AV-Test gute Ergebnisse.[13] In einem Test der Stiftung Warentest erhielt Avira Internet Security 2012 die beste Note („gut“ 2,1). Avira Free Antivirus erzielte das beste Ergebnis bei den kostenlosen Programmen (Note 2,1).[22] 2011 hatte AntiVir Premium zusammen mit den Konkurrenzprodukten G Data InternetSecurity und Eset Smart Security Home im Test den zweiten Platz belegt.[23]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Avira AntiVir Mobile, Avira Operations GmbH & Co. KG, abgerufen am 18. Juni 2014
  2. Stifter, Auerbach-Stiftung, 11. April 2013.
  3. „Innovation des Monats“ geht an H+BEDV, Avira Operations GmbH & Co. KG, 30. Juli 2004
  4. Release-Informationen für Avira Antivir (PDF; 224 kB), Avira Operations GmbH & Co. KG, 1. Oktober 2011
  5. Avira Antiviren-Software in der Version 2012: Intuitiv, clever und leistungsstark, Avira Operations GmbH & Co. KG, 4. Oktober 2011
  6. Avira Antivirus unterstützt Windows 8, Heise online, 9. April 2013 (abgerufen am 11. April 2013)
  7. Avira verabschiedet sich von Linux, Heise online, 27. Juni 2013, (abgerufen am 27. Juni 2013)
  8. Verdächtige Dateien und sonstige Uploads, Avira Operations GmbH & Co. KG, 14. September 2011
  9. Releaseinformationen Q3-2007 (Version vom 28. September 2007 im Internet Archive) – Beitrag im Avira-Forum, am 5. September 2007 (abgerufen am 18. Juni 2014)
  10. Avira aktualisiert AntiVir auf Version 8 – Meldung auf Heise online, am 14. April 2008 (abgerufen am 18. Juni 2014)
  11. Optimized Scan in Avira AntiVir 9 (englisch) – Artikel beim Avira-TechBlog vom 13. Februar 2009
  12. AntiVir 2009: Die neunte Generation ist da – Artikel bei Chip online, 25. Februar 2009
  13. a b Avira AntiVir 10 veröffentlicht – Artikel bei Heise online, vom 23. März 2010
  14. Maximierte Sicherheit: Avira AntiVir Version 10 – Pressemitteilung bei Avira vom 23. März 2010
  15. Avira Internet Security, netzsieger.de
  16. Avira Antiviren-Software in der Version 2012: Intuitiv, clever und leistungsstark, Avira Operations GmbH & Co. KG, 4. Oktober 2011
  17. Avira verzichtet auf nervige Werbefenster – Artikel bei Heise online, vom 29. September 2013
  18. Anti-Virus Comparative No. 17, On-demand detection of malicious software, Februar 2008 (PDF; 570 kB), av-comparatives.org
  19. Anti-Virus Comparative No. 18, Proactive/retrospective test, Mai 2008 (PDF; 520 kB), av-comparatives.org
  20. Im Test: Security-Suiten 2008, Chip online, 22. Januar 2008
  21. c’t, Ausgabe 2/2009, 5. Januar 2009
  22. Stiftung Warentest: Antivirenprogramme: Angriff aus dem Internet, test, Ausgabe 04/2012
  23. Stiftung Warentest: Sicherheitssoftware: So wehren Sie Viren ab, test, Ausgabe 03/2011